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Verzögerungstaktik oder Chance?

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Die Brücke Kirchberger Straße verbindet die "Schäl-Sick" mit dem Heckfeld. Seit Dezember 2024 ist sie gesperrt. Foto: Olaf Kiel
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Die Diskussion um die beiden Fußgängerbrücken im Heckfeld und am Freibad wurde im Rat gemeinsam mit einer Einwendung gegen den Haushalt 2026 behandelt. Hintergrund ist ein Antrag der SPD-Fraktion, die Mittel für beide Projekte entsprechend der bestehenden Beschlusslage in den Haushalt einzustellen.
Für die SPD verwies Fraktionsvorsitzender Harald Garding darauf, dass es bereits 2024 habe es einen einstimmigen Ratsbeschluss gegeben. Zwar sei zwischenzeitlich ein Verbundantrag für beide Brücken eingebracht worden, im Haushaltsentwurf seien jedoch keine Mittel zu finden. „Wir halten die Brücke auch nach wie vor für wichtig“, betonte Garding mit Blick auf die Verbindung ins Heckfeld. Zudem sei für das Projekt auch von anderen Fraktionen im Wahlkampf geworben worden. „Dem wollen wir treu bleiben.“

Florian Berberich ergänzte für Bündnis 90/ Die Grünen, die Sperrung der Heckfeldbrücke sei für die Anwohner ein Hindernis und Ärgernis. Besonders Familien und ältere Menschen seien betroffen. Im Haushalt seien zahlreiche Positionen nur grob geschätzt eingestellt worden, die Brücke fehle hingegen vollständig.

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Bürgermeister Axel Fuchs stellte die Sicht der Verwaltung dar. Es gebe zwar einen Beschluss zum Neubau, allerdings ohne Kenntnis der tatsächlichen Kosten. Ein weiterer Beschluss sehe vor, zu prüfen, ob durch eine gemeinsame Umsetzung mit der Freibadbrücke Synergieeffekte erzielt werden könnten. Die entsprechende Prüfung habe Baudezernent Robert Helgers zugesagt. Bereits im Hauptausschuss habe er darauf hingewiesen, dass das Projekt auch ohne eingestellte Haushaltsmittel weiterverfolgt werden könne.

Fuchs verwies auf mögliche Förderprogramme. So stünden im Rahmen des NRW-Pakts 15,5 Millionen Euro sowie Bundesförderungen insbesondere für Brücken zur Verfügung. Bei einzelnen Programmen könne eine vorherige Einstellung von Mitteln in den Haushalt sogar förderschädlich sein. „Keiner hier in der Verwaltung und auch in der Politik hat etwas gegen diese Brücke“, sagte Fuchs. Es gehe nicht um Verzögerungstaktik, sondern um eine „Riesenchance“. Im Aufsichtsrat der Zukunftsregion Rur (ZRR) sei das Förderprogramm bereits angekündigt worden. „Ich finde, diese Zeit sollten wir uns nehmen“, sagte der Bürgermeister und erhielt dafür Szenenapplaus.

Harald Garding hielt dagegen: Seit dem Beschluss vom November 2024 sei bereits viel Zeit vergangen. Beschlüsse würden häufig auch ohne genaue Kostenkenntnis gefasst, dies sei aus Sicht der SPD kein Gegenargument. Deshalb halte seine Fraktion den Antrag aufrecht.

Sowohl die Einwendung gegen den Haushalt als auch der SPD-Antrag fanden letztlich keine Mehrheit. Die Einwendung wurde mit zwölf Ja- und 19 Nein-Stimmen abgelehnt.


Abgeschlossen ist das Thema Heckfeldbrücke aber nur, sofern es den Haushalt betrifft. Die Anrainer „links der Rur“ rufen Interessierte zu einer Fahrraddemo am Donnerstag, 16. Juli, auf. Sie fordern gleichzeitig die Umsetzung des Ratsbeschlusses – also den Neubau – und schreiben werben für sichere Weg, mit dem Fokus auch auf die Kinder, und die Bewohnerschaft des Viertels. Gestartet wird um 16 Uhr. Die Route führt vom Treffpunkt Parkplatz Aachener Landstraße über die Rurbrücke und die Großer Rurstraße bis zum Neuen Rathaus.

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HERZOGin mit Leib und Seele. Mein HERZ schlägt Muttkrat, Redakteurin gelernt bei der Westdeutschen Zeitung in Neuss, Krefeld, Mönchengladbach und Magistra Artium der Kunstgeschichte mit Abschluss in Würzburg. Versehen mit sauerländer Dickkopf und rheinischem Frohsinn.

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