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Der Winter bringt nur eine leichte Abkühlung

Die Unternehmen im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen trotzen den wirtschaftspolitischen Unruhen wie den drohenden Strafzöllen, dem „Brexit“, den Russland-Sanktionen und der Diesel-Krise.

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Graphik: IHK Aachen
Graphik: IHK Aachen
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„Entgegen den Erwartungen einiger Wirtschaftsanalysten sind die Auftragsbücher der Unternehmen weiterhin voll und die Stimmung gut“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Michael F. Bayer. „Die bereits positive Geschäftslage hat sich seit dem Herbst sogar noch einmal verbessert – und das gilt nicht nur für die Wirtschaft insgesamt, sondern auch für die einzelnen Sektoren“. Einen deutlichen Aufwind verzeichnete auch die Ertragslage der Unternehmen. An der jüngsten Konjunkturumfrage der Kammer haben sich rund 300 Betriebe mit insgesamt rund 22.800 Beschäftigten beteiligt.

Die Aussichten haben sich hingegen zum dritten Mal in Folge leicht verschlechtert. Drei von zehn Befragte rechnen mit einer Verbesserung der Geschäfte in den kommenden Monaten. Jedes sechste Unternehmen befürchtet hingegen einen Rückgang. „Dennoch liegt der Erwartungsindex immer noch über dem langjährigen Durchschnittswert. Insofern ist in den Wintermonaten nur mit einer leichten Konjunkturabkühlung zu rechnen“, erklärt Bayer. Die Exporterwartungen sind trotz der Handelshemmnisse nur leicht eingetrübt. Drei von zehn Betrieben rechnen mit einer steigenden Nachfrage aus dem Ausland.

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Die Investitions- und Beschäftigungsbereitschaft bleibt weiterhin hoch. In beiden Kategorien zogen die Bewertungen spürbar an und erreichten den dritthöchsten Wert der letzten zehn Jahre. Etwa vier von zehn Unternehmen möchten in den kommenden Monaten mehr investieren. Jeder dritte Betrieb erwartet einen Anstieg des Personalbedarfs. Auswirkungen der globalen Handelskonflikte auf die Investitionsbereitschaft befürchtet dabei nur eine kleine Zahl der Unternehmen. Nur jeder achte Befragte gibt an, dass er wegen der Konflikte weniger im Inland investieren will. Geringfügig weniger Betriebe haben vor, die Ausgaben im Ausland zu reduzieren.

Lage in der Industrie zieht an
Die Situation der Industriebetriebe hat sich seit dem Herbst ebenfalls verbessert. Mehr als die Hälfte der Betriebe meldet gute Geschäfte, jedes achte Unternehmen ist unzufrieden. Bei rund vier von zehn Befragten sind die Umsätze in den vergangenen sechs Monaten gestiegen, drei von zehn Unternehmen melden rückläufige Umsätze. Die Auslastung der Produktionskapazitäten stieg hingegen auf 84 Prozent – deutlich über den langjährigen Durchschnittswert von 80,2 Prozent.
Dienstleister sind weiterhin sehr zufrieden
Der größte T eil der Unternehmen im Dienstleistungssektor bewertet die gegenwärtige Lage weiterhin positiv. Bei mehr als der Hälfte der befragten Betriebe haben sich die Geschäfte gut entwickelt, nur zwei Prozent berichten von einer negativen Entwicklung. Fast die Hälfte der Befragten gibt an, dass die Umsätze in den zurückliegenden Monaten gestiegen sind, bei jedem sechsten Unternehmen sind sie gesunken.

Handel meldet positives Jahresende
Im Handel ist etwa jedes zweite Unternehmen gegenwärtig mit seiner Geschäftslage zufrieden, nur jeder neunte Betrieb ist unzufrieden. Im Großhandel hat sich die Situation seit dem Herbst rückläufig entwickelt. Sie wird aber dennoch überwiegend positiv bewertet. Vier von zehn Befragten berichten von guten Geschäften; jeder neunte Betrieb ist unzufrieden. Im Einzelhandel haben sich die Geschäfte zum Jahresende dagegen deutlich verbessert. Mehr als die Hälfte aller Betriebe bewertet die aktuelle Situation als gut, jedes sechste Unternehmen ist unzufrieden.

