Start Stadtteile Jülich Spitzengebot lag bei 1000 Euro

Spitzengebot lag bei 1000 Euro

Die selbstgemachten Nanas und Kantenhocker schmückten den Hintergrund der Versteigerung. Auch sie sollten, neben Gemälden aus dem Fundus schon renommierter Künstlerinnen und Künstler, bei der Kunstauktion zugunsten der Stiftung Mädchengymnasium Jülich ein neues zu Hause finden.

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Zum Ersten, Zweiten, Dritten im Mädchengymnasium Jülich | Fotos: Ariane Schenk
Zum Ersten, Zweiten, Dritten im Mädchengymnasium Jülich | Fotos: Ariane Schenk
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Einleitende Worte fand Schulleiterin Christiane Clemens, die nicht nur allen Involvierten dankte, sondern auch Ines Nagelschmitz, Vorsitzende der Stiftung und Initiatorin der Veranstaltung, zum Geburtstag gratulieren konnte. Diese jedoch betonte in ihrer folgenden Rede, dass ihr Geburtstag keine Rolle spielen solle, sondern die Auktion im Vordergrund stehe. Immerhin habe es über ein Jahr gedauert, bis die Idee verwirklicht werden konnte. Die Kunstwerke der Schülerinnen wurden im letzten halben Jahr im Kunstunterricht hergestellt, und manche Bilder der Künstlerinnen und Künstler seien speziell für die Auktion gemalt worden. Zudem animierte sie das Publikum, mitzubieten, immerhin seien die Mindestpreise von Experten aus der Schule festgelegt worden und sehr entgegenkommend, außerdem käme das Geld der Schule zugute.

In seiner Rede als Schirmherr stellte Dr. Peter Nieveler sehr launig die Frage, weshalb er Schirmherr der Auktion sei, und bemerkte sogleich, dass er, einem Schirmherren ungebührlich, ohne „gut gefüllte Brieftasche“ gekommen sei, aber auch ohne seine offizielle Funktion sicherlich die Veranstaltung besucht hätte. Denn auch wenn nach eigener Aussage seine Wände schon voller Kunstwerke seien und er vielleicht nicht mehr so viele Jahre Zeit habe, sich an ihnen zu erfreuen, täte es ihm nicht leid, sie gekauft zu haben, einfach weil sie schön seien. So forderte er die Bieter auf: „Gehen auch Sie meiner Lust und Freude an der Kunst nach“. Selbstironisch fügte er anschließend hinzu, dass er vor zwei Jahren im Herzog-Magazin einen Essay zu den Ansprüchen, die man an einen Schirmherrn stellt, geschrieben habe und er selbst den Ansprüchen nicht genüge. Trotzdem stimme immer noch, dass er stolz sei, Schirmherr der Veranstaltung sein zu dürfen.

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Der Anfang gestaltete sich, der enthusiastischen Moderation des ersten Auktionators Peter Mangold zum Trotz, eher schwierig. Auch wenn sich einige der Künstler, wie etwa Rolf Binder, im Publikum befanden, wurde für viele Bilder nicht geboten oder nur das Mindestgebot bezahlt. Gerade Gemälde mit Schneelandschaften schafften es kaum unter den Hammer zu kommen, was die Auktionatoren mit „Wir haben alle den Winter reichlich satt“ kommentierte. Ein regelrechtes „Bietergefecht“ ereignete sich dann auch zwischen Christiane Clemens und Propst Wolff, welche sich um ein Bild der Propstei Jülich von Walter Huchwajda überboten. Schließlich kam es „heim“ und der Geistliche ersteigerte das Acrylgemälde.

Die „Abteilung ‚Tiere suchen ein Zuhause’“, geleitet von Bettina Groos, konnte den Bietern bessere Gebote entlocken. Es konnten so genannte „Kantenhocker“ ersteigert werden, die von Schülerinnen der Jahrgangsstufe EF hergestellt wurden. Die Tiere, die eine mit einer Gipsschicht gefüllte Flasche zur Grundlage hatten, erzielten meist einen höheren und oft einen mindestens doppelt so hohen Preis wie das Grundgebot. Nur zwei der zwanzig Skulpturen konnten im Rahmen der Auktion nicht verkauft werden.

Nach dem erneuten Wechsel zu Gemälden und Peter Mangold und der recht frühen Beschwerde „Bettina, können wir tauschen? Bei mir kauft keiner“ fingen die Käufer dann doch an, bietfreudiger zu werden. Die vierteilige Bilderserie „Blau in bunt“ von Annette Klein mit einem Startgebot von 240 Euro wurde zu einem schriftlichen Gebot von 1000 Euro ersteigert. Und auch ohne eine „gut gefüllte Brieftasche“ steigerte Familie Nieveler freudig mit.

Diese Atmosphäre zeigte sich auch bei den von der Q1 bearbeiteten Stühlen und der anschließenden erneuten Gemäldeauktion. Die alten Schulstühle wurden mit Schwingschleifern von ihrem Lack befreit, dann grundiert und bemalt und schließlich mit einer neuen Lackschicht versehen. Keiner der Stühle blieb übrig und auch die meisten der Bilder wurden verkauft, wobei die „Laufenten“ besonders brillierten und über das dreifache ihres Mindestgebots erzielten.

Zuletzt wurden „Nanas“, die ebenfalls von Kunstschülerinnen der EF im Stil Niki de Saint Phalles geformt worden waren. Bei einem Startgebot von 20 Euro, mit Ausnahme zweier großer Nanas für 30 Euro, wurden nur drei Figuren nicht veräußert. Eine der Skulpturen wurde letztlich sogar für das Zehnfache des Mindestpreises ersteigert.

Nach einem ersten Kassensturz sind knapp 8000 Euro bei der Versteigerung zusammengekommen.

Fotos: Arne Schenk

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