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Begeisterung für Peter und allerlei Tierisches

Ein Orchesterwerk präsentiert durch Christof Rück an der Orgel und Torsten Laux am Klavier: Prokofjews "Peter und der Wolf" lockte zur "Matinee zur Marktzeit" eine lebhafte Zuhörerschaft in die Jülicher Propsteikirche.

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"Peter und der Wolf" in der Jülicher Propsteikirche. Foto: Ariane Schenk
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„Eine Katze, eine Katze!“ Paula und Levi guckten aufgeregt auf das Bild, das auf der kleinen Leinwand auf den Stufen des Altars erscheint. Die Melodie erklang und schon tanzten die Zweijährigen auf der Kniebank stehend im Takt. Als wenig später der „Wolf“ durch die tief tönenden Klänge ruchbar wurde, suchte Paula dann aber doch lieber Schutz auf dem Schoß des Vaters. In dieser „Matinee am Mittag“ waren „Peter und der Wolf“ eindeutig eine Attraktion in der Propsteikirche, die neben Paula und Levi einige Kinder mehr erlebten.

Torsten Laux, Professor für künstlerisches Orgelspiel an der Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule, und Kantor Christof Rück spielten in einer Transkription für Orgel und Klavier zu vier Händen und Füßen das musikalische Märchen von Sergei Prokofjew. Der russische Komponist fand 1936 sowohl die Musik als auch die Worte für „Peter und der Wolf“. Die ursprüngliche Idee war, Kinder mit der Instrumentvielfalt eines Sinfonieorchesters bekannt zu machen. Dazu diente diese einfache, kleine Geschichte um den Jungen Peter, der vergisst ein Gartentor zu schließen, und Freundschaft mit Tieren pflegt. Eigene Melodien und Klangfarben sind dem pfiffigen Vogel, der tollpatschigen Ente, der räuberischen Katze, dem knötterigen Großvater und natürlich dem „bösen“ Wolf zugeordnet und lassen so die Erzählung lebendig werden.

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Dass Orgel und Klavier ein ganzes Orchester spielend übernehmen können, zeigten Laux und Rück eindrucksvoll: Das trillernde Jubilieren der Querflöte und die kecken Töne der Klarinette ebenso wie das Dröhnen der Hörner und trompeteten Gewehrschüsse. Lediglich das brummende Fagott, das den Großvater intoniert, war etwas „freundlicher“ als vertraut, was dem Vergnügen keinen Abbruch tat.

Dass Helmut Groebel als Erzähler und Anna Rohowsky, die die Tierstimmen sprach, ihre Einsätze punktgenau fanden, dafür sorgte Yvonne Kortmann. Ein Lächeln zauberte sich in die Gesichter, weil die Geschichte ein kleine Anpassung durch Lokalkolorit erfuhr: Da kommt der Wolf von der Sophienhöhe herunter, wird schließlich in den Brückenkopf-Zoo gebracht und die Jäger trinken sich im „Liebevoll“ Mut an, um den „bösen Wolf“ schließlich zu stellen. Eine überaus charmante Idee.

Frans Haacken hat zu „Peter und der Wolf“ in einem zauberhaften Bilderbuch fast scherenschnittartig anmutende Illustrationen gezeichnet. Diese ergänzten als Projektion auf der Leinwand in wunderbarer Weise Musik und Wort. Alles in allem ein gelungenes Gesamtkunstwerk, das die Matinee-Gäste mit reichem Applaus bedachten.


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