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Nah versorgt oder Versorgung naht

„Kein Dorf zurücklassen“, könnte man in einer Abwandlung des Kreis- Dürener Programms für das Kindswohl titeln. In den Stadtteilen Jülichs herrscht zuweilen Unmut. Im Zuge des Intergrierten Handlungskonzeptes für die Innenstadt fürchten sie, aus dem Blickfeld zu geraten. Zufriedenheit dürfte allerdings zumindest in den nördlichen Stadtteilen und Koslar einziehen. Hier sind Entwicklungen auf den Weg gebracht.

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Blick auf das Flurstück, auf dem der neue Discounter entstehen wird. Foto: Olaf Kiel
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Es tut sich was im magischen Dreieck zwischen Welldorf und Güsten oder Güsten und Welldorf. Auf die Reihenfolge habe man sich noch nicht geeinigt, frotzelten die Ortsvorsteher Erich Gussen und Christian Klems sichtlich gut gelaunt. Auf allen Plätzen im Bürgermeisterbüro bei Axel Fuchs strahlende Gesichter: Fünf Jahre voller Höhen und Tiefen, von denen das Ortsvorsteher-Duo Gussen / Klems sprechen, sind Geschichte. An der L 231 in Richtung Stetternich wird ein Discounter gebaut. Die Verträge sind unterschrieben. Hans-Wilhelm Hambloch, Spezialist für Einzelhandelsprojekte und Niederlassungsleiter der IPH in Köln, kam zur Besiegelung per Handschlag mit Klaus Geruschke, Expansionsleiter bei „Norma“, und Bauunternehmer Felix Dierken aus dem Kreis Vechta in Niedersachen.

Der Zeitpunkt ist darüber hinaus zur Freude der Ortsvorsteher günstig, denn an den vielen Theken zu Karneval kann endlich die oft gestellte Frage beantwortet werden: „Wann kommt es denn endlich?“ und „Warum tut sich nichts?“ Einen konkreten Zeitplan hat der Bauunternehmer und Investor, dessen Spezialität wohl der „Supermarkt zum Festpreis“ ist, nämlich schon. Investor Felix Dierken würde gerne im Oktober 2020 mit dem Bau beginnen, damit „Norma“ schon das Ostergeschäft 2021 mitnehmen könne. Das verursachte bei Klaus Geruschke, Norma-Expansionsleiter, glänzende Augen, denn auch im eigenen Unternehmen musste wohl Überzeugungsarbeit geleistet werden.

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Das galt übrigens auch für die Bezirksregierung Köln als Genehmigungsbehörde, wie Martin Schulz als erster Beigeordneter erzählte. Um vom Standort und der erforderlichen Größe zu überzeugen, habe der Bürgermeister höchstselbst in Köln vorgesprochen. „Das hat Eindruck gemacht“, sagt Schulz, „weil es die Wichtigkeit des Projektes unterstreicht.“

Schulz signalisierte dem Investor und den Projektbeteiligten Unterstützung. Normalerweise würde das Verfahren ein Jahr dauern. Durch etliche Vorarbeiten sei eine Beschleunigung möglich. Im jüngsten Planungs-, Umwelt-, Bauausschuss sind die Weichen gestellt worden. Übrigens wurde zeitgleich das Neubaugebiet Sandweg in Güsten auf den Weg gebracht. Der Aufstellungsbeschluss für 48 Grundstücke ist erfolgt.

Die JÜL brachte erneute einen Antrag ein, der sich mit der Nahversorgung in den Ortschaften beschäftigten soll. Im Sommer 2019 forderten sie sogar „im Rahmen des Dorfentwicklungskonzeptes zunächst ein Fachbüro zu beauftragen, die aktuelle Situation in den Jülicher Stadtteilen emeut zu erfassen, bzw. vorliegende Studien zu aktualisieren und zugleich Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, um die Nahversorgung ortsspezifisch zu erhalten, bzw. zu verbessem.“

Dabei sind sowohl Koslar als auch Barmen und die südlichen Ortsteile auf einem gutem Weg.

Blick auf die Rathausstraße / Ecke Kreisbahnstraße, wo das Apotheker- und Ärztehaus entstehen soll. Foto: Olaf Kiel

In ist Koslar der Aufstellungsbeschluss des Baus eines Ärzte- und Apothekerhauses an der Rathausstraße und vis-à-vis des örtlichen Discounters verabschiedet worden. Damit wäre der größte Stadtteil von Jülich ebenfalls auf dem Weg zur Nahversorgung als Rundum-Paket. Ein neues Baugebiet ist ebenfalls bereits in Aussicht. Koslar wächst.

Barmen hat durch sein DORV-Konzept bereits vor Jahren eine Selbstversorgung entwickelt – einschließlich privatem DORV-Bustransfer auf Zuruf, von dem auch der Nachbarort Merzenhausen profitiert.

Aus dem Projekt „Dörfer an der Kante“ könnten die südlichen Stadtteile Bourheim, Kirchberg und Altenburg neue Chancen gewinnen. Start war im Januar. Wie aber am langen Entwicklungsprozess in Jülichs Norden zu sehen ist: Manchmal sind die Wege lang und steinig und brauchen Beharrlichkeit und Geduld. Das ist nicht immer einfach.


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