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Bibliothek weitergedacht

Es gibt viele Gegenstände, die man für einen Einsatz braucht und die anschließend den Rest ihrer Zeit im Keller oder auf dem Dachboden fristen. Als Gegenentwurf dazu hat die Stadtbücherei Jülich die „Bibliothek der Dinge“ gestartet.

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Yvonne Schroiff (l) und Birgit Kasberg (r) präsentieren die Bibliothek der Dinge. Foto: Ariane Schenk
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In der Regalwand sind schon einige Bretter gefüllt: von Riesen-Jenga über Bee-Bots und Baukästen, unter anderem für ein Miniaturauto, ist die Auswahl abwechslungsreich. In der „Bibliothek der Dinge“ der Stadtbücherei Jülich kann jeder Mensch mit gültiger Jahreskarte und ab 18 Jahren ab sofort kostenlos Gegenstände ausleihen, die selten gebraucht werden und damit eine eigene Anschaffung nicht sinnvoll oder zu teuer ist. Das passt perfekt zur Stadt Jülich, die sich ja schon vor geraumer Zeit in Sachen „Nachhaltigkeit“ auf den Weg gemacht hat.“

Es war ein Glücksfall, dass die alten Archivräume leer und somit für das Projekt nutzbar wurden, erzählt Büchereileiterin Birgit Kasberg. Somit konnte der Platz für andere Zwecke genutzt werden: Der School Corner ist umgezogen und ebenso dort beheimatet ist, neben dem „Maker Space“, die Bibliothek der Dinge.

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Sucht jemand noch Mikrophone für eine Karaoke-Party? Oder möchte eine Lehrkraft oder ein Jugendheim das virtuelle Escape-Game ausleihen, um Kinder und Jugendliche für Falschnachrichten zu sensibilisieren? Kein Problem. Aktuell besteht das Inventar noch aus bisher schwer bis unzugänglichem, aber selten gebrauchtem Inventar der Bücherei. Das Angebot soll aber erweitert werden, wenn der nächste Haushalt im Stadtrat beschlossen ist: Ein Teil des Medien-Etats soll ein „Dinge-Etat“ werden. Und auch Sachspenden werden entgegengenommen, allerdings erst nach Absprache. Das kann alles sein, von der kaum gebrauchten Bohr- bis zur Popcornmaschine. Die Vorstellung reicht außerdem von Star-Wars-Backformen bis hin zu Nähmaschinen.

Das Konzept sei ganz im Rahmen der Nachhaltigkeitsbewegung entstanden und auch von mehreren anderen Büchereien, etwa in Düsseldorf und Eschweiler, bereits erprobt worden. Der Start kommt etwas verspätet, da Kabelverlegungen im Rahmen des Projekts „REACT-EU“ und Lieferzeiten für die Einrichtung der Räumlichkeiten abgewartet werden mussten. Doch nun ist überall WLAN verfügbar und die zwei Räume im Untergeschoss der Stadtbücherei ergeben ein stimmiges Gesamtbild.

Stylisch eingerichtet mit Green-Screen ist der Maker Space. Foto: Ariane Schenk

Optisch durch eine Glastür getrennt liegt auf der einen Seite die Bibliothek der Dinge mit Sofa und Tisch, auf der anderen Seite stehen höhere Tische und Stühle für die passende Lernatmosphäre, sowie als Platz für den „Maker Space“. Dieser ist mit Projektgeldern von „WissensWandel“ finanziert worden und es können stationär verschiedene digitale Angebote genutzt werden. VHS umwandeln, Unterlagen Scannen, ein Podcastmikrophon nutzen oder sich mit dem Greenscreen ausprobieren sind nur einige der Möglichkeiten, die hier bereitgestellt werden. „Am schwierigsten zu bekommen war der Videorekorder“, ergänzt Yvonne Schroiff. Die Devise der „neuen“ Räumlichkeiten: Warum selbst anschaffen, was für einen einmaligen Gebrauch ausgeliehen oder ausprobiert werden kann?

Büchereien haben mittlerweile eine neue Relevanz als Treffpunkt und Anlaufstelle gewonnen, berichtet Kasberg. Sie sieht die Bibliotheken auch in der Pflicht, Schulen und ähnliche Einrichtungen zu unterstützen. Gerade dann, wenn es um den so genannten „Medienkompetenzrahmen“ geht, nach dem geschlüsselt ist, in welcher Klassenstufe welcher Grad der Medienfähigkeit erprobt werden und vorliegen sollte – etwa wie Nachrichten überprüft werden können. Die Zeit während Corona habe den digitalen Anspruch aufgezeigt, weshalb ein Umdenken stattfinden und dabei Unterstützung in Anspruch genommen werden musste. Kasbergs Resümee: „Alle Fördergelder haben den Zweck erfüllt, die Stadtbücherei Jülich auf den digitalen Weg zu bringen“.


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