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Sicher drahteseln

Mit der angestrebten Mobilitätswende sollen die Menschen weg vom Autos und rauf auf's Rad. Doch nicht überall sind die Radfahrer zufrieden mit den Bedingungen.

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Foto: Mira Otto
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Bereits im Juli des vergangenen Jahres wendete sich Tanja Malchow von der Pro Rad Arbeitsgemeinschaft Düren an die Öffentlichkeit, um auf Gefahrenquellen des Premiumradweges zwischen Aachen und Jülich aufmerksam zu machen. Das Thema hier: Die drei Querungen im Stadtgebiet von Jülich und, so steht es in dem Schreiben, die mangelhafte Anbindung an die Innenstadt.

In der Auflistung ist auch die Querung der L241 beim Ortseingang Kirchberg aufgeführt. Hierzu fand mit Pro Rad ein Ortstermin mit der Dorfgemeinschaft Zukunft Kirchberg statt. „Es geht darum, dass Autofahrer und Radfahrer merken, dass es sich um eine Gefahrenstelle handelt“, sagte Andreas Nogga, Vorstandsmitglied der Dorfgemeinschaft. Schon öfter sei es zu Situationen gekommen, bei denen ein Zusammenstoß zwischen einem Radfahrer und einem Auto nur knapp verhindert werden konnte. „Wir kennen auch jemanden, der sich mit dem Rad absichtlich ,hingelegt‘ hat, um vor der Straße noch irgendwie zum Stehen zu kommen“, sagte Astrid Nogga, die ebenfalls Mitglied in der Dorfgemeinschaft ist.

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Bemängelt wurde damals, dass auf der recht stark befahrene Straße nach dem Ortsausgang in Richtung Jülich keine Geschwindigkeitsbegrenzung gilt. Und von Jülich kommend auf der Querung die Sicht für Radfahrer durch Bäume, Sträucher und einen Zaun die Sicht eingeschränkt ist. Damit können kommende Autos schlechter erkannt werden.

Lösungsvorschlag war damals seitens Pro Rad und der Dorfgemeinschaft Zukunft Kirchberg, den Grünstreifen nahe der Querung dafür zu nutzen, um eine Mittelinsel zu schaffen. Zum einen hätten dann die Radfahrer die Möglichkeit, die Fahrtrichtungen nacheinander ins Auge zu fassen, zum anderen würde zu der Verkehr in Richtung Jülich durch die zu fahrenden Kurven verlangsamt. Darüber hinaus wurde eine farbliche Markierung des Radweges angeraten, um dem motorisierten Verkehr den querenden Radweg anzuzeigen.

Foto: Mira Otto

Nun wurden an der Stelle nach Gesprächen zwischen der Stadt Jülich, der Kreispolizeibehörde Düren und Straßen.NRW Maßnahmen durchgeführt, die die Querung sicherer machen sollen.

Unter anderem wurden Schilder zur Vorwarnung (siehe Bild) angebracht. „Die Schilder wurden von Straßen.NRW als Baulastträger der Straße angelegt. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit wurde auf 50 Kilometer pro Stunde begrenzt und die Beschilderungssituation wurde zur Verdeutlichung angepasst“, schreibt Claudia Tonić-Cober, Mobilitätsbeauftragte der Stadt Jülich. Außerdem sei auf dem Radweg selbst die nahende Querung durch eine Furtmarkierung angezeigt und der Baumbewuchs, der die Sicht behindere, werde regelmäßig zurückgeschnitten.

Die von Pro Rad angeregte Mittelinsel ist damit nicht umgesetzt worden. „Mit den oben genannten geschilderten Maßnahmen ist ein guter Kompromiss gefunden, welcher die Sicherheitsbelange sämtlicher Verkehrsteilnehmer berücksichtigt. Wir behalten die Entwicklung natürlich trotzdem weiterhin im Blick“, Tonić-Cober weiter.

Die Dorfgemeinschaft Zukunft Kirchberg und Pro Rad sehen weiterhin Handlungsbedarf. Die Geschwindigkeitsbegrenzung an der Querung sei mit 50 Kilometer pro Stunde immer noch zu hoch. Deswegen wird an dem Lösungsvorschlag der Mittelinsel festgehalten, weil durch die Kurven entlang der Insel den Verkehr in Richtung Jülich ausbremse. Außerdem sind die Radfahrer an der Querung quasi mit einer doppelten Kreuzung konfrontiert. Denn neben dem Autoverkehr führt an der Querung neben der Straße auf dem Bürgersteig ein Radweg entlang. Radfahrer, die den Premiumradweg nutzen, müssen so beispielsweise in Fahrrichtung Aachen erst auf vor ihren querende Radfahrer zu beiden Seiten und anschließend auf den Autoverkehr zu achten. Eine Mittelinsel würde die Situation dergestalt entspannen, dass der Radfahrer bei der Hälfte der Überquerung erneut die Zeit zur Erfassung von weiteren Fahrzeugen hätte.

Einen Vorrang für Radfahrer wird übrigens nicht gefordert. „Auch wenn hier viele Radfahrer unterwegs sind – die Straße ist stark befahren“, sagte Andreas Nogga. Ein weiteres Problem sieht Rob Maris von Pro Rad bei in puncto Beleuchtung. Sie fehlt bei dem Radweg. Gerade für Pendler, die mit dem Rad zur Arbeit fahren, könne dies gerade in den Wintermonaten zum Problem werden. Außerdem gibt ein Schild am Radweg an, dass es keinen Winterdienst auf dem Radweg gibt. „Das zeigt, dass Pendler nicht das ganze Jahr berücksichtigt werden“, so Maris.

 

 

 

 

 


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