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Klassentreffen mit Geschichte

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Foto: Verlag
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Die Lüneburger Heide: viel Landschaft, Schafe, verstreute Bauernhöfe und wenig Menschen. Klingt nach Idylle? Ist es auch, zumindest in mancherlei Hinsicht. Die achtjährige Inge erlebt eine Kindheit, wie sie immer wieder einmal verklärt dargestellt wird. Gemeinsam mit einer Handvoll Freunde streift sie unbeaufsichtigt durch die Wälder, oft begleitet von ihrem treuen vierbeinigen Begleiter Arno. Einen Haken hat das Ganze allerdings: Inge musste mit ihrer Mutter aus dem zerbombten Hamburg fliehen. Sie wächst in den letzten Kriegs- und frühen Nachkriegsjahren in der Heide auf.

Anja Jonuleit lässt rückblickend diese prägenden Jahre im Leben ihrer Protagonistin wieder aufleben. Im Wechsel mit Einblicken in Alltag und Arbeit der Journalistin Helga, die sich der selbstgewählten Aufgabe stellt, eine Chronik des Krieges aus Sicht der Bevölkerung zu verfassen, entsteht so ein dichtes Bild der späten 1940er Jahre. Gleichsam als Klammer für beider Erleben fungiert der Wechsel ins Heute – die inzwischen 85-jährige Inge reist trotz großer Bedenken zu einem Klassentreffen in die Heide. Und stellt sich, widerwillig zunächst, der Geschichte ihres Dorfes, der Menschen dort und vor allem auch ihrer Mutter. „Wo der Wind die Namen trägt“ ist trotz des häufigen Perspektivwechsels eine dichte, spannende Geschichte. Eines dieser Bücher, die man nicht aus der Hand legen möchte – ähnlich wie Inge, die schließlich doch Helgas Tagebücher liest, weil sie wissen muss, was wirklich passiert ist und sie als Kind nicht sehen, geschweige denn verstehen konnte.

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BUCHINFORMATION
Anja Jonuleit: Wo der Wind die Namen trägt | 381 Seiten geb. | Bertelsmann Verlag | ISBN 978-3-570-10606-8 | 24 Euro

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Klönschnacktee mit der Muttermilch aufgesogen und inzwischen beim rheinischen Kölsch angekommen. Übt sich in der schreibenden Zunft seit Studententagen zwischen Tagespresse und Fachpublikationen und… wichtig: ließ das JüLicht mit leuchten.

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