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Christof Rück

Er ist der Herr der Orgelpfeifen und ein Kantor mit Herz für Bundesliga: Christof Rück.

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Christof Rück. Foto: La Mechky Plus
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Wenn in der Kirche am Marktplatz, der Propsteikirche St. Mariä Himmelfahrt, die Orgel erklingt und die Gottesdienste musikalisch erfüllt sind, dann steckt Christof Rück dahinter. Er ist der Mann, der die „Königin der Instrumente“ zum Klingen bringt. Als Kantor sorgt er dafür, dass kirchliche Feiern und Zeremonien stets eine passende musikalische Begleitung haben – gerade im Advent und zu Weihnachten ist er im Dauereinsatz.
Geboren in Würzburg, aufgewachsen in Bamberg ist Christof Rück über den Umweg Saarbrücken und Düsseldorf 2014 nach Jülich gekommen. Schon früh wurde seine musikalische Begabung gefördert. In Bamberg besuchte er ein musisches Gymnasium. Eine Entscheidung, die er bis heute als Glücksfall betrachtet. „Es gibt ja nicht viele musische Gymnasien, aber in Bamberg gab es Gott sei Dank eins. Da ist Musik Hauptfach, und wenn man musikaffin ist, konnte man seinen Abischnitt gewaltig verbessern“, erzählt Rück mit einem Schmunzeln. „Das war wirklich ein Segen für mich.“

Musik spielte in der Familie Rück immer eine große Rolle. Orgel war natürlich nicht das erste Instrument, an dem sich der junge Christof erprobte. „Wie das so ist: Irgendwann fragen die Eltern, ob man ein Instrument lernen will.“ Christof entschied sich damals für Klavier und Trompete – inspiriert von seinen beiden älteren Brüdern: der eine Trompeter, der andere Pianist. „Dankenswerterweise“, wie Christof sagt, hätten ihm seine Eltern das Spielen an den Tasten beigebracht. Dem Angebot, wie der ältere Bruder eine schulische Ausbildung bei den Regensburger Domspatzen zu absolvieren, erteilte er allerdings eine Absage. Zwar habe er die Möglichkeit, dort vorzusingen, genutzt – sogar vor Georg Ratzinger, dem Bruder des späteren Papstes Benedikt XVI. – sich dann aber dagegen entschieden: „Ich fand das unfassbar gruselig, nicht mehr bei den Eltern zu wohnen, sondern irgendwo in einem Internat.“ Dass er irgendwann einmal Kirchenmusiker werden würde, zeichnete sich jedoch früh ab. Neben der Musikalität führt er es auf seine katholische Sozialisierung zurück, zu der selbstverständlich sonntägliche Gottesdienstbesuche gehörten. „Irgendwann fragt man sich, wo die Musik herkommt. So kommt man dem Instrument näher. Wenn man Glück hat, kann man es erlernen, und über die Orgel findet man dann zur Kirchenmusik.“ Darüber hinaus spielte er als Jugendlicher mit seinen Bands bei verschiedenen Gottesdiensten mit.

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Welches seine Lieblingsorgel ist? „Meine Orgel in der Propsteikirche“, strahlt der Kantor. Sie stammt von der Firma Vleugels und ist als III/45 – Opus 320 gelistet. Besonders gerne studiert er große Chorprojekte ein. „Sei es Mozarts Requiem, Brahms’ Requiem, den ,Elias’ oder auch die Aufführungen mit dem Kammerchor. Das sind immer tolle Events, weil sie von langer Hand geplant sind. Es ist natürlich mit viel mehr Anstrengung verbunden, weil man mit anderen zusammen musiziert. Aber wenn dann der Funke in einer vollen Kirche überspringt, ist das etwas ganz Besonderes“, erzählt der Kantor begeistert. „Wir versuchen, eine solche Veranstaltung 2027 erneut auf die Beine zu stellen“, verrät er.

Neben seinen Aufgaben in der Propsteikirche begleitet Christof derzeit an der Orgel verschiedene Chöre im Jülicher Land. Dazu gehören unter anderem der Propsteichor, der Kirchenchor aus Koslar, zwei Kinderchor-Gruppen an der Katholischen Grundschule sowie ein Kammerchor. So sorgt er über die Kirchenmusik hinaus im Jülicher Land für musikalische Vielfalt.

Spielen könnte er auf der Orgel fast alles, selbst Stücke von Prince, bestätigt er auf Rückfrage. Dafür bräuchte er nur die Noten, und schon könne er loslegen. „Es ist ein klischeehaftes Vorurteil, dass man glaubt, man spielt nur Kirchenlieder auf der Orgel und, wenn es hoch kommt, vielleicht noch ein bisschen Bach.“ Viele Bearbeitungen von Pop- und Filmmusik gebe es für die Orgel, „zum Beispiel die Titelmusik von Star Wars“. So zeigt der Musiker, wie vielfältig und lebendig Orgelmusik heute sein kann.

Neuerdings spielt er in Jülich nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Band jazz4u, zuletzt im November. Doch nicht nur Musik steht bei ihm hoch im Kurs, auch Sport gehört zu seinen Lieblingsbeschäftigungen. Aktiv trainiert er im Fitnessstudio, passiv gilt die Leidenschaft dem Fußball: „Ich bin wie viele andere auch: Samstags um 15.30 Uhr hänge ich bei WDR 2 und verfolge die Bundesliga“, sagt er schmunzelnd. Seine Lieblingsmannschaft ist Eintracht Frankfurt. Wie es dazu kam? „Die Eltern meiner Mutter kommen aus Unterfranken, und wenn wir früher unsere Großeltern besucht haben, war der Weg nach Frankfurt kürzer als der nach Nürnberg.“ So entstand in den 1980er Jahren seine bis heute anhaltende Liebe zur Eintracht.

Ob bei großen Chorprojekten oder allein im Gottesdienst: Christof Rück spielt mit Leidenschaft, und sein Beruf ist längst zu seiner Berufung geworden.


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