2026 ist noch nicht halb rum, da muss schon manche Planung fürs dritte Quartal 2027 beginnen. Das gilt auch für das Pasqualini-Zeitsprung-Festival, das nach dem Einstand 2025 alle zwei Jahre stattfinden soll. Laut Vorlage steht auch schon der vorläufige Termin: Der 3. bis 5. September, also das Wochenende nach den Sommerferien.
Die Verwaltung war nun auf den Ausschuss für Kultur, Dorf- und Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung (KDSW) herangetreten, um eine erste Abstimmung über Finanzen einzuholen. Zwar soll das kommende Pasqualini-Zeitsprung-Festival – so betonte es auch Thomas Mülheims, Dezernent für Sozial, Bildung und Kultur, mehrfach – erneut zu möglichst 100 Prozent förder-, drittmittel- und sponsorenfinanziert sein, die Stadt also, abseits von Personal, nichts kosten. Dennoch sei insbesondere für die Verträge im Rahmen des Programmes eine so genannte kommunale Ausfallgarantie notwendig. Diese greife im unwahrscheinlichen Fall, dass die Veranstaltung doch ausfalle und sei eine Absicherung, die nur im Bedarfsfall in Anspruch genommen werde. Es sei nicht angestrebt, dieses Geld zu benutzen. Festgelegt wurde in der Sitzung eine Summe von 100.000 Euro, die der Vorlage noch nachträglich hinzugefügt wird.
Große Diskussion löste, wie zu erwarten war, die zeitliche Nähe zum Fest der Kulturen aus, das ebenfalls alle zwei Jahre, in ungeraden Jahren und im September stattfindet. Mülheims betonte, dass hierzu bereits mehrere Lösungs-Varianten erarbeitet worden seien, um die Feste koexistieren zu lassen – oder sogar zu verbinden. Etwa, indem das Fest der Kulturen auf 2028 verschoben, allerdings ein internationaler Bereich entweder eigenständig oder aber als Teil des Kultur-Bereichs an das Pasqualini „angedockt“ werde. Den Ausführungen war zu entnehmen, dass dies entweder ein Ausweichplan sein könnte oder ein Plan mit Zukunftscharakter: Einer Alternative zufolge könnte es ab 2027 jedes Jahr ein großes Fest in Jülich geben sowie für das Fest der Kulturen und die internationale Community sowohl in ungeraden als auch in geraden Jahren die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Mülheims lobte das Fest der Kulturen als „sehr, sehr guten Bestandteil“ des regelmäßigen Jülicher Fest-Programms, weshalb man auch daran interessiert sei, dieses Fest nicht kaputtzumachen, sondern es genauso vernünftig zu veranstalten. Harald Garding (SPD) fügte an, dass man den Integrationsrat einbeziehen sollte.
Eine spontane Planungs- und Konzeptänderung schlug Susanne Schlüter (Die Grünen) vor. Sie gab zu bedenken, dass wenn das Pasqualini-Zeitsprung-Festival so herausragend sei, man es vielleicht alle vier statt zwei Jahre – also im WM-Turnus – veranstalten solle. Dann sei auch die Frage der Ausfallsummen möglicherweise keine so große. Das Fest der Kulturen habe nie so hohe Ausfallsummen gehabt, sondern greife auf Erfahrungen in Veranstaltungstechnik und Programmgestaltung zurück, die es planbar machten. Das Pasqualini könne sich insofern am Fest der Kulturen, aber auch an anderen Jülicher Veranstaltungen ein Vorbild nehmen. Insbesondere empfahl sie, Kulturschaffende aus Jülich zu nutzen, wenn auch sicher ein „Magnet“, beispielsweise eine bekannte Band für einen Abend, gebucht werden könnte. Für dieses Vorhaben sei der Zeitpunkt nach den Sommerferien schwierig, da etwa (Musik-)Schulorchester für das Pasqualini nicht üben könnten. Innerhalb von drei Jahren könnten sich Kinder aber entsprechend vorbereiten. Dezernent Mülheims drückte aus, dass ihn diese Aussage etwas verwundere. Wer dabei gewesen sei, habe gesehen, dass im letzten Jahr über drei Tage ein „gigantisches“ Festival gefeiert wurde und dass vom Planungs-Team etwas geschaffen worden sei, das für einen ersten Aufschlag aller Ehren wert sei. Er betonte noch einmal, dass die Stadt Jülich zwar für die Personalkosten habe aufkommen müssen – wie bei jeder Veranstaltung – aber es ansonsten die Stadt nichts gekostet habe. Der Rahmen, in dem das Festival gelaufen sei, sei vermutlich für Jülich bis dahin einmalig gewesen. Man könne es natürlich alle vier Jahre machen, wenn ein zweijährlicher Rhythmus nicht zugetraut werde, erzählte aber auch, dass andere fragten, warum es nicht jedes Jahr veranstaltet werde. Letzteres begründete Mülheims damit, dass es so planungs- und kostenintensiv sei, dass man sich dagegen entschieden habe. Mit dem Fest der Kulturen sei man des Weiteren sicher in Konkurrenz, aber nicht vollständig und es seien vermutlich nicht unbedingt dieselben Sponsoren an beiden Festen beteiligt.
Der Ausschuss nahm den Antrag mit sehr großer Mehrheit an. Ende des Monats wird darüber noch einmal im Haupt- und Finanzausschuss, sowie danach in der Stadtratssitzung am 3. Juni beraten.



















