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Zum achtzigsten Geburtstag von Egbert Samans

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Egbert Samans | Foto: HZG
Egbert Samans | Foto: HZG
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Die älteren Jülicher Bürger kennen Egbert Samans als ihren Mitschüler, Vereinsbruder, Karnevalisten und natürlich als einen erfolgreichen Geschäftsmann mit herausragendem Gemeinsinn.

Das Fachgeschäft Samans wurde von Egberts Großvater Amold Samans vor 125 Jahren in der Düsseldorfer Straße begründet. Mit dem Einstieg seiner Söhne Eduard (Optiker- und Uhrmachermeister) und Wilhelm (Goldschmiedemeister) und dem Umzug in die Kölnstraße wurde das Angebot erweitert.

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Bekanntlich wurde Jülich am 16. November 1944 im Zuge der Befreiung des Kontinents von der Nazi-Diktatur durch einen alliierten Luftangriff fast völlig zerstört. Eduard Samans – der Vater von Egbert – wurde Opfer eines früheren Angriffs auf Jülich. Auch Egberts ältester Bruder wurde bei einem Bombenangriff  am Niederrhein getötet.

Von solchen Schicksalsschlägen wurden damals viele Familien getroffen überall in Deutschland.

Bei ihrer Rückkehr nach Jülich im Sommer 1945 fand Mathilde Samans – die Witwe von Eduard Samans – mit ihren drei verbliebenen Söhnen Egbert, Dieter und Karl in der Jülicher Innenstadt ein scheinbar unbewohnbares Trümmerfeld vor.

Trotzdem machte sie sich zusammen mit vielen anderen „Trümmerfrauen“ unbeirrt an den Wiederaufbau der Stadt und ihres Geschäftes- zunächst in einer Baracke an der damaligen Hubertusstraße (jetzt Ausgang der „Kleinen Kö“ zur Großen Rurstraße).

Als die Mutter 1952 plötzlich starb, entsprach Egbert Samans als nun ältester Sohn (damals war er erst 16 Jahre alt!) wie selbstverständlich den Erwartungen seiner Zeit und verzichtete auf eine eigene akademische Ausbildung. Er verließ das geschätzte Internat in Rheinbach

mit dem „Einjährigen“, um das Optikerhandwerk zu erlernen.

Mit der Erlangung der Meisterurkunde im Jahr 1960 übernahm Egbert Samans die Leitung des Geschäftes „Optik Samans“ in dritter Generation. Sehr bald zeigte sich nicht nur sein überragendes unternehmerisches Talent, sondern auch seine herausragende fachliche Kompetenz.
Viele ältere Jülicher werden sich erinnern, wie er auch für schwierigste Sehverhältnisse eine
überzeugende Lösung fand. Bei seinen Kunden und Optikerkollegen verschaffte er sich Respekt und Bewunderung.

Anerkennung fand auch sein persönliches Engagement für die Blindenhilfe in Kenia der Christoffei-Blindenmission (CBM), wofür er mehrfach seinen Urlaub opferte, um scheinbar „blinden“ Afrikanern – unter anderem durch Anpassung von Brillen – zu helfen.

Bei der Gründung der Jülicher Werbegemeinschaft 1964 war Egbert Samans die treibende Kraft – zusammen mit Matthias Hellman und Heinrich Röttgen-Burtscheid.

Mit seiner mutigen Initiative zum Bau der Passage „Kleine Kö“  1976 prägte er – zusammen mit seinem Bruder Dr. Dieter Samans (Augenarzt in Meers) – städteplanerisch die Innenstadt von
Jülich mit.

Sein Sinn für Tradition, Heimatliebe und seine Liebe zur Kunst mündeten in eine freundschaftliche Beziehung zu dem durch seinen Puppenbrunnen bekannt gewordenen Aachener Künstler Bonifatius Stirnberg. An den Initiativen und der Finanzierung aller drei Stirnberg-Projekte in Jülich war Egbert Samans maßgeblich beteiligt:

Glockenbaum vor der Kleinen Kö (2005)

  Lazarus-Brunnen (1976) zusammen mit seinem

Bruder Dr. Dieter Samans

Muttkrat-Brunnen (2011) zusammen mit

seinem Freundeskreis El(l)ritzen

Natürlich war Egbert Samans auch im Jülicher Vereinswesen aktiv:

seit 1963 Mitglied im Kleinen Rat

der KG ULK Jülich

1977 „Pattühm“ und Ordensträger

der Lazarus Bruderschaft

ab 1980 für 17 Jahre Vorsitzender

des Tennisclubs Blau-Weiß

2002 übergab Egbert sein attraktives Geschäft „Optik Samans“ in die Hände der beiden langjährigen Mitarbeiter Heinz Becker und Gregor Ruegenberg. Seither genießt er seinen Ruhestand.

Vor zehn Jahren traten die ersten Anzeichen einer Krankheit auf, die ihm im weiteren Verlauf viele seiner Fähigkeiten genommen hat.

Er lebt inzwischen, gut betreut, in seinem Ferienhaus in der geliebten Eifel, wo er sich bei täglichen Wanderungen an der Natur erfreut.

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Ein Arzt ist immer im Dienst - im Prinzip jedenfalls. Mit Eintritt ins Rentenalter hat der bekannte Jülicher Kinderarzt ins musische Fach gewechselt: Als Vorsitzender lenkt er die Geschicke des Schlosskonzerte e.V.

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