Wegen Unstimmigkeiten ein paar Mal geschoben, war das Thema „WandelParks“ in der vergangenen Stadtratssitzung auch aufgrund von nahenden Deadlines schließlich diskutiertes Thema.
Die Vorgeschichte: Im Rahmen des Förderprojekts „InReNa 2030“ war vorgesehen, eine Fläche zu begrünen und naturnah zu gestalten. Die Politik hatte sich dafür im April 2026 den Koslarer Rottplatz ausgeschaut. In vergangenen Ausschusssitzungen hatte die Stadtverwaltung allerdings klargemacht, dass aus ihrer Sicht der Rottplatz aus Gründen der Abstimmung mit den Anwohnenden und der Finanzierung wegen eine eher schwierige Wahl sei. Das las sich ähnlich auch in der Vorlage: Die Fördersumme beträgt insgesamt pro Fläche 85.000 Euro – 90 Prozent gefördert, 10 Prozent Eigenanteil durch die indeland GmbH, mit der die Stadt Jülich einen Vertrag geschlossen hat. Der aktuelle Kostenvoranschlag von September – bei dem in einem vorherigen Ausschuss betont wurde, dass die Zahlen möglichst niedrig seien – sah für das Unternehmen Rottplatz allerdings eine Summe von insgesamt 309.397,03 Euro brutto vor. Die Stadt müsste also kräftig draufzahlen. Die Empfehlung der Verwaltung: Statt des Rottplatzes könnte eine Fläche an der Bürgerhalle Koslar aufgewertet werden.
Heinz Frey (UWG JÜL) hatte im Ratsinformationssystem eine eigene, günstigere Kalkulation hinterlegt. Seinen Aussagen nach tendiere die Wählerliste weiterhin zum Rottplatz. Er argumentierte unter anderem mit bereits vorhandenen Planungen und Kostenaufstellungen, außerdem sei seines Erachtens das Förderprogramm unter den Gesichtspunkten „Grau in Grün, mitten im Wohnquartier, Hitzeschutz und Bürgerbeteiligung“ gut getroffen. Außerdem betonte er die Verkehrsberuhigung am Kindergarten. Der Vergleich mit dem Platz an der Bürgerhalle sei einer von „Äpfeln mit Birnen“. Es gebe noch keine Planung und Kostenaufstellungen. Seines Erachtens müssten auch dort Baustellenkosten und die Bestückung des Platzes etwa mit Spielgeräten veranschlagt werden. Damit sei man auch über die Fördersumme hinaus und habe die Fläche noch nicht weitergehend begrünt. In seiner Stellungnahme habe er aufgeführt, an welchen Stellen die Standards weiter unten anzusetzen seien – die dennoch entstehenden Mehrkosten sollten es der Stadt im Rahmen von Verkehrsberuhigung und Hitzeschutz wert sein. An der Bürgerhalle wohne außerdem kaum jemand und der Platz sei bereits grün.
Dem widersprach Andreas Wilden (CDU) deutlich. Zunächst hinterfragte er, dass Frey selbst in seiner im System zu lesenden Stellungnahme bereits darauf hingewiesen hätte, dass der gesamte Förderbetrag allein durch Planungskosten verschlungen würde. Tatsächlich stünden sowohl der Rottplatz als auch das Umfeld der Bürgerhalle schon seit Jahren mit ähnlicher Priorisierung im Dorfentwicklungskonzept. Er wolle nicht gegen den Rottplatz argumentieren, da er als Anwohner an einer Aufwertung interessiert sei. Allerdings habe er von der Ankündigung eines neuen Förderkonzepts zum Thema Flächenentsiegelung gehört, das „maßgeschneidert“ auf den Rottplatz passe. Generell sei zu bedenken, was man mit der aktuellen Fördersumme machen könne. Aktuell – sofern man nur die Förderkosten betrachtet – koste das Projekt die Stadt Jülich kein Geld, da die indeland die Planungskosten übernehme. Im FolgendenReichten sprach er sich stellvertretend für die CDU für den Platz an der Bürgerhalle aus. Plakativ formulierte er, das Projekt hieße „WandelParks und nicht WandelParkplätze“. Man wolle eine „relativ brachliegende“ Grünfläche entwickeln und unter anderem um einem Weg erweitern, der einen komfortableren Weg zur Bürgerhalle ermöglicht, ohne um das Gästehaus herumlaufen zu müssen. Des Weiteren malte er Bilder von einer Parkbenutzung und Beschattung im Sommer und einer Boulebahn, die förderfähig sei. Im Kontext dieser Bahn und der bereits vorhandenen Jugendcontainer sei auch eine Verbindung zwischen den Generationen möglich. Man spreche sich aus diesen Gründen für den Platz an der Bürgerhalle aus.
Den letzten Wortbeitrag hatte Christine Klein (Bündnis 90/Die Grünen). Sie gab zu Protokoll, dass ihre Fraktion nicht verstehe, warum so lange diskutiert werde. Den Rottplatz zu entsiegeln und an der Kita vor Ort den Verkehr zu beruhigen, sei ein „super Projekt“, aber da die Mittel dafür nicht reichten sei die Fläche am Jugendcontainer die richtige Wahl.
Die Flächen wurden separat abgestimmt. Dabei wurde sich bei neun Gegenstimmen schließlich für den Platz an der Bürgerhalle entschieden.





















