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Peers Kino Kolumne (4)

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Per Kling. Foto: Gisa Stein
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Vieles müssen wir einfach nur sein lassen, also ganz einfach nicht mehr tun, damit die Welt sich erholt. Anderes müssen wir dringend tun, aus demselben Beweg-Grund. Was haben die „Bewegten“ Bilder mit den ver- heißungsvollen „Bewegungen“ oder englisch „Movements“ zu tun? Es geht um „Die Bewegung“, die uns und die Menschheit retten soll. Es geht darum, etwas zu bewegen und sich zu bewegen, to move. Die Worte Movement und Movie sind sich ja nicht zufällig so ähnlich. Beim „Mo- vie“, den bewegten Bildern, werden wir bewegt. Das Movie bewegt uns, im Inneren wie im Äußeren. Was gibt es Schöneres als das Kino, und wie kann es uns retten? Oder müssen wir – umgekehrt – das Kino und vieles andere mehr retten? Sind wir überhaupt noch zu retten? Können die 24 Bilder in der Sekunde uns weiterhelfen? Hilf mir auf die Sprünge! Tu doch ́was! Now!

THE TREE MOVE-MOVIE
Hier bewegt sich ́was. „The Tree-move-Movie“ ist mir sofort aufgefallen bei den Internationalen Filmfestspielen von Rotterdam, die natürlich auch wieder nur online stattfinden konnten, leider. Und leidvoll war auch, dass ich mich der bezahlten Akkreditierung noch nicht einmal so wirklich wid- men konnte. Probleme kommen eben am liebsten gerade dann, wenn man sie am wenigsten brauchen kann. Aber dieses Bild wird mir in Erinnerung bleiben. Ein riesiger Baum fährt majestätisch von einem Schlepper bugs- iert auf ruhigem Wasser seiner Bestimmung entgegen. Ich konnte die Ent- schleunigung fühlen und auch ein bisschen die Unendlichkeit. Der Film heißt „Taming the Garden“ – „Den Garten zähmen“ und war bei bedeu- tenden Festivals zu sehen, Sundance, Berlinale und nun Rotterdam. Der über drei Jahre hinweg entstandene Dokumentarfilm von Salomé Jashi aus Georgien erzählt von einem Milliardär, der Bäume für seinen privaten Garten sammelt. Manche sind 15 Stockwerke hoch.

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Der gigantische Aufwand erinnert mich an den Film „Fitzcarraldo“ (1982), bei dem sich eben auch Genie und Wahnsinn treffen.

Beim Dreh gab es Tote und Verletzte. Die haben all das, was man sieht, auch wirklich gemacht. Das waren keine Computer-Tricks. Ein von mir sehr geschätzter Pfarrer aus Düren hat sich damals in seiner Predigt sehr über den Film aufgeregt. Und dass dies alles nun schon fast 40 Jahre her ist, kann ich kaum glauben. Jetzt leiden wir schon ein Jahr lang unter Corona und warten alle sehnsüchtig darauf, endlich wieder ins Kino zu dürfen. Zunächst holen wir die bereits annoncierten und dann abgesagten Filme nach, denke ich, Programm satt, wenn sich denn endlich mal ́was bewegt.

Bis dahin noch ein kleiner Tipp für zu Hause, zum Trost

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Peer Kling
Peer Kling, typisches "KFA-Kind", nicht aus der Retorte, aber in der zweiten Volksschulklasse nach Jülich zugezogen, weil der Vater die Stelle als der erste Öffentlichkeitsarbeiter "auf dem Atom" bekam. Peer interessiert sich für fast alles, insbesondere für Kunst, Kino, Katzen, Küche, Komik, Chemie, Chor und Theater. Jährlich eine kleine Urlaubsreise mit M & M, mit Motorrad und Martin.

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