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Dreimal Gold für Jülicher in Südkorea

Der Jülicher Silvan Petzi hat dieses Jahr drei Goldmedaillen in der Kampfsportart Hapkido errungen – und das im Alter von 16 Jahren. Nach seiner Rückkehr hat er HERZOG-Praktikant Timo Dolfen von seiner Reise nach Südkorea erzählt.

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Drei Bestleistungen durch den 16-jährigen Silvan. Foto: Privat
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Schwimmen gehen, Fahrrad fahren, chillen, Videospiele zocken – diese Dinge waren für viele Jugendliche während der Sommerferien an der Tagesordnung. Doch nicht für den 16-jährigen Silvan Petzi aus Jülich, der bereits seit vier Jahren die koreanische Kampfsportart Hapkido trainiert. Zwölf Stunden saß er diesen Sommer im Flieger, um sein Können in Seoul unter Beweis zu stellen – und das mit Erfolg.

In Seoul errang der Kampfsportler dreimal eine Goldmedaille. Er dominierte in der Kampfdisziplin und begeisterte mit seinem Akrobatikweitsprung. Die dritte Bestleistung errang das Nationalteam gemeinsam: In einer Choreographie präsentierte die Mannschaft Fall-, Schlag- und Sprungtechniken. Auch dafür gab es Gold.

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Teamkamerad Lumumba Nkongo-Muanda, der ihn bereits seit Kindheitstagen begleitet, konnte im Hoch- und Weitsprung ebenfalls mit ersten Plätzen begeistern. Somit konnte sich das aus zehn Kämpfern und vier Trainern bestehende deutsche Nationalteam an einem ganz besonderen Titel erfreuen: Weltmeister.

Weitsprünge und Kampfkünste sind aber noch nicht alles, was Hapkido auszeichnet. Es geht um Körperkontrolle und Selbstverteidigung. So ist Silvan auch an die Kampfsportart geraten. „Meine Eltern wollten, dass ich mich verteidigen kann“, erklärt der 16-Jährige.

Aus diesem Grund begann seine Karriere bereits im Alter von sechs Jahren in Jülich. Dort lernte er die Kampfsportart Taekwondo kennen, der er mit neun Jahren auch im Korean Martial Arts Taekyon e.V. in Koslar weiter nachging. Sein Hapkido-Training konnte erst drei Jahre später beginnen, da das Aufnahmealter für Hapkido in diesem Verein bei zwölf Jahren liegt.

Dann kam der Wechsel nach Dürwiß, wo das Dojo seines Trainers Großmeister Josef Römers liegt. Dieser hat Hapkido direkt in Südkorea gelernt und nach Deutschland gebracht. Dort nahm Silvans Karriere erst richtig Fahrt auf. Trotz Schulalltag trainiert der Jülicher dort zweimal wöchentlich Hapkido und Taekwondo.

Auch am Wochenende wird der Weg zum Erfolg gelegt: Das Nationaltraining ist zwar nur zweimal im Monat, nimmt allerdings ein gesamtes Wochenende ein. Doch das harte Training scheint sich auszuzahlen. Bereits zwei Jahre später nahm Silvan im Alter von 14 Jahren an der Weltmeisterschaft in Thailand teil. Dort hat er gleich zwei Medaillen mit nach Hause gebracht: eine goldene in der Disziplin „Long-Fall“ und eine silberne in „High-Fall“.

In Thailand hat es ihm aufgrund des lockeren Umgangs auch besser gefallen als in Seoul. Dort soll es dieses Jahr weitaus strenger zugegangen sein. Deshalb kann sich Silvan nach der Schule auch eher ein Jahr in Thailand vorstellen – in Südkorea eher nicht.

Dennoch kam der Jülicher auch zum Reisen und hat interessante Eindrücke im Gepäck. Sein Highlight war der Hapkido-Hauptsitz in einem südkoreanischen Wald, der mit seiner aktiven Tierwelt faszinierte. Die kulinarische Kunst Asiens hat ihm zwar gefallen, doch das leckere Essen hatte auch seinen Preis – enorme Schärfe und Verdauungsprobleme seien regelmäßige Begleiter seiner Reise gewesen, fügt Silvan schmunzelnd hinzu.

Ob das seine letzte Reise nach Südkorea war, ist noch ungewiss. Aktuell hat er sich bereits den blauen Gürtel in Hapkido und den schwarz-roten Gürtel in Taekwondo erkämpft. Allerdings müssen Prüfungen für die höchsten Ränge und Gürtel bei den Großmeistern in Südkorea abgelegt werden.

Aufstiege in seinen Lieblingskampfkünsten bleiben aber nicht die einzigen Zukunftspläne, die Silvan preisgibt. Seine sportliche Hingabe scheint groß zu bleiben. Aktuell sieht er seine Zukunft am Nelly-Pütz-Berufskolleg in Düren. An einem Sportabitur bekundet der junge Kampfsportler großes Interesse, schließlich geht er offenbar in seiner Freizeit so gut wie jeder bekannten Sportart nach.

Hapkido und Taekwondo sind allerdings die einzigen Sportarten, für die Silvan in einen Verein eingetreten ist. Deshalb hält der Sportaffine eine Zukunft als persönlicher Fitnesstrainer für realistisch. Beim Sport muss es aber nicht bleiben. Auch ein Medizinstudium hat der 16-Jährige bereits in Erwägung gezogen.


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