Wie geht man mit einem Ort um, der einmal die Zukunft sein sollte, aber nie für einen bestimmt war? In „Die unmögliche Rückkehr“ erzählt Amélie Nothomb von einer Reise an ihren Herzensort Japan. Ein Land, das sie ganz offensichtlich so sehr liebt und doch nie dort bleiben kann.
Als „Reiseführerin“ für ihre Freundin Pep Beni – denn schließlich ist sie ja im Land der aufgehenden Sonne aufgewachsen – soll sie nach zwölf Jahren wieder zurück. Sie, die mit Reisen ohnehin möglichst wenig zu tun hat. Sie, die dereinst Tokio zu ihrem Lebensort auserkor, um nach dem Scheitern daran doch in Paris zu landen. Und was für eine Rückkehr das ist: Für Nothomb ist der Kurztrip voller Emotionen, Freudentränen, heimlicher Nostalgie. Dazu der Besuch von Orten, die nicht nur die Ich-Erzählerin, sondern auch „Pep“ völlig in den Bann ziehen. Das Buch ist selbst wie eine Reise zwischen lebensverändernden Tempel-Besuchen, Kultur-Clashes zwischen der direkten Französin Pep und dem über-respektvollen Japan und Zen-Momenten.
Amélie Nothombs Text beschäftigt sich mit den Fragen nach ihrem Selbst, ihrer Vergangenheit, Erinnerungen und dem Hadern zwischen Wille und Wirklichkeit: der Zwickmühle, dass, egal wie sehr man etwas liebt, man manchmal nicht Teil davon sein kann. Dabei webt sie ihre Gefühle so sehr in die Worte ein, dass man beim Lesen selbst ein Gefühl von Nostalgie für Japan bekommt – auch wenn man selbst noch nie dort war.
BUCHINFORMATION
Amélie Nothomb: Die unmögliche Rückkehr | Diogenes Verlag | 144 Seiten | ISBN 10 3257073801 | 24 Euro



















