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Die KuBa-Kneipe gerockt

„Glatt gelaufen“, stellte Paul Kulig trocken fest. Der erfahrene Gitarrist unterstützte mit seinem versierten Handwerk die Formation „Beat it“ bei ihrem ersten Gig in der KuBa-Kneipe.

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Foto: Volker Goebels
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Es hätte gar nicht der Hilfe des Capiluns-Frontmanns Paul Kulig gebraucht. Auch ohne ihn brachte die Band ihre Songs mit sehr viel Verve und der nötigen Spielfreude. Dabei handelt es sich bei „Beat it“ nicht einmal um eine feste Formation, sondern ein Workshopformat der Musikschule Jülich, bei dem die Mitglieder immer wieder andere ablösen. Oftmals aus dem Grund, weil viele der meist jungen Elevinnen und Eleven nach ihrem Schulabschluss zwecks Studiums oder Ausbildung den Wohnort wechseln.

Fester Bestandteil von „Beat it“ ist von Anfang an Drummer Denis Etzkorn. Er gehörte neben Charlotte Oberhoff (Gesang), Juliane Schar (Bass), Lilly Sordy (Gitarre) und Johann Koulen (E-Piano) zur Gründungsformation im Jahr 2014. Der Anstoß zum Projekt kam von Christoph Klemens, dem damaligen Chef des Kulturbüros der Stadt Jülich. Er hat sich auch darum gekümmert, dass der Workshop der Musikschule über den Kulturrucksack NRW gefördert wird.

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Ein Großteil der Bandmitglieder hat auch Einzelunterricht bei Lehrenden der Jülicher Musikschule, erzählt Bernhard Dolfus, Leiter der Einrichtung. Damit betreibt diese aber nicht nur Werbung in eigener Sache. Vielmehr können die jungen Musikerinnen und Musiker ihre erworbenen Kenntnisse in der Praxis ausführen und dadurch neue hinzugewinnen und erreichen somit die nächste Stufe. „Wir fanden das so cool, dass wir beschlossen, regelmäßig etwas zu machen“, erklärt Denis.

Aktuell gehören dazu neben Denis Etzkorn dessen Bruder Jan an der Gitarre, Sängerin Semia Danz, Saxophonistin Finja Grimm, Andi Liang am E-Piano und Akkordeon sowie Lukas Müller am Bass. Betreut wird die Gruppe vom Klavierlehrer Stefan Michalke. Dieser besitzt reichlich Erfahrung als Combomusiker, vornehmlich im Jazzbereich. Dass er auch in Rockbands gespielt hat, lässt sich aus dem Zusammenspiel von „Beat it“ glänzend heraushören. So legt er viel Wert auf das Erarbeiten typischer Song-Formen, die Grundlagen der Improvisation sowie das Zusammenspiel von Bass und Drums. Mit dieser Vorlage wurden sogar anspruchsvolle Stücke wie Pink Floyds Shine on you crazy Diamond und Jeff Buckleys Grace souverän vorgetragen.

Die hervorragende Umsetzung der Vorgaben konnte er leider nicht genießen, da er krankheitsbedingt an diesem Abend passen musste. Allein die superb aufeinander abgestimmte Rhythmusarbeit von Denis Etzkorn und Lukas Müller erwies sich als tragfähiges Gerüst für die Interpretation der Songs. Auch seine Aufgabe als Moderator erfüllte Denis Etzkorn souverän. Seinen Bruder Jan kündigte er mit reichlich Vorschusslorbeeren an. Diese erwiesen sich jedoch keineswegs als Bürde, vielmehr wurde er diesen völlig gerecht. Sowohl von den Akkordstrukturen wie auch den Soli versuchte er, den Vorbildern möglichst nahe zu kommen, beispielsweise bei Hotel California von den Eagles. Damit machte sich die Arbeit von Manuela Riedel bezahlt, ihn innerhalb eines dreiviertel Jahres für diese Aufgabe fitzumachen.

Ergänzend übernahm auch Finja Grimm am Saxophon intonationssicher sehr viele tragende Melodielinien, die im Original von Keyboard und Gitarren stammten. So sorgten sie für einen sehr breiten Sound, wobei sie sich optisch im Hintergrund hielt. Für die passenden Klänge sorgte zudem Pianist Andi Liang. Besonders gelungen war sein Einsatz mit Akkordeon bei „Sweet Dreams“, das den 80er-Synthi-Pop gehörig erdete, wobei er von dem Heavy-Groove der Band perfekt begleitet wurde.

Die Show bestimmt indes Paul Kulig, der sich von der Musik treiben ließ und auch schon mal Bassmann Lukas Müller animierte, mit ihm zu rocken. Auch Sängerin Semia Danz ging nach zögerlichem Beginn immer mehr aus sich heraus und nahm mit ihrer Rockröhre immer mehr Fahrt auf. Spätestens bei „The final Countdown“ und „Ruby“ war sie dann völlig in ihrem Element und riss das Publikum zu Beifallsstürmen hin. So bewies das Sextett bereits gehöriges Gruppenverständnis, bei dem jeder auf die Aktion des anderen achtet und erreichte im Zusammenspiel ein Mehr als die Summe ihrer Einzelteile. Eben das, was eine Band ausmacht.

Fotos: Volker Goebels


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