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Aaaaa – wie AnChora

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Es braucht schon einigen Platz, um den vielstimmigen Chor auf die Bühne zu bringen. Foto: Britta Sylvester
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Zart schlägt Günter Jansen einen Ton auf dem Klavier an – sofort ertönt ein vielstimmiges „Aaaaa“ zur Antwort und jedes Gespräch verstummt. Keine Frage, als Chorleiter ist er schon so etwas wie der Chef im Ring. Günter Jansen, einst Lehrer am Mädchengymnasium Jülich, ist der einzige Mann bei anCHORa. Für ihn nichts Neues, für viele der 36 Sängerinnen auch nicht. Denn viele von ihnen waren Schülerinnen am MGJ und haben auch dort bereits im Chor – den niemand anderer als Günter Jansen geleitet hat – gesungen. Das erklärt auch den ungewöhnlichen Namen: Ancora ist italienisch für „nochmal“ oder „wieder“.
Wieder zusammen singen, das war der Gedanke, die schließlich 2017 zur offiziellen Gründung des Frauenchores geführt hat.

Die Idee wurde bereits ein Jahr zuvor geboren, beim Ehemaligentreffen anlässlich des 125jährigen Jubiläums des Mädchengymnasiums. Auch der ehemalige Schulchorleiter Jansen war bei diesem Treffen anwesend. Ob er als frisch gebackener Ruheständler nicht Zeit finden würde, einen Ehemaligenchor zu leiten, war die Frage, die offenbar auf fruchtbaren Boden fiel. Jemand, der den Takt vorgibt, war also gefunden, Sängerinnen gab es auch und so konnte die Erfolgsgeschichte von anCHORa starten. Inzwischen auf 36 aktive Sängerinnen, im Alter zwischen 30 und 60 Jahren, angewachsen, braucht es schon eine große Bühne für die regelmäßigen Auftritte. Wie viele das im Jahr sind, lässt sich nicht eindeutig beziffern, aber es gäbe regelmäßige Anfragen, verrät Sabrina Maubach, erste Vorsitzende der Chorgemeinschaft. Dabei gibt es keine Präferenzen, auch als Privatperson dürfe man anCHORa gerne buchen.

Günter Jansen gibt bei anCHORa den Takt vor. Foto: Britta Sylvester

Vor allem in der Vorweihnachtszeit erklingen die Lieder des Chores rund um Jülich häufiger, so wurde im Dezember etwa in der Senioreneinrichtung St. Hildegard in Jülich, auf dem Weihnachtsmarkt und in Gürzenich ebenfalls in einer Senioreneinrichtung gesungen. Apropos singen, was steht denn so auf dem Programmzettel von anCHORa?

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Das Repertoire sei breit und würde ständig erweitert, erzählt Sabrina Maubach. Vor allem aus der Romantik aber auch aus der Pop-Musik seien die Stücke, die übrigens der Chorleiter auswählt. Die Sängerinnen hätten aber natürlich Mitspracherecht und dürfen immer ihre Wünsche äußern. So erklingen aktuell zum Beispiel das Beatles-Stück „All you need is love“, der Klassiker „Hallelujah“, Eric Claptons trauriges „Tears in Heaven“ oder Maubachs momentanes Lieblingsstück „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“.

Nachwuchssorgen hat anCHORa nicht, betrachtet man die eindrucksvolle Zahl von 36 Sängerinnen. Über neue Musikerinnen freut sich der Frauenchor dennoch immer. Und wenn es mit dem musikalischen Talent nicht allzu weit her ist? „Wir geben Starthilfe“, drückt es Sabrina Maubach diplomatisch aus. Manchmal ist vielleicht die zunächst gewählte Stimmlage einfach nicht die passende, ergänzt sie. Damit es mit der stimmlichen Harmonie auch klappt, ist regelmäßiges Üben selbstredend unerlässlich: Drei Mal im Monat, immer freitagsabends treffen sich die 36 Frauen zur Probe. Zusätzlich gibt es an drei Samstagen im Jahr ganztätige Probentage, bei denen Chorleiter Günter Jansen und „seine“ Sängerinnen am Repertoire feilen, Neues einstudieren und sich für den nächsten Auftritt in Form bringen. Sollte Jansen einmal ausfallen, ist mit Sabrina Maubach inzwischen professioneller Ersatz zur Stelle. „Bei einem Auftritt 2019, anlässlich der Goldhochzeit der Eltern einer Chorschwester, wurde die Idee geboren, meinerseits einen einjährigen Chorleiterlehrgang zu absolvieren“, berichtet Maubach. Der ist inzwischen erfolgreich abgeschlossen und nun fungiert die erste Vorsitzende auch als Assistenz des Chorleiters. Und quasi nebenbei profitiert auch noch ihr Arbeitgeber davon: Als Lehrerin an der Titzer Primus-Schule hat Sabrina Maubach dort nun selbst einen Schulchor gegründet, „ancora“ eben.

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Britta Sylvester
Klönschnacktee mit der Muttermilch aufgesogen und inzwischen beim rheinische Kölsch angekommen. Übt sich in der schreibenden Zunft seit Studententagen zwischen Tagespresse und Fachpublikationen und… wichtig: ließ das JüLicht mit leuchten.

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