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„Wir werden jünger!“

Am 5. Dezember wird der Internationale Tag des Ehrenamtes gefeiert. Gelegenheit, einmal genauer hinzugucken. Allerorten Mitgliedermangel oder sogar Schwund – viele Vereine scheinen es derzeit schwer zu haben, ihren Fortbestand zu sichern. Nicht so in Koslar, wo aus der kfd - katholischen Frauengemeinschaft - jetzt die die christliche Frauengemeinschaft Koslar-Engelsdorf e. V. wurde.

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Der Advents- und Weihnachtsbasar ist die bekannteste Veranstaltung der Frauengemeinschaft Koslar-Engelsdorf. Foto: privat
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Im 52. Jahr ihres Bestehens verzeichnet die Gemeinschaft 350 Mitglieder und ist damit der größte Verein in Koslar und Engelsdorf. Doch damit nicht genug: „Wir werden jünger!“ Das berichtet die erste Vorsitzende Doris van Balen. Der noch recht neue Vorstand – die Frauen sind alle zwischen 50 und 60 Jahren alt – bringt auch neue Frauen mit, und diese vielfach dann gleich auch noch weitere Freundinnen.

Gegründet im Jahr 1970 als Ortsgruppe der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, kurz KFD, änderte der aktive Zusammenschluss von Frauen vor rund zehn Jahren seine Satzung und damit auch den Namen. Seither firmiert die Vereinigung unter der Bezeichnung christliche Frauengemeinschaft Koslar—Engelsdorf e.V. Hintergrund der Satzungsänderung war unter anderem der Beschluss, selbst bestimmen zu wollen, wohin die eingenommenen Gelder fließen. Denn als Teil der KFD werden Spendengelder und Überschüsse deutschlandweit verteilt, die jeweiligen Ortsgruppen entscheiden darüber nicht selbstständig.

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Den größten Batzen an Geldern, die wohltätigen Einrichtungen zugutekommen können, liefert in Koslar und Engelsdorf der alljährliche Advents- und Weihnachtsbasar. In diesem Jahr ist die stolze Summe von 7.000 Euro Reinerlös zusammen gekommen. Am zweiten Novemberwochenende hatten die Frauen in die Koslarer Bürgerhalle eingeladen und an zwei Tagen eine Menge Dekoratives und Leckeres – aus eigener Produktion – angeboten. Nutznießer des Gewinns sollen in diesem Jahr neben Kindergarten und Grundschule im Dorf die Vereine Frauen helfen Frauen e.V. und Herzenssachen (Nähen für „Sternchen“, damit sind todgeborene oder kurz nach der Geburt gestorbene Kinder gemeint, und Frühchen) sowie Peter Borsdorff, der aktuell für das Tanzmariechen der GKG Fidele Brüder Koslar sammelt, die an einer schweren Krankheit leidet (link – der HERZOG berichtete), sein.

Foto: privat

Alle zwei Jahre laden die Frauen der Gemeinschaft zur Karnevalssitzung in die Bürgerhalle ein. Die beliebte Frauensitzung wird ausschließlich mit eigenen Kräften bestückt, da schlüpfen die Aktiven des Vereins in die Rolle von Büttenrednerinnen, schauspielern, tanzen und unterhalten ihr Publikum prächtig. „Weil wir alles selbst machen, kommt natürlich auch hier einiges an Spendengeldern zusammen“, freut sich die Vorsitzende. Die nächste Sitzung ist für 2024 geplant.

Neben diesen beiden, auch bei Nicht-Mitgliedern, gut bekannten Veranstaltungen bietet das Jahresprogramm der Frauengemeinschaft noch eine Menge weiterer Punkte, Tendenz auch hier: steigend. Einmal im Jahr steht ein Ausflug an. Der ist übrigens auch für Nicht-Mitglieder „geöffnet“. Diese zahlen einfach einen etwas höheren Beitrag. Zum zwei Mal pro Jahr stattfindenden Erzählfrühstück im Pfarrheim sind dann ausschließlich Vereinsmitglieder eingeladen. Dieses Jahr waren etwa 80 Frauen beim „schönen Frühstück mit Sekt und regionalen Leckereien“. „Da ist eine Menge Zeit zu quasseln und eine Lautstärke wie beim Kindergeburtstag“, muss Doris van Balen bei der Erinnerung an die gelungene Veranstaltung noch im Nachhinein lachen. Am 7. Dezember ist noch eine Fahrt zum Weihnachtsmarkt, in diesem Jahr nach Bonn, geplant.

Normalerweise geht es einmal im Jahr zur Wallfahrt nach Moresnet – wegen der Corona-Beschränkungen musste das allerdings in den letzten beiden Jahren ausfallen. Auch eine Einkehr im Schönstattzentrum Puffendorf steht im Jahreskalender der christlichen Frauengemeinschaft. Und natürlich wird zwischendrin für die Karnevalssitzung geprobt und am Programm gefeilt. Bereits im Sommer beginnen die ersten Treffen, bei denen gemeinschaftlich für den Basar gebastelt wird. Ist ein Mitglied ernsthaft erkrankt, bekommt die betreffende Frau in jedem Fall Besuch von ihrer Gemeinschaft. Und auch, wer 80 Jahre oder älter wird, darf sich auf einen Geburtstagsbesuch freuen, samt Geschenk versteht sich. Geschenke gibt es ebenfalls zu runden Ehejubiläen. Zukünftig sollen die circa 350 Mitglieder noch mehr in die Planungen eingebunden werden und Wünsche äußern – zum Beispiel per Abfrage auf kleinen Zetteln, die beim Ausflug verteilt werden und Ideen für das Ziel der nächsten Reise bringen. Auch eine „Art Night“ zum selbst kreativ werden oder ein Info-Abend rund um das Thema Pflege ist angedacht.

Eine Menge Programm und Angebot also, das die Koslarer und Engelsdorfer Frauen ehrenamtlich auf die Beine stellen – vielleicht ist das ein Teil des Geheimnisses, warum die Frauengemeinschaft vom Mitgliedermangel verschont geblieben ist.


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