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Das Gaumensegel setzen

Wenn das Gaumensegel „gesetzt“ ist, dann geht es los. Kantor Christof Rück bereitet die 90-köpfige Sängerschar des Propstei- chores Jülich, der Chorgemeinschaft Refrath und sogenannter Projektsänger seit einem Jahr auf das große Elias-Oratorium von Mendelssohn-Bartholdy vor. Die Pre- miere ist jetzt in greifbare Nähe gerückt. Ein Probenbesuch.

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Singen nach der Originalpartitur des
Singen nach der Originalpartitur des "Elias". Foto: Dorothée Schenk
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Die größte Herausforderung ist es für den Sänger, die Körperspannung aufrecht zu erhalten, weil es wirklich ein sehr lan- ges Stück ist“, erklärt der Jülicher Kir- chenmusiker. Trotz der Pausen zwischen- durch muss die Sängerschar aufmerksam bleiben. Denn: „Man muss mit Dynamik szenische Bilder entwickeln, Bilder im Kopf erzeugen.“ Schließlich geht es um die eindrückliche Geschichte des Prophe- ten Elias, die in romantischer Musik und sehr emotionalen Texten von tieftraurig bis hoffnungsvoll erzählt wird. „So, wie der Mensch in seinem Glauben auch ist,“ sagt der Katholik Rück. Das begeistert, wie sofort zu spüren ist. Mit großer Disziplin sind die Frauen und Männer im An- dreashaus in Lich-Steinstraß nun seit vier Stunden gut bei Stimme und guter Laune. Das gilt auch, wenn der Einsatz mal ver- patzt wird und es eine leichte Rüge Rücks gibt: „Man sollte sich ein Stichwort ma- chen: Jetzt wieder aufwachen. Im Text heißt es: ,Es geht eine kleine Wolke auf.‘ Wer sich da einen Wecker hinmalt oder so …“ Allgemeines Gelächter bricht sich Bahn.

Es sind diese Entspannungsphasen, die durch Blätterrascheln und rachenfreimachendes Husten zu hören sind, die erkennen lassen, wie hoch die Anspannung kurz vor der Premiere ist. Seit fast einem Jahr wird geprobt. Was veranlasst Menschen, so viel Freizeit einzusetzen? „Meine Liebe und Faszination zum Chorgesang hat mich dazu bewegt, bei dem Projekt mitzuwirken“, sagt Petra Graff, im bürgerlichen Leben Gemeindereferentin. „Der Ausdruck des Glaubens in der Gemeinschaft in Kombination mit der Musik in dieser Form bereichert mein Leben.“

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Auf einen Fingerzeig von Kantor Christoph Rück setzte der Chor ein. Foto: Dorothée Schenk
Auf einen Fingerzeig von Kantor Christoph Rück setzte der Chor ein. Foto: Dorothée Schenk
Vom inhaltlichen und musikalischen Geschehen hat sich auch Josef Engering einfangen lassen. „Das Ringen des Menschen in Gestalt des Propheten Elias und des Volkes Israel mit Gott und Seine unerwartete Selbstoffenbarung wie im Chor 34 ,Der Herr ging vorüber‘ ist faszinierend dargestellt. Nicht im Sturmwind, Erdbeben oder Feuer, sondern in einem stillen, sanften Säuseln nahte der Herr. Die Musik nimmt diese Stimmungen auf und malt Klangbilder. So wird ohne szenische Darstellung die Geschichte Elias lebendig.“ Es ist eine Annäherung, die erfüllt.

Chorleiter Rück geht sogar so weit zu sagen, dass die Beschäftigung mit „Elias“ es ermögliche, die Bibelstelle noch einmal ganz neu und anders zu lesen. „Es ist ein sehr populäres Werk, und es sorgt bei Zu- hörenden wie Gestaltenden für viel Wohl- gefallen“, sagt Rück schmunzelnd.

Aufgeführt wird das Werk in der Propsteikirche Jülich am 19. November, 17 Uhr. Karten gibt es bei den Chorsän- gern, beim Musikstudio Comouth, Große Rurstr. in Jülich, und an der Abendkasse.


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