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Unser Dorf soll Disko werden

Fortsetzungsroman Teil 9 – Als der Süßwarenladen schon geschlossen war.

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© HERZOG
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Halb 9. Viel zu früh. Oder Spät. Einfach die falsche Uhrzeit. Ich bin fünfzehn Minuten zu spät, sollte seit zwanzig Minuten vor dem Tourbus stehen und schon längst den Schlaf der letzten Nacht nachholen. Endlich geht mein kleiner Koffer zu, nachdem ich die Hotelseife eingepackt habe. Den Tick habe ich wohl von meiner Tante mitbekommen. Wenn es was umsonst gibt, dann nimm es auch mit. Und wer weiß, vielleicht gibt es in unserer nächsten Unterkunft keine Seife? Im Gegensatz zu den Maniacs schlafen wir leider nicht in schönen Hotels, sondern in der günstigsten Unterkunft, die wir finden. Das finde ich vernünftig, denke ich, als ich die Treppe des alten Hauses hinunter gehe. Und die jungen Damen an der Rezeption, beziehungsweise am Eingang oder dem, was man hier schon als Foyer bezeichnen kann, sind auch viel… „Na los, die anderen warten schon.“, höre ich von der jungen Dame, die mich am Ende der Treppe anlächelt.

Die Damen sind viel… „Normen… Komm zu Potte!“, höre aus Richtung der Eingangstür. Die Damen sind viel süßer, als die, die die Maniacs wohl jemals zu sehen bekommen werden, kann ich meinen Gedanken endlich zu Ende führen. „Hallo.“, sage ich und bleibe dabei blöd am Treppenabsatz stehen. „Hallo.“, sagt sie. „Haaallooooo!“, ruft Torben genervt. „Ja dann, viel Spaß noch.“, sagt das junge, hübsche Mädchen lächelnd. „Danke.“, sage ich. Und muss mich ernsthaft von Helmi am Arm packen lassen, der meinen Koffer an Torben weitergibt und mich in Richtung Bus geleitet. Ich entscheide mich für einen Platz auf der rechten Seite und kann so weiterhin durch das Fenster zum süßen Mädchen schauen. Dann fährt der Bus los. Kaum ist der Bus in Bewegung, fallen meine Augen zu. Als ich die Augen wieder auf mache, lese ich ein ‚F-Praunheim‘ in weiß auf einem blauen Schild.

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Ich kann es aber nicht richtig erkennen, da meine Augen noch halb geschlossen sind. Ich reiße sie erst auf, als ich ein lautes „Peggy in the Kitchen?“ laut durch den Bus gerufen vom Drummer der Maniacs,höre. Ich schicke ein kurzes Stoßgebet in den Himmel, dass ich es nicht wirklich gehört habe, doch es dauert nicht lange, bis Dan erklärt. „Yes. That was the first name we had. Torben was not part of the band, but normen and me…“ Nein… Nein… Bitte nicht… Jetzt macht er mich vor meinen Idolen, ach das klingt inzwischen auch doof… vor Musikern, die mich stark prägten, zum Vollidioten. Ich schließe meine Augen. Jetzt erzählt der Idiot ernsthaft, wie wir uns damals mit zig Leuten bei der Mutter unseres damaligen besten Freundes in der Küche getroffen haben und auf Kochtöpfen, zwei Gitarren und was weiß ich noch rumgetrommelt und gespielt und Ärzte-Songs gesungen haben. Ich möchte in meinem Sitz versinken und überlege mir eine Ausrede. War ich da betrunken? Ja. Ich war da bestimmt betrunken. Gute Ausrede. Helmi kommt nach hinten und erzählt uns ausführlich, wann wir gleich wieso wie und und aus welchen Gründen hin müssen.  Für die Maniacs gilt der ganze scheiß natürlich nicht. Oh Man. Mir geht es gerade tierisch auf den Keks auf Tour zu sein. Ich glaube, ich wäre gerne mal alleine. Obwohl: Das süße Mädchen von heute Morgen würde ich jetzt auch nicht weg schicken.


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