Start Hintergrund „Menschen wie Sie braucht unsere Gesellschaft“

„Menschen wie Sie braucht unsere Gesellschaft“

Ansprache der SPD-Parteivorsitzendem Katja Böcking anlässlich der Verleihung der Jülicher Klippe 2019.

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Katja Böcking. Foto: Arne Schenk
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Alle Jahre wieder kommt das Christuskind. Alle Jahre wieder die Frage, wie werde ich dieses Jahr Weihnachten feiern.
Haben Sie Heiligabend denn schon etwas vor? Denn auch wenn wir erst September haben, bin ich mir sicher Sie können mir ganz genau sagen, was Sie an Heiligabend vorhaben. Ich könnte Sie auch schon am 25. Dezember für nächstes Jahr Heiligabend fragen. Da wissen Sie es mit Sicherheit auch schon.

Bestimmt feiern die Meisten von Ihnen im Kreis der Familie. Mit gutem Essen, besinnlicher Musik und Bescherung! Aber eben nur die Meisten, nicht alle!

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Es gibt Menschen, die sind an Heiligabend allein. Und an kaum einem anderen Tag im Jahr spürt man das Alleinsein so deutlich wie an Heiligabend. Daher ist es umso schöner, dass es Ehrenamtliche gibt, die an diesem Feiertag, an diesem heiligen Abend, an diesem Familienfest, ein ganz besonderes Geschenk machen: Zeit.

Sie verschenken ihre Zeit an Menschen, die ansonsten an Heiligabend allein wären. Sie verschenken sie ohne Gegenleistung. Sie verschenken sie alle Jahre wieder. Sie stellen eine Weihnachtsfeier auf die Beine, bei der es an nichts mangelt.

Schön, dass Sie heute hier sind. Ich begrüße als unsere Ehrengäste und diesjährigen Preisträger der Jülicher Klippe das Team „Heiligabend für Alleinstehende“.
Herzlich willkommen!

Als heutigen Laudator möchte ich Pfarrer Horst Grothe begrüßen.
Wen könnte man besser als einen Laudator wählen, wenn das Thema Heiligabend ist, als einen Pfarrer. Und wenn dieser Pfarrer dem Team auch noch die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, ist er wohl wie geschaffen für den Job des Laudators.

Begrüßen möchte ich auch den Bürgermeister unserer Stadt, Herrn Axel Fuchs. Es freut mich sehr, dass er heute das Grußwort als Vertreter der Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt halten wird.

Für die festliche Stimmung sorgen dieses Jahr die Sängerinnen und Sänger des Chors Notsi(n)gnal. Vielen Dank für Ihre musikalische Bereicherung des Abends.

Danke, dass auch Sie alle heute hier sind. Ehrenamtliches Engagement geschieht häufig im Verborgenen. Daher ist es mir eine besondere Ehre, diesen Menschen unsere Anerkennung auszudrücken. Das könnte ich auch in einem kleinen inoffiziellen Rahmen tun. Doch es ist so viel wichtiger, langjähriges ehrenamtliches Engagement durch einen festlichen Akt zu zelebrieren, um der Öffentlichkeit zu zeigen, wie Menschen Gutes tun. Und dazu gehören auch Sie! Jeder einzelne im Publikum.

Jülich ist weithin bekannt für seine große Forschung. Jülich ist häufig in der Presse wegen der großen Löcher ringsherum. Jülich soll auch zu klein für seine Größe sein. Dabei sind es gerade die kleinen Dinge die Jülich groß machen.

Hier hilft man sich. Hier achtet man auf sich. Hier lässt man jemanden an der Kasse vor, der nur ein, zwei Teile hat. Hier grüßt man sich bei einem Spaziergang auf dem Rurdamm. Hier veranstaltet man einen ganzen Heiligabend für Menschen, die sonst allein feiern müssten.

Es sind gerade diese Aufmerksamkeiten, die Jülich so lebenswert und liebenswert machen. Es sind die Menschen, die hier wohnen, die dafür sorgen,
dass man sich hier auch zu Hause fühlt.

Für dieses ehrenamtliche und soziale Engagement in und für Jülich sagen wir von der SPD Jülich regelmäßig danke! Wir sagen danke durch die Verleihung der Jülicher Klippe. Jeder aus dem Ortsverein Jülich ist regelmäßig aufgerufen, Menschen oder Gruppen für die Klippe vorzuschlagen. Jedes Mal haben wir sehr gute Kandidatinnen und Kandidaten, dass uns die Auswahl schwerfällt. Daran sieht man, wie viele Menschen sich engagieren, die ihre Zeit nutzen, um etwas für andere zu tun.

Mal sind sie richtig als Verein organisiert, mal ein loser Zusammenschluss von Menschen, oder auch als Einzelkämpfer unterwegs. Eins haben sie aber alle gemeinsam, sie machen etwas für andere. Sie machen das Leben anderer bunter, freundlicher, heller. Sie setzen sich ein, spenden Trost oder hören zu.
Menschen wie Sie braucht unsere Gesellschaft, um als Gemeinschaft zusammen zu leben. Damit keiner abgehängt wird.Dass sich niemand allein fühlen muss.
Für mich ist es eine besondere Ehre, die Preisträger zu ehren, ihnen im Namen der SPD-Jülich für die Stadt und ihre Bewohner zu danken.

Denn für uns ist es wichtig, den Menschen unserer Stadt zu danken, die ihren Einsatz häufig im Verborgenen leisten, die für andere da sind, einfach um zu helfen, nicht für Publicity, die dieser Stadt eine Seele geben.

Für diejenigen unter Ihnen, die sich wundern, wo nun diese Klippe ist.Schließlich muss es sich doch um ein riesiges Ding handeln.Die muss ich leider enttäuschen. Die Klippe liegt da auf dem Tisch in der Schatulle. Wieso heißt es also Klippe?

Klippe stammt vom schwedischen Wort klippa ab Und bedeutet schneiden oder abknipsen.Es bezieht sich auf die Herstellung von Münzen. Häufig wurden diese Klippen als Notwährung genutzt.

Eine Notwährung als Preis? Heutzutage brauchen wir keine Notwährung mehr. Und ich hoffe, dass es auch zukünftig so bleibt. Dennoch ist unsere Gesellschaft nicht frei von Not.

Not drückt sich überall anders aus. Not ist auch, wenn man an Heiligabend allein ist, wenn man sich einsam fühlt, wenn man einfach froh über ein bisschen Gesellschaft wäre.

Für diese Menschen ist das Team „Heiligabend für Alleinstehende“ eine Notwährung. Sie sind an Heiligabend da. Sie springen ein für all diejenigen, die einem an einem solchen Tag fehlen.
Alle Jahre wieder!


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