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Gisela Wenzel-Klein

„Ein Milligramm Plaque enthält 100 Millionen Bakterien!“ Ganz schön eklig, diese Vorstellung. Da bleibt einem das Stückchen leckerer Schokokuchen doch fast ein wenig im Halse stecken.

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Gisela Wenzel-Klein. Foto: La mechky plus
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Zahnbelag ist und bleibt eine fiese Sache, betont Gisela Wenzel-Klein. Doch erst, wenn aus Belag Stein würde, wird es richtig fies. „Der kriecht nämlich unters Zahnfleisch und verursacht dann Parodontose“, erläutert die Zahnärztin. Zwar hat die Wahl-Jülicherin vor inzwischen vier Jahren ihre Praxis an einen Nachfolger übergeben, doch die Begeisterung für ihren Beruf hat deswegen noch lange nicht nachgelassen.

Immer schon habe sie Zahnärztin werden wollen. „Mein Vater war Zahnarzt, und ich fand das so faszinierend“, berichtet die gebürtige Eiflerin in der Rückschau lachend. Doch ganz einfach war der Weg zum Traumberuf dann nicht. Das Abitur sei nicht so wirklich gut gewesen, schmunzelt Wenzel-Klein. Ihrer Entschlossenheit tat das keinen Abbruch. Die vier-
einhalbjährige Wartezeit auf den ersehnten Studienplatz überbrückte die frischgebackene Abiturientin mit einer Ausbildung in der Apotheke. Bis zum pharmazeutischen Vorexamen hat sie es gebracht. Aber deswegen dann Pharmazie studieren? Kein Gedanke. Profitiert habe sie dennoch davon, sagt Wenzel-Klein: „Als Vorexaminierte durfte ich Nachtdienste machen und konnte während des Studiums immer arbeiten.“ Die Finanzierung war also gesichert, und sie stürzte sich mit Begeisterung ins lang erwartete Studium. Als fertige Zahnmedizinerin blieb Gisela Wenzel-Klein zunächst an der Universität und bildete Studenten aus, bis sie schließlich 1981 vom bereits 1955 nach Jülich umgezogenen Vater eine kleine Praxis übernahm und noch vergrößerte. Knapp 18 Monate arbeitete sie dort in der Wilhelmstraße sogar noch gemeinsam mit dem Vater, der leider jedoch bereits 1982 gestorben ist. Bis heute arbeitet sie noch neun Stunden in der Woche bei ihrem Nachfolger. Warum? „Weil es einfach Spaß macht“, strahlt Wenzel-Klein.

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Spaß macht ihr aber auch sonst noch so einiges: So klemmt sie sich in ihrer Freizeit gerne hinter das Lenkrad ihrer geliebten Oldtimer. Mal fährt sie im BMW-Cabrio von 1985 eine Tour, oder aber der Triumph aus dem Jahr 1965 wird zu einer Ausfahrt aus der Garage geholt. Gemeinsam mit Freunden und Bekannten fährt sie „kleine Töurchen“. Ganz gemütlich seien sie unterwegs. Seit inzwischen 38 Jahren existiert der Zusammenschluss gleichgesinnter Oldtimer-Freunde, der sich mehrmals im Jahr zu kürzeren Tagestouren trifft. „Ich war schon auf Korsika und in der Toscana“, berichtet Autofan Wenzel-Klein. Mit dem Autoreisezug sei man in die Ferne gereist. Aber zumeist sind die Freunde in Deutschland unterwegs, das sie doch inzwischen gut kennengelernt hätten. Ihre Söhne wären früher auch häufig als Beifahrer dabei gewesen, ergänzt sie. Und auch das Skifahren ist ein Hobby, bei dem ihre Kinder gerne dabei waren respektive sind. Inzwischen kommen auch die beiden Enkel mit in den Schnee. In der warmen Jahreszeit kann man Wenzel-Klein schon mal auf dem Golfplatz antreffen. „Nur so zum Spaß“. Eigentlich ist es schon fast egal, welcher Freizeitbeschäftigung sie so nachgeht, Hauptsache, sie kann dabei nach draußen. „Das war schon als Kind so: Ich muss an die Luft, sonst werde ich verrückt“, stellt Gisela Wenzel-Klein mit Nachdruck fest. „Einmal verluften“, habe sie in der Kindheit gebettelt, wenn die Eltern sie wegen des schlechten Wetters nicht hinauslassen wollten.

Unter freiem Himmel wird Wenzel-Klein auch beim diesjährigen Kunsthandwerkerinnen-Markt wieder anzutreffen sein. Dann nämlich bieten sie und ihre Mitstreiterinnen vom Lions-Club Gavadiae wieder eine kleine, aber feine Cocktail-Auswahl an. Alles für einen guten Zweck versteht sich. Lions-Gründungsmitglied Wenzel-Klein hat während ihrer Präsidentschaft 2017/18 unter anderem dafür gesorgt, dass ein Teil der Spenden die neue Leinwand im KuBa-Kino mitfinanziert hat – in Zusammenarbeit und Unterstützung mit dem Lions-Club Juliacum. „Wir unterstützen Vereine, die Tafel, einfach Bedürftige hier vor Ort“, beschreibt sie das soziale Engagement des von ihr mitgegründeten Clubs. Einmal habe sogar eine große Spende von „sage und schreibe 23.000 Euro“ an das Friedensdorf in Oberhausen gehen können, berichtet Gisela Wenzel-Klein mit der gleichen spürbaren Begeisterung, die sie auch für ihre anderen Passionen hegt, angefangen bei der Zahnmedizin.


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