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Die Dürre und der Hambachsee

Historisch niedrige Pegelstände in Deutschlands wichtigen Wasserstraßen und ein Wasserentnahmeverbot auch im Kreis Düren zeigen deutlich die Auswirkungen hoher Temperaturen und fehlenden Niederschlags. Vor diesem Hintergrund fordert der BUND einen „Plan B“ für die geplante Befüllung der Tagebaue Garzweiler und Hambach.

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Der Rhein führt historisch wenig Wasser – auch bei Rheinkilometer 712,6, wo RWE ein gigantisches Entnahmebauwerk zur Wasserentnahme errichten will. Foto: BUND / Dirk Jansen
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Die Pläne sind, vorsichtig formuliert, gigantisch: Aus dem „Loch“, das der Tagebau Hambach aktuell noch ist, soll nichts weniger als der zweitgrößte See Deutschlands werden. Ab 2030 soll über die sogenannten Inszenierungsanlagen Wasser aus dem Rhein den künftigen See befüllen. Dazu hat die Neuland Hambach GmbH in der Vergangenheit bereits zur Bürgerbeteiligung aufgerufen. Hier stand jedoch die Gestaltung der Landschaft rund um die Befüllungsanlage im Fokus. Derzeit scheinen andere Fragen allerdings dringender.

Blickt man aktuell auf Rhein und Rur, um im Rheinland zu bleiben, zeigt sich ein erschreckendes Bild. Bereits Mitte Juli hat die Bezirksregierung Köln die Wasserentnahme aus Seen und Flüssen verboten. Der Wasserstand des Rheins ist „historisch niedrig“, so der Bundesverband der Binnenschifffahrt. Das hat zum einen wirtschaftliche Folgen, ist der Rhein doch wichtiger Transportweg für den Güterverkehr.

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Zudem können die immer häufigeren und länger andauernden Niedrigwasserstände dramatische ökologische Folgen haben, warnt der nordrhein-westfälische Landesverband des Bundes für Umwelt- und Naturschutz BUND. So dient das Rheinwasser beispielsweise auch dazu, die Feuchtgebiete im Bereich von Schwalm und Nette zu erhalten und die „Grundwasserkörper“ beschleunigt aufzufüllen.

Der Rhein führe derzeit so wenig Wasser wie seit Jahrzehnten nicht mehr, so der BUND. Zahlreiche Städte, darunter auch Köln und Düsseldorf, meldeten Ende Juli historische Niedrigwasserstände. Zugleich soll der Rhein künftig gigantische Mengen Wasser für die Befüllung der Tagebaurestseen im Rheinischen Revier liefern. Deshalb seien die bisherigen Planungen zunehmend infrage gestellt, konstatiert der BUND und fordert einen belastbaren „Plan B“ angesichts der zunehmenden Trockenperioden.

Dirk Jansen, BUND-Landesbeauftragter für das Rheinische Revier: „Die aktuelle Dürre ist ein Weckruf. Häufigere und längere Niedrigwasserphasen werden zur neuen Realität. Deshalb muss jetzt geklärt werden, was passiert, wenn die Rheinwasserentnahme über längere Zeit nicht möglich ist. Einen solchen Plan B darf man nicht erst entwickeln, wenn das Wasser fehlt.“

Nach den derzeitigen Planungen soll der Tagebau Hambach sich nach 40 Jahren vollständig in einen See verwandelt haben. Angesichts der aktuellen Lage befindet allerdings BUND-Experte Dirk Jansen: „Die Wasserbereitstellung für die Feuchtgebiete muss absolute Priorität vor der Befüllung der Tagebaugruben bekommen. Ob die Restlöcher in 40 oder 60 Jahren voll sind, ist demgegenüber nachrangig.“

Für den Bau der rund 45 Kilometer langen Rheinwasserleitung sollen mehr als 9000 Rohre von Dormagen ausgehend verlegt werden. Die Bauzeit soll voraussichtlich fünf Jahre betragen, bevor dann die eigentliche Befüllung beginnen kann. Zu den detaillierten Planungen der RWE Power AG.


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