Hochphase im Bau setzt sich fort
Der Boom im Baugewerbe hat sich auch in den zurückliegenden Monaten fortgesetzt. Mehr als zwei Drittel aller Betriebe bewerten ihre gegenwärtige Lage als gut. Zum achten Mal in Folge meldet kein Unternehmen schlechte Geschäfte.
Handelshemmnisse schockieren Betriebe noch nicht
Zwar ist die Exportnachfrage in den vergangenen Monaten leicht zurückgegangen, mit einem Einbruch rechnen die Unternehmen allerdings nicht. Mehr als jeder dritte Betrieb meldet, dass die Exportumsätze zuletzt gestiegen sind, bei drei von zehn Befragten sind sie zurückgegangen. Die Auftragseingänge aus dem Ausland haben allerdings nur noch eine leicht positive Tendenz. Drei von zehn Befragten melden eine gestiegene Nachfrage, bei einem Viertel ist sie rückläufig. Die Aussichten auf das Exportgeschäft bleiben dennoch auf einem nahezu unverändert hohen Niveau. Drei von zehn Industriebetrieben prognostizieren eine positive Entwicklung des Auslandsgeschäfts, jeder achte Befragte erwartet eine rückläufige Nachfrage.

Erträge der Unternehmen steigen
Die Mehrheit der Unternehmen in der Region Aachen berichtet von gestiegenen Erträgen in den zurückliegenden Monaten – und das inzwischen zum 17. Mal in Folge. Bei jedem dritten Betrieb hat sich die Ertragslage verbessert, bei einem Fünftel sind die Erträge gesunken.

Unternehmen wollen weiterhin mehr investieren
Die Betriebe wollen die guten konjunkturellen Rahmenbedingungen weiter nutzen, um sich durch Investitionen auf die Herausforderungen der Zukunft einzustellen. Vier von zehn Unternehmen haben die Absicht, in den kommenden Monaten mehr zu investieren. Jeder sechste Betrieb plant eine Senkung der Ausgaben. Die Zunahme der Handelshemmnisse führt jedoch bisher nicht zu einer spürbaren Zurückhaltung bei Investitionen. Nur jeder achte Befragte hält aus diesem Grund Ausgaben im Inland zurück. Bei Auslandsinvestitionen ist es nur jedes zehnte Unternehmen.
Betriebe suchen Personal

Die gute Konjunktur führt außerdem dazu, dass die Unternehmen zusätzliche Mitarbeiter benötigen. Ein Drittel aller Betriebe geht davon aus, dass die Zahl der Mitarbeiter in den kommenden Monaten steigen wird. Jedes sechste Unternehmen rechnet mit einem Rückgang. Problematisch bleibt allerdings der Fachkräftemangel: Fast zwei Drittel aller Befragten sehen ihn als größtes Konjunkturrisiko. Der Index ging allerdings erstmals seit drei Jahren wieder leicht zurück. Der Fachkräftemangel beeinflusst zunehmend die Entwicklung der Arbeitskosten, die fast jedes zweite Unternehmen mit Sorge betrachtet.

Die Arbeitslosenquote im Kammerbezirk Aachen lag zum Jahresende bei 5,9 Prozent – 0,6 Prozentpunkte niedriger noch als ein Jahr zuvor. In Nordrhein-Westfalen beträgt die Quote 6,4 Prozent, auf Bundesebene sogar nur 4,9 Prozent.
Der aktuelle Konjunkturbericht ist auf der Internetseite der IHK Aachen unter www.aachen.ihk.de/konjunkturbericht zu finden.

Im Kreis Düren hat sich die Geschäftssituation der Unternehmen verbessert: 53 Prozent der Betriebe bewerten ihre Lage als gut, neun Prozent sind unzufrieden. Gut sind die Geschäfte vor allem im Baugewerbe (Saldo: +71) und im Einzelhandel (Saldo: +50). Die Aussichten haben sich hingegen deutlich eingetrübt: 16 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer guten Geschäftsentwicklung, 14 Prozent mit einer schlechten. Optimistisch zeigt sich insbesondere der Einzelhandel (Saldo: +25).

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