Musikalisch wurde schnell klar, wo die Reise hingeht: Die Rotten Tigers, bestehend aus Schlagzeuger Erich Gussen, Bassist Christoph Uerlichs sowie Sänger und Gitarrist Berthold Peters, bleiben ihrer Linie treu und spielen genau die Songs, die sie selbst seit ihrer Jugend begleiten. Klassiker von den Stray Cats, den Ramones bis hin zu Green Day gehören fest zum Repertoire.
Von Beginn an war Bewegung im Raum. Zwar brauchte es ein paar Songs, doch spätestens ab dem vierten Stück hielt es viele nicht mehr auf den Plätzen: Das Publikum begann, sich rhythmisch zur Musik zu bewegen, zu tanzen und sich ganz auf den Abend einzulassen. Die Energie der Band übertrug sich direkt – und machte das Konzert zu einem mitreißenden Erlebnis.
Ein besonderes Highlight folgte später am Abend: Die Band holte sich Verstärkung aus der eigenen Familie auf die Bühne. Jannis, der Sohn des Gitarristen, unterstützte die Band mit einer Gitarre, ebenso seine Schwester Merle mit einer Geige. Dazu kam die Tochter Marit des Schlagzeugers am Keyboard und ebenfalls an der Geige. Für einen Song wuchs die Formation so zu einer sechsköpfigen Band an – ein Moment, der nicht nur musikalisch, sondern für die Band auch emotional herausstach. Auch klanglich zeigte sich die Band flexibel: Für einen ruhigeren Part wechselte der Schlagzeuger auf eine Cajón und brachte damit eine andere, akustischere Atmosphäre ins Set.
Die Geschichte der Rotten Tigers reicht dabei deutlich weiter zurück, als es der augenzwinkernde „60er-Anlass“ vermuten lässt. Erste gemeinsame musikalische Schritte gab es bereits in der Schulzeit, später formierte sich die Band Anfang der 90er-Jahre aus verschiedenen Projekten heraus. Ein ursprünglich geplanter Auftritt auf einer Hochzeit brachte die drei schließlich dauerhaft zusammen – und auch wenn die Hochzeit auf sich warten ließ, blieb die Band bestehen. Seitdem stehen immer wieder kleinere Auftritte auf dem Programm, darunter auch Gigs als Vorband bei größeren Veranstaltungen. Große Tourneen sind nicht ihr Ziel – vielmehr geht es um die Freude an der Musik und darum, die Songs zu spielen, die sie selbst geprägt haben.
Der Bandname entstand übrigens eher pragmatisch als geplant: „Man musste sich irgendwann einfach entscheiden“, erzählen sie im Gespräch. Aus verschiedenen Ideen entwickelte sich schließlich der Name „The Rotten Tigers“ – geblieben ist er bis heute. Am Ende des Abends war vor allem eines klar: Das Publikum hatte Spaß. Und die Band ebenso. Vielleicht ist genau das das eigentliche Jubiläum – nicht eine bestimmte Jahreszahl, sondern Jahrzehnte gemeinsamer Musik.
































