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Trauer um Prof. Harald Bolt

Das Forschungszentrum Jülich betrauert den Tod seines Vorstandsmitgliedes Harald Bolt. Die Fachhochschule Aachen verliert mit dem Verstorbenen ihren Hochschulratsvorsitzenden. Ein Nachruf.

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Prof. Harald Bolt (1960-2021) Foto: Forschungszentrum Jülich Ralf-Uwe Limbach
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Prof. Harald Bolt starb in dieser Woche nach schwerer Krankheit im Alter von 60 Jahren. Er war seit 2008 Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich und führte den wissenschaftlichen Geschäftsbereich, zu dem die Energie- und Klimaforschung, das Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik und bis vor kurzem auch die Bio- und Geowissenschaften gehörten. Zuvor war er seit 1999 Direktor am Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching. Von 1980 bis 1985 studierte er in Aachen Maschinenbau und promovierte 1988 an der RWTH Aachen und 1990 an der Nagoya University in Japan.

Der wissenschaftliche Schwerpunkt der Arbeit von Harald Bolt lag auf dem Gebiet der Materialforschung. Er entwickelte unter anderem Werkstoffe und Beschichtungen, die in Fusionsanlagen wie ITER das heiße Plasma einschließen helfen, und untersuchte die Wechselwirkung dieser Materialien mit dem Fusionsplasma. Er nahm zahlreiche Funktionen in nationalen wie internationalen Gremien wahr. Er war unter anderem Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften sowie Vize-Präsident der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften, acatech.

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Harald Bolt hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Jülicher Energie und Klimaforschung am Forschungszentrum Jülich ebenso wie die Bio- und Geowissenschaften tiefgreifende Transformationsprozesse der Gesellschaft forschend mitgestalten. Es entstanden während seiner Amtszeit starke wissenschaftliche Schwerpunkte in diesen Bereichen. Sie tragen mit ihrer Expertise zur Energiewende, zur Bekämpfung des Klimawandels und zum Aufbau einer ressourcenschonenden Bioökonomie ebenso bei, wie zum Aufbau neuer Wertschöpfung und der Bewältigung des Strukturwandels im Rheinischen Revier.

Die FH Aachen trauert um ihren Hochschulratsvorsitzenden: Prof. Bolt stand dem Hochschulrat der FH Aachen seit dem 1. April 2020 vor, er gehörte dem Gremium seit dem 11. Januar 2013 an.

„Wir sind alle sehr traurig und betroffen über diese Nachricht. Der Tod von Prof. Bolt ist ein großer Verlust für das Forschungszentrum, als Kollege, als Mensch, wie auch als Wissenschaftler. Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei seiner Familie. Harald Bolt hatte in seinen langen Jahren im Vorstand großen Anteil an der strategischen Ausrichtung des Forschungszentrums. Er prägte nachhaltig die wissenschaftlichen Themen und die Positionierung der Energie- und Klimaforschung sowie der Bio- und Geowissenschaften. Dafür sind wir ihm zutiefst dankbar. Wir verlieren mit ihm einen exzellenten Strategen und eine starke Persönlichkeit. Jemand, der sich voll und ganz der Forschung verschrieben hatte, gleichzeitig ruhig und ausgeglichen war, sehr humorvoll, und der stets ein offenes Ohr für jeden Einzelnen hatte. Er wird uns sehr fehlen“, würdigte Prof. Wolfgang Marquardt, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich, den Verstorbenen.

Prof. Dr. Marcus Baumann, Rektor der FH Aachen, äußert sich sehr traurig über den viel zu frühen Tod von Prof. Bolt: „Die Hochschule ist bestürzt und trauert: Prof. Bolt war der Hochschule ausnehmend zugetan und hat ihre Geschicke als Hochschulratsmitglied und bis zuletzt – trotz seiner schweren Krankheit – als Vorsitzender äußerst engagiert und mit klugem Rat begleitet. Wir verlieren in ihm einen großen Unterstützer und Freund, und werden ihn mit seiner ruhigen und bedächtigen, aber auch humorvollen und stets sehr wertschätzenden, kritischen Art sehr vermissen.“ Die stellvertretende Vorsitzende des Hochschulrats, Prof. Dr. Dr. h.c. Gisela Engeln-Müllges, sagt: „Es war mir immer eine Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten. Auch noch während seiner schweren Erkrankung hat er sich für alles an der FH Aachen interessiert, und wir standen in regem Mailverkehr. Es ist eine menschliche Tragödie, dass er den Kampf verloren hat.“


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