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Jupiter war erst der Anfang

Regelmäßig veröffentlicht der HERZOG in Kooperation mit dem AstroClub vom Science College Bilder aus dem All, die von den Schülerinnen und Schülern selbst aufgenommen werden. Einen der acht Planeten des Sonnensystems betrachten Charlotte Lehrach und Felice Dresia vom AstroClub.

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Abb: Astroclub
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Unser Sonnensystem besteht aus acht Planeten, deren Namen man sich mit dem Merkspruch „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel” ins Gedächtnis rufen kann: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Diese etwas widerspenstigen Namen stammen aus der römischen Mythologie und sind Götternamen: Mars zum Beispiel war der Gott des Krieges, während Venus die Göttin der Liebe sein sollte. Unter Jupiter dagegen stellten sich die Römer den Blitze schleudernden Göttervater und Herr des Olymps vor – den Göttervater.

Passenderweise ist der Planet Jupiter auch der schwerste und größte Planet unseres Sonnensystems. Die Erde würde etwa 1300 Mal in sein Inneres passen, und Jupiter allein ist etwa 2,5 Mal so schwer wie alle Planeten in unserem Sonnensystem zusammen. Er ist ein Gasplanet und besteht wie unsere Sonne aus Wasserstoff und Helium. Einzig im Inneren vermuten Wissenschaftler einen Kern aus Gestein und Eis von der Größe unserer Erde, der jedoch nur einen kleinen Anteil der Gesamtmasse ausmacht.

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Die markante rot-orangene Farbe des Gasriesen entsteht durch Spurenelemente wie Ammoniak, die durch UV-Licht zu Phosphor- und Schwefelverbindungen gespalten werden. Diese sind dann für die Farbe verantwortlich. Nicht zu vergessen ist Jupiters großer roter Fleck, der Betrachtern manchmal als Auge erscheint. Dieser Wirbelsturm ist der größte unseres Sonnensystems und 1,5 Mal so breit wie der Durchmesser der Erde.

Doch genug von den Zahlen! Auch der planetare Jupiter hat ein sagenumwobenes Gefolge, bestehend aus 115 Monden. Diese werden traditionell nach mythologischen Figuren benannt. So heißen die vier Hauptmonde entsprechend vier antiker Geliebten Jupiters: Ganymed, Io, Kallisto und Europa.

Jupiters Monde lassen sich schon mit einem Fernglas einfach beobachten: Steht ein Mond aus unserer Sicht seitlich von Jupiter, reflektiert er das Licht der Sonne und wird dadurch sichtbar – wie auf unserem Foto. Doch auch wenn ein Mond direkt vor Jupiter steht, ist er durch den Schattenwurf auf den Planeten gut zu erkennen.

Wo hier schon die Rede vom allmächtigen Göttervater der Römer ist, wollen wir uns nicht mit Monden unseres Sonnensystems aufhalten – denn es gibt auch noch unzählige andere riesige Gasplaneten außerhalb unseres Sonnensystems, von denen die Römer nichts wussten.

Nicht nur unsere Sonne, sondern auch zahlreiche weitere Sterne unserer Galaxie besitzen Planeten. In unserer Galaxie gibt es 6300 bestätigte Exoplaneten. Der nächste befindet sich gleich nebenan – er umkreist den Stern Proxima Centauri, der unserer Sonne am nächsten ist. Da Exoplaneten sich in viel größeren Entfernungen von uns aufhalten als Jupitermonde, ist auch ihre Beobachtung schwerer.

Der Exoplanet „Proxima Centauris“ hat zum Beispiel einen Durchmesser von 14.000 km und ist 4,25 Lichtjahre von uns entfernt. Doch die moderne Astrophysik hat Methoden, Exoplaneten von noch größereren Entfernungen zu detektieren.

Eine davon ist die Transitmethode: Zieht der Exoplanet an seinem Stern vorbei, verdeckt er einen Teil. Die dadurch bedingte Helligkeitsveränderung lässt sich messen, worauf sich Durchmesser, Umlaufzeit und die Zusammensetzung seiner Atmosphäre bestimmen lassen.

Eine weitere Methode ist die Doppler-Methode. Sie nutzt den leichten Einfluss der Schwerkraft des Planeten auf den Stern und die sogenannte Rot-Blauverschiebung. Mayor und Queloz wiesen auf diese Weise den ersten Exoplaneten nach und erhielten dafür den Nobelpreis 2019.

Exoplaneten lassen sich auch direkt beobachten, indem man mithilfe spezieller Filter zum Ausblenden des Lichtes des Sternes arbeitet und so das am Planeten reflektierte Licht sichtbar macht. Doch unabhängig von der gewählten Methode – zu Hause mit dem eigenen Teleskop sind Exoplaneten schwer zu beobachten.

Deswegen bietet unser AstroClub ein Exoplaneten-Projekt an, bei dem Du selber auf die Suche nach Exoplaneten gehen kannst! Abgesehen davon kannst Du mit unserer vollautomatisierten Kuppel auch schöne Fotos von Planeten, Sternennebeln und Galaxien schießen – oder mit unserem Radioteleskop die Zusammensetzung des Universums untersuchen.

Du hast wenig bis keine Ahnung, wovon wir hier überhaupt reden, interessierst dich aber trotzdem für den Nachthimmel, Polarlichter und das Weltall? Dann kannst du selbstverständlich auch zu uns kommen. Unsere Dozenten erklären jedem gerne von Jung bis Alt, wie unser Universum funktioniert oder funktionieren könnte.

Der AstroClub findet freitags ab 19 Uhr in der obersten Etage des Science Colleges in Barmen statt. Falls Du nicht direkt vorbeikommen willst, schreib uns gerne eine Nachricht über Instagram an @astro_club.sc oder eine Email an astroclub@sciencecollege.de. Wir freuen uns auf Deine Neugierde!

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HERZOGin mit Leib und Seele. Mein HERZ schlägt Muttkrat, Redakteurin gelernt bei der Westdeutschen Zeitung in Neuss, Krefeld, Mönchengladbach und Magistra Artium der Kunstgeschichte mit Abschluss in Würzburg. Versehen mit sauerländer Dickkopf und rheinischem Frohsinn.

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