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Olympische Fackel für Bierkørler

Vater und Sohn Bochem sind ein kurioses Gespann: Der Eventmanager Hauke, geistiger Vater der Holzhackermeisterschaft und des Bierkastenkørlings, und sein künstlerisch aktiver Vater Hans-Peter, der in der regionalen Szene als Objekt- und Lampendesigner von sich reden macht.

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Hauke (l) und Hans-Peter Bochem: Der Bierkastenkørlingveranstalter und sein Pokaldesigner. Foto: Dorothée Schenk
Hauke (l) und Hans-Peter Bochem: Der Bierkastenkørlingveranstalter und sein Pokaldesigner. Foto: Dorothée Schenk
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Keineswegs immer zur Begeisterung seines Spross’, der darum auch von der väterlichen Idee, einen Pokal für den Bierkastenwettbewerb zu kreieren nicht gänzlich begeistert war. Genauen Vorgaben musste Hans-Peter Bochem folgen und vor allem olympisch sollte der Preis sein.

Was mit ausgesägten und verleimten Kieferbrettern, die anschließend poliert werden, alles möglich ist, bewies der studierte Ingenieur und überzeugte so auch den „Veranstalter“. Inzwischen sind ein zweiter und ein dritter Pokal entstanden. Model 2: Ein Kasten, der sich über verschiedenfarbige und unterschiedlich große Scheiben in die Luft emporschraubt, fiel allerdings durch – zu verspielt! In diesem Jahr hat das Modell eine neue Verwendung: Es ist der perfekte Pokal für das „Saftkistenkørling“, das in diesem Jahr erstmals von Kinderteams ausgetragen wird.

Der Wanderpokal. Foto: HP Bochem
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Die größte Schwierigkeit war, ein Modell für die „Bierkisten“ als Krönung des Pokal zu finden. Eine Woche lang hat Hauke Bochem für seinen Vater im Internet recherchiert. „Das ist wirklich schwierig“, erinnert er sich. Entweder waren sie so klein wie Schlüsselanhänger oder zu groß. Schließlich stieß er einen CD-Ständer, der die richtige Form hatte. Beim Saftkisten-Pokal war es einfacher. Da ist die Kiste Marke Eigenbau und das Material Holz.

Fast überwältigt ist Hauke Bochem von der Resonanz, die im Jahr 3 des Bierkasten-Kørlings die Veranstaltung hat. Bereits Ende März musste der Initiator die Liste bei 32 Meldungen schließen. Eine Warteliste ist schon angelegt. Längst ist aus dem Spaß-Wettbewerb für eher karnevalistisch Engagierte ein Event geworden, das die gesamte Vielfalt von Vereinen und Initiativen aus Jülich abbildet. Die Hubertusschützen sind am Start, aber auch Studenten, die auf Facebook davon gelesen haben, Thekenteams und natürlich weiterhin reichlich Karnevalisten. Lazarus Strohmanus treten selbstredend als Titelverteidiger auf den Platz. „Dieses Jahr gibt es eine neue Bahn“, verrät Hauke Bochem“, und kündigt ein vollständig neues Design an. „Egal, wie gut ich bin, die Taktik ist entscheiden“, weiß der Profi.

Mit Spannung erwartet werden daher die Kisten-Designs der Teams, die inzwischen auch zum Markenzeichen des Events geworden sind. Furore machte im Vorjahr die KG Maiblömche mit ihren Spoiler-getuneten Kisten. Drei an der Zahl haben die Teams pro Runde zu werfen. Sie dürfen das Maximalgewicht von 3,3 Kilo nicht überschreiten – wohl aber unterschreiten… Darin liegt der Kniff und die Taktik: Was werfe ich zuerst eine schwere dann leichte… oder umgekehrt?

Der Sport Bierkastenkørling ist keine eigene Erfindung, wie Hauke Bochem einräumt. Im benachbarten Kreis Heinsberg sind in Hückelhoven und Wassenberg bereits auf der städtischen Eisbahn ähnliche Veranstaltungen über die Bahn gegangen. „Wenn man ein bisschen recherchiert findet man jecke Grüppchen, die das auch machen – aber nicht mit dem sportlich-professionellen Anspruch“, sagt der erfahrene Eventmanager. DBKKL heißt die Form seit 2017 und schreibt sich Deutsche Bierkistenkørling Liga, daraus soll nun ein Verband werden. „Da wir ja kurz davor sind olympische Disziplin zu werden“, heißt es mit Augenzwinkern. Ideen gibt es noch viele, wie es weitergehen kann, damit die Wartezeit zwischen den Sommer-Events abgekürzt werden kann. Stadtviertelmeisterschaften etwa könnte es geben.

Der Saftkørling-Pokal

Jetzt aber steht erstmal am Sonntag die nächste Meisterschaft auf dem Plan. Im Stadtgarten des Jülicher Brückenkopf-Parkes erwartet „Sportler“ wie Besucher Wettkampf-Stimmung. Durchwachsenes Wetter ich angekündigt. „Bei usseligem Wetter muss abe keiner im Regen stehen“, verspricht Hauke Bochen. Das Hauptzelt ist zwar abgebaut, aber Schirme, Pavillons und Zelte sollten vor kühlem Nass von oben schützen.

Start ist um 16.30 Uhr mit den Kinder- und Jugendteams, die erstmals an den Start gehen – nach einer Idee von Prinz Jan I., Schlader. Als Sohn des Vorjahres-Lazarus-Mitsiegers Jörg Schlader hatte er sich in der Session einen eigenen Kisten-Kørling-Wettbewerb gewünscht. Und war prompt erhört worden. Währenddessen können sich die „Großen“ schon mal Warmwerfen. Deren Startzeit ist um 18 Uhr.

 

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