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Muttkrate, Zugereiste und das eigene Selbstgefühl

Der „Jülicher“ ist ein Phänomen: Er ist allgegenwärtig und doch nie einzeln gesehen. Rund 34.000 Exemplare dieser Spezies gibt es laut Auskunft der zuständigen Behörde. Im Vorwort zum passenden Buch hat sich Herausgeber Wolfgang Hommel dazu ein paar Gedanken gemacht.

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Selten jedoch hört man in der alten Stadt an der Rur die bekennenden Worte: „Ich bin ein Jülicher!“ Unter „alten Jülichern“ bekennt man sich eher zum „Muttkrat“, einer alten Bezeichnung für die Bewohner der „historischen Festungsstadt“. Jülicher sind aber auch viele, die noch nicht so lange hier leben und ihren Beitrag zu dem Image Jülichs als „moderner Forschungsstadt“ geleistet haben. Das sind zwei Beispiele für die vielfältigen Wurzeln, aus denen die heutigen Jülicherinnen und Jülicher stammen; eigentlich sind es zu viele und zu unterschiedliche, um pauschal von den Einwohnern sprechen zu können. Weil trotzdem gerne verallgemeinert wird, soll dieses Buch einen Beitrag zum Verständnis dieses „Jülichers“ leisten.

Dr. Peter Nieveler beschreibt die Jülicher als Bewohner einer Stadt und von 15 Dörfern, die seit 25 Jahren zusammenwachsen, seitdem auf gemeinsame Erfolge zurückblicken und immer noch einhellig in gegenseitigem Unverständnis nebeneinander herleben können.

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Herkunft und Wortsinn des „Muttkraten“ geht Dr. Erwin Fuchs nach. In seinen Betrachtungen spiegeln sich viele Aspekte des Lebens in Jülich wider: juristische, soziale, semantische und etymologische. Die historischen und aktuellen Deutungen des Muttkraten sind wissenschaftlich belegt und fundiert erläutert; da sie mit einem Augenzwinkern geschrieben sind, laden sie zum Nachdenken und Schmunzeln ein.

Bereits in historischen Reisebeschreibungen seit dem 16. Jahrhundert werden die Bewohner des Jülicher Landes charakterisiert. Einige Schilderungen sind in diesem Buch enthalten, da sie aus heutiger Sicht manch interessantes Schlaglicht auf unsere Vorfahren werfen; wir werden natürlich nicht allem zustimmen können!

„Der Jülicher, wie er lebt, denkt und spricht“ heißt die thematische Verbindung von Redewendungen des Jülicher Mundartdichters Wilhelm Tilgenkamp. Obwohl die erste Veröffentlichung über 60 Jahre zurück liegt und der Autor teilweise auf seine Jugendjahre weitere 60 Jahre zurückblickte, werden die Leser manches Bekannte aus dem Alltag, vergnüglich geschildert, entdecken.

In den Streifzügen durch Geschichte und Gegenwart der Jülicherinnen und Jülicher wird schließlich von mir beschrieben, aus welchen Wurzeln sich die Bewohner Jülichs heute zusammensetzen. Darüberhinaus werden die Erfahrungen beschrieben, die viele Generationen Jülicher mit ihren Herrschern und Regierungen gemacht haben. Aus der historischen Betrachtung wird vielleicht verständlicher, warum manche Entscheidungen in Jülich nicht einvernehmlich getroffen werden, und warum das „Wir-Gefühl“ trotz des Alters der Stadt nicht sehr stark ausgeprägt ist.

Mit Ausnahme der historischen Reisebeschreibungen sind alle Texte dieses Buches von Jülicher Autoren geschrieben, noch dazu solchen, die hier bereits mindestens in der zweiten Generation ansässig sind. Im Anhang 1 wird untersucht, ob das eine nennenswerte Seltenheit ist.

Das Buch wird vervollständigt durch eine statistische Übersicht über die Einwohnerzahlen der Stadt, soweit sie verfügbar sind.

Ein umfassendes Werk, das seit der Erstausgabe 1997 nicht an Aktualität verloren hat.

BUCHINFORMATION
Wolfgang Hommel (Hrsg): Die Jülicher und ihre Wurzeln | Heimatliche Schriftenreihe des Jülicher Landes, Nr. 20 | Verlag Jos. Fischer | ISBN 3-87227-063-X | 9,90 Euro


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