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Praktisch die Schöpfung schützen

Seit 2021 leitet das Motto „Schule schützt Schöpfung“ den Patronatstag im Mädchengymnasium Jülich an, mit dem Ziel zur Zukunftsfähigkeit der Schülerinnen beizutragen. Die Schule wechselt jedes Jahr zwischen einer Stadtreise für historische und kulturelle Eindrücke und einem Projekttag mit zwei Blöcken, die nachhaltige Themen theoretisch und praktisch thematisieren. In diesem Jahr lag ein besonderer Schwerpunkt auf dem Thema Konsum und Verantwortung, in Bezug auf Medien, KI und Cybergrooming.

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Hier entstehen Igelfutterhäuser. Foto: Britta Sylvester
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Echt oder fake? Darum ging es im Workshop „Umgang mit KI“. Organisiert und geleitet wurde das Programm von den Lehrkräften Laura Heidbüchel und Carmen Pomareda, die mit der Besprechung von bekannten Trends mit der KI einstiegen. Spielerisch, aber ausführlich ließen sie in einem Quiz “Echt oder fake?” die Schülerinnen beurteilen, ob Bilder, Stimmen und Videos KI-generiert oder echt waren. Durch Abstimmungen und Diskussion wurde es lebhaft und spannend, denn nicht immer herrschte Einigkeit über zu hinterfragenden Content. Sieben von elf Herausforderungen meisterte die achte Klasse. Bei vier haben sich die meisten aber auch täuschen lassen. Aber auch die Lehrerinnen gaben zu, dass es manchmal schwer ist, KI-generierte Inhalte an etwas festzumachen, trotzdem gelang es den Schülerinnen mit der Zeit immer besser.

Abgeschlossen wurde der Workshop mit einem Spiel, in welchem die Achtklässlerinnen sich abwechselnd gegenüberstanden, um diskutable Themen bezogen auf die KI gemeinsam zu hinterfragen. Dazu gehörten Umgang, Möglichkeiten und Richtlinien, die eingeführt werden könnten. Der Lautstärke entsprechend kann man sagen, dass jedenfalls alle Schülerinnen etwas zu diesen Themen zu sagen hatten. Mit nach Hause nahm jede einen “Guide”, dargestellt durch ein Arbeitsblatt, der die Regeln für den sicheren Umgang nochmal verdeutlicht, um einen bewussten Umgang mit KI zu erreichen.

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Auf der grünen Wiese hinter dem Schulgebäude wurde währenddessen fleißig gewerkelt, derweil Igeldame „Bella“ in ihrer Transportkiste, versteckt unter einem Haufen Stroh, das muntere Treiben verschlief. Elf Schülerinnen des Mädchengymnasiums verbrachten diesen Patronatstag damit, aus Restholz Futterhäuser für Igel zu zimmern. Gemeinsam mit Sandra Flashar, sonst fürs leibliche Wohl der Schülerinnen zuständig, engagierte sich diese Gruppe Mädchen ganz praktisch für das Motto „Schule schützt Schöpfung“.

Praktisch orientiert unterwegs war auch die Klasse 5b, die gemeinsam mit ihrer Lehrerin Christina Engels ein ausrangiertes, fast deckenhohes Regal in eine „Tauschbörse“ umwandelte. Mit Farben, Pinseln und Lappen rückten die Schülerinnen den Holzbrettern zu Leibe und verliehen dem Ganzen ein hübsch-buntes Gesicht. Künftig soll hier „alles, außer Lebensmitteln, Kleidung und Schuhen“ getauscht werden können. Seinen Platz hat das Tauschregal in der „Essbar“ der Schule. Ein Plakat, das im Laufe des Tages entstand, regelt genau, was dort im Sinne der Nachhaltigkeit getauscht werden darf.

Eine achte Klasse hatte ebenfalls auf dem Außengelände ihre Werkstatt aufgeschlagen. Zusammen mit Bernhard Dammer reparierten die Schülerinnen Fahrräder. „Das schwarze Ding da,“ musste raus aus der Felge, aber zuerst galt es, das Hinterrad aus seiner Halterung zu holen. Ein triumphierendes „Ich hab’s!“ markierte den Erfolg. Mit offenbarer Freude probierten die Jugendlichen sich am Löcherflicken und Bremseneinstellen. Ein hilfreiches Angebot, von dem sie sicher profitieren würden, waren sich die Schülerinnen sicher, denn „in der Freizeit“ seien sie schon viel mit dem Rad unterwegs.

Eher gedanklich gearbeitet wurde im Workshop „Girls go circular“, zu dem die Schule sich zwei externe Referentinnen vom „IW Junior Maker Space NRW“ eingeladen hatte. Die Aufgabenstellung lautete: „Geht durch die Schule, schaut, wo es Verbesserungspotenzial gibt, und dann suchen wir gemeinsam eine Lösung“, formulierte Antonina Dagge. Im Rahmen ihres Projekttags“ sollten die Schülerinnen als „Gründerinnen“ konkrete Ideen entwickeln, wie „sie Konsum in der Schule nachhaltiger gestalten können – praxisnah, lösungsorientiert und mit Fokus auf Selbstwirksamkeit“, erläutert Dagge die Idee. Hinter der IW Junior gGmbH steht das Institut der deutschen Wirtschaft.

Umgang mit KI Workshop. Foto: Ida Bialuschewski

 


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