Start Magazin Geschichte/n „Das Leben mit dem Loch“

„Das Leben mit dem Loch“

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Tagebau Hambach, Verkiepungsseite, Förderbänder, Kohlekraftwerk. Foto: LVR-ZMB / Annette Hiller
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Der Tagebau begleitet die Menschen im Rheinischen Braunkohlerevier seit mehreren Generationen. Umsiedlungsprozesse gehören zu ihrem Lebensalltag. Die letzten Menschen, die in den letzten Dörfer wohnten, sind aufgrund des fortschreitenden Tagebaus Garzweiler II weitgehend geschlossen an einen neuen Ort umgesiedelt. Dies geschieht zu einer Zeit des immer größer werdenden Umweltbewusstseins in der Bevölkerung: Der menschengemachte Klimawandel stellt alle vor neue Herausforderungen und führt zu globalen Klimaprotestbewegungen. Vor diesem Hintergrund steht der Prozess der Umsiedlung in einem besonderen Spannungsfeld. Eine Frage, die vor dem Hintergrund des vorgezogenen Ausstiegs aus der Braunkohleverstromung bis 2030 zusätzliche Bedeutung erhält. Besonders deswegen, da die Dörfer rund um Keyenberg bleiben und eben nicht dem Tagebau weichen müssen. Was bedeutet dies für die Menschen in der Region?

Seit 2019 begleiten Kulturwissenschaftlerteams des LVR-Instituts für Landeskunde und Regionalgeschichte (LVR-ILR) die Menschen in Keyenberg und den Nachbardörfern beim Umsiedeln, beim Abschiednehmen, beim Neubeginn und beim Protest. Die Ergebnisse wurden in der Ausstellung „Das Leben mit dem Loch“ aufgearbeitet.

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Während der „tu! Hambach“ vom 12. bis 15. Juni möchte das LVR-Projektteam „geSCHICHTEN Rheinisches Revier“ mit den Menschen aus der Region ins Gespräch kommen und gemeinsam mit ihnen ein neues Ausstellungsmodul „Leben im Umbruch: Heute und Morgen“ entwickeln, das eine Brücke von der bisherigen Wanderausstellung in die Gegenwart schlägt. Als die Ausstellung 2021 eröffnet wurde, war bereits beschlossen, dass Keyenberg und seine Nachbardörfer dem Braunkohlebagger weichen müssen. Mit dem Ausstieg aus der Braunkohleförderung im Jahr 2030 verändert sich die Situation für die Betroffenen erheblich, denn die Dörfer dürfen nun bleiben. Diese für das Rheinische Revier neuen Umstände bieten neben allen emotionalen Schwierigkeiten auch Chancen und Möglichkeiten für die gesamte Region.

Die „tu! Temporäre Universität Hambach“ ist ein kollaboratives Lern- und Gestaltungsformat für einen nachhaltigen Strukturwandel im Rheinischen Revier und findet vom 12. bis 15. Juni in Morschenich-Alt statt. Während der vier Projekttage kommen vielfältige Menschen und Akteur*innen aus Gesellschaft und Wissenschaft auf Augenhöhe zusammen, um gemeinsam anstehende Themen und aktuelle Fragen des Strukturwandels zu diskutieren, Perspektiven und Impulse für den Wandel zu entwickeln und sich zu begegnen.

Die Ausstellung „Das Leben mit dem Loch – Alltag im Rheinischen Braunkohlerevier in Zeiten der Energiewende“ ist bis zum 30. Juni in der alten Kindertagesstätte in Morschenich-Alt, Ellener Str. 34, in Morschenich-Alt zu sehen. Sie ist Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 16 Uhr geöffnet, vom 12. bis 15. Juni jeweils ganztägig. Der Eintritt ist frei.


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