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Planmäßige Schließung

Das Parkhaus Zitadelle ist seit vielen Jahren ein Diskussionspunkt in den Ausschüssen. 2022 soll die Sanierung nun beginnen.

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Einfahrt zur Tiefgarage des Parkhaus Zitadelle. Foto: Dorothée Schenk
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Um es ganz kurz zu machen: Das Parkhaus Zitadelle muss runderneuert werden. Von der Beleuchtung bis zur Regentwässerung und Trinkwasseranlage, von der EDV-Anbindung bis zur Videoüberwachung soll alles neu gemacht werden – einfach weil es sich angesichts des Alters rechnet. Die Videoüberwachung etwa sei aktuell kaum wirksam, weil nur wenige Bereiche erfasst würden. Hier geht es um das Thema Sicherheit. Darum sollen Kameras künftig flächendeckend eingesetzt werden. Die Forderung „mehr Licht“ wird differenziert betrachtet: Statt Dauerbeleuchtung wird die Beleuchtung zu bestimmten Zeiten per Präsenzmelder aktiviert. Statt einer Rund-um-Uhr-Beleuchtung soll eine wirtschaftliche Zwei-Stufen-Schaltung eingesetzt werden, da es viele Stunden am Tag gäbe, in denen kaum Menschen sich in der Tiefgarage aufhalte. Das bringt über 60 Prozent Energieeinsparung, heißt es.

Die als „störanfällig“ bezeichneten Schranken werden ausgetauscht und die neue Anlage mit einer Kennzeichen-Erkennung versehen, wie man sie aus modernen Parkhäusern bereits kennt: Beim reinfahren wird das Kennzeichen erfasst und beim rausfahren öffnet sich – wenn das Ticket bezahlt ist – automatisch die Schranke. Unüblich, so war dem Vortrag zu entnehmen, ist das derzeitige Verfahren, dass Störfälle direkt an die Feuerwache weitergeleitet werden. Auch hier soll nachgebessert werden. Künftig soll der Kassenautmat außerdem statt der „Coins“ – also Markmünzen – die inzwischen üblichen Tickets mit Barcode auswerfen. Das ist das Ergebnis der beauftragten Fachleute Sebastian Klövers vom Planungs-Unternehmen Kempen-Krause Ingenieure und Christian Förster vom Fachbüro für Gebäudetechnik und Brandschutz Förster Engineering, die im Planungsausschuss im Juni eine Bestandsaufnahme und die vorgesehene Sanierung vorstellten „um das Parkhaus in die Zukunft zu bringen“, wie sie es formulierten. Auf rund 20 Jahre könne damit das Parkhaus weiter betrieben werden, blickten die Referenten im Planungsausschuss zuversichtlich in die Zukunft. Natürlich gehe es auch hier nicht ohne eine Wartung, die als Folgekosten mit bedacht werden müssen.

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Ohne Planerhonorar bezifferten sie die Kosten auf rund 5,88 Millionen Euro. Baubeginn soll im Januar 2022 sein. Die Bauzeit soll etwas ein Jahr dauern. Für diese Zeit müssen die Jülicher auf 320 Parkplätze verzichten. Erhalten bleibt dagegen das Parkdeck als Stellfläche. Die Entscheidung zur Sperrung erfolgte bereits bei den ersten Überlegungen, weil bei einer Teilsperrung die Arbeiten langsamer vonstatten gehen müssten, folglich die Maßnahme teurer würde.

Sebastian Klövers riet den politischen Vertretern zu einer raschen Umsetzung und die Bauausführung für das 1. Quartal 2022 zu planen. „Preise explodieren weiter“, gab er zu Bedenken, ganz abgesehen von der derzeitigen Lieferschwierigkeiten von Rohstoff. Hier seien gegebenenfalls steigende Baukosten zu erwarten.

Im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss beantragte die CDU, zu prüfen, ob das Parkhaus nicht an eine professionelle Betreiberfirma verkauft werden könne. „Bei einem Verkauf im unsanierten Zustand wird der städtische Haushalt nicht mit diesen hohen Kosten belastet. Zudem entfällt das Risiko von Kostensteigerungen während der Sanierungsmaßnahme. Da ein professioneller Parkhausbetreiber auch ein Interesse daran hat, langfristig möglichst viele Parkplätze zu vermieten, gehen der Innenstadt auch keine Parkplätze“, heißt es in dem Antrag. Als alternative Finanzierungsmöglichkeit war diese Idee bereits im Planungsausschuss auf den Tisch gekommen. Marco Johnen (CDU) betonte, dass es sich lediglich um einen Prüfauftrag an die Verwaltung handele. Unterstützung fand er nicht nur durch Heinz Frey (JÜL), der sich zu Wort meldete, sondern auch durch den gesamten Ausschuss. Der Antrag wurde angenommen.

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