
Seit