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Arbeitskultur als Herausforderung

Die Welt ändert sich. Nachhaltigkeit, CO2-Neutralität und Work-Life-Balance sind in aller Munde. Es geht im wirtschaftlichen Wettbewerb auch um den Wettbewerb um die „klügsten Köpfe“. Das sind keine neuen Erkenntnisse. Erforderlich ist aber, aus dieser Erkenntnis Konsequenzen zu ziehen.

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Das Eltern-Büro gibt es beim ETC seit 2019. Foto: ETC Deutschland
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ETC Deutschland, das Hightech-Unternehmen im Energie- und Industriesektor mit weltweit fünf Standorten, will im Stetternicher Staatsforst nicht nur global eine nachhaltige und erneuerbare Energieversorgung „mitdenken“, sondern auch bei der Errichtung von Gebäuden und in der Arbeitskultur neue Wege gehen.

Mit der wachsenden Nachfrage nach Maschinen und Dienstleistungen aus dem Hause ETC seit 2017/18 wuchs gleichzeitig der Bedarf nach einer Erweiterung des Mitarbeiterstammes. „Wir erleben das Wachstum als Digitalisierungsbeschleuniger und auch als Veränderungsbeschleuniger bezüglich der Arbeitsbedingungen“, sagt der Jülicher Standortleiter Andreas Scholz. Seit 2021 hat sich die Zahl der Angestellten auf 400 verdoppelt. „Die Herausforderung ist, trotzdem die eigene Arbeitskultur zu erhalten.“ Dabei geht es vor allem um Fragen der Arbeitssicherheit, aber auch wegen des diffizilen Arbeitsbereiches um Geheimhaltung und eben auch Nachhaltigkeit.

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Das Unternehmen will und wird weiter wachsen. 80 Millionen Euro werden in den Standort Jülich bis 2026 investiert. Mit dieser Perspektive vor Augen reiche es nicht nur, in Maschinen und Gebäude zu investieren: „Wir suchen Fertigungsmitarbeiter genauso wie Verwaltungsmitarbeiter, ITler, Wissenschaftler, Materialwissenschaftler wie Physiker oder Ingenieure und Monteure“, zählt Maurice Emunds als stellvertretender Standortleiter auf.

Der Jülicher Standortleiter Andreas Scholz und sein Stellvertreter Maurice Emunds. Foto: Dorothée Schenk

Geld alleine biete keinen Anreiz. Das Arbeitsklima sei von Bedeutung. Damit hat ETC nicht erst jetzt begonnen: Seit 2019 gibt es bereits ein „Elternbüro“. Wer aufgrund seines Arbeitsbereichs keine Möglichkeit hat, mobil zu arbeiten, aber ein Betreuungsproblem hat – Stichwort Kita Streik – findet ein voll ausgestattetes Büro mit den Extras Spielzeug, Wickelkommode und sogar Netflix-Anschluss vor. Direkt benachbart liegt ein Besprechungszimmer. Normalität ist auch, dass Hunde mitgebracht werden können. Neben den bereits etablierten Gesundheitstagen mit Gelegenheit zum Blutspenden gibt es jetzt neuerdings einen Nachhaltigkeitstag. Freiwillig konnte ein Tag Ehrenamt bei der Jülicher Tafel, in einer Senioreneinrichtung oder einer KiTa übernommen werden. „Die Mitarbeiter kamen alle zurück und haben von sich aus gesagt: Können wir das nächstes Jahr wieder machen? Das war super!“, berichtet Emunds.

Auf die Wünsche der Belegschaft zu achten, gehört zum ETC-Haltungskodex. Aus diesem Grund wird im geplanten Neubau – bei dem übrigens Regenwassernutzung und Dachbegrünung mitgedacht wurden – ein sogenannter Sozialraum mit 160 Sitzplätzen entstehen. Es gibt bisher zwar „Relax Areas“ und Teeküchen, in denen man sich begegnen kann, aber keinen Platz, um mit einer größeren Gruppe zu Mittag zu essen. Das alles dient der Akquise der klügsten Köpfe, denn so die Erkenntnis, die Maurice Emunds formuliert: „Zufriedene Mitarbeiter erzählen ihren Freunden und Bekannten davon. Die eigenen Mitarbeiter sind die beste Werbung.“


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