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Schneiderkunst

Sie sind die Frauen der ersten Stunde und immer im Einsatz: Ursula Macherey und ihre Schwester Ruth Fischer sind von Anfang an bei „Kunst im Advent“ auf dem Weihnachtsmarkt dabei – sogar in den Anfängen in der „Hütte“, als es das Zelt noch nicht gab. Wenn einmal ein Gewerk ausfiel reichte ein Anruf von der Werbegemeinschaft und schon standen die Zwei wieder parat.

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So fing alles an: Die erste Nähmaschine haben die Schwestern immer noch. Foto: privat
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Ihr Metier, ihre Leidenschaft und Ausdrucksform sind Nadel, Faden und Stoffe. Sie wollen sie an die Kundschaft bringen aber machen sich selbst noch eine Freude dabei. „Wir haben sonst nie so viel Zeit zusammen, wie bei dieser Ausstellung“, sagen die Schwestern.

Während es Ruth Fischer eher die Accessoires für die Erwachsenen angetan haben – etwa exklusive Loops, von ihre selbst entwickelte „Kragen“ aus alten Krawatten, und Dreieckstücher – ist die fünffache Großmutter Ursula Macherey auf die Ausstattung von Kindern spezialisiert.

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Das Nähen liegt wohl in den Genen: Die Mutter hat geschneidert und ihre Töchter schon früh mit Nadel und Faden und dann als Grundschülerinnen mit der ersten Nähmaschine bekannt gemacht. „Das Handwerkliche haben wir sowohl von der Mutter wie vom Vater, der Schreiner war“, erzählt Ruth Fischer. „Wir haben auch als Kinder immer alles mitgemacht: Tapezieren, anstreichen – wir hatten immer Spaß daran.“

Foto: privat

Anfangs haben Ruth und Uschi ihre Barbie-Puppen bekleidet, später kam der Zuschnitt für größere Stücke. Mit diesen neuen Maßanfertigungen wurden dann die größeren Puppen angezogen. „So ging es immer weiter“. In der Schule war die Fertigkeit der Schwestern bekannt und das „sehr gut“ im Fach Handarbeit fest gebucht. „Da durfte ich dann auch schon mal Lehrerin spielen“, sagt Ruth grinsend.

In den Folgejahren füllten die beiden ihre Schränke mit Selbstgenähtem. Den ersten Schritt in die Öffentlichkeit mit ihrer Schneiderkunst machte vor rund 15 Jahren die Ältere, Ruth Fischer. Sie fing an, Taschen zu nähen und wurde gefragt, ob sie nicht in Niederzier auf dem Kunsthandwerk-Markt einen Stand bestücken wollte. Hier trifft wieder das Sprichwort vom Propheten im eigenen Land: Es sollte noch Jahre dauern, bis die Schneiderkundige mit inzwischen gewachsenem und verändertem Angebot zum ersten Mal beim Adventsgeschehen in Haus Overbach in Barmen und dann auf dem Jülicher Kunsthandwerkerinnen-Markt einen Platz bekam.

Foto: privat

Mit kleinen Eulen und allerlei Heimtextilien startete Ursula Macherey vor acht Jahren zunächst mit am Stand der Schwester, bis sie sich dann ihr eigenes Gewerk aufbaute. Der Anlass: die Tochter wurde schwanger und bat um Babykleidung. Eine neue Marktlücke war entdeckt. Seither sorgt Ursula Macherey dafür, dass der Nachwuchs in und um Jülich mit einzigartigen Hosen, Jacken und Pullovern gut angezogen ist und weder Kopf noch Finger kalt werden. Frieren müssen die Kinder auch im Maxi-Cosi nicht, denn die so benannten „Zipfeljacken“ sind „unentbehrlich“, sagt sie lächelnd.

An allen fünf Wochenenden sind Ruth Fischer und Ursula Macherey im Zelt von „Kunst im Advent“ auf dem Weihnachtsmarkt anzutreffen. Sollte gerade kein Kunde sie beanspruchen sind sie am „rattern“ ihrer Nähmaschine erkennbar, die natürlich immer mit dabei ist. Das Nähen, da sind sich die Schwestern einig, wird oft als Handwerk unterschätzt.


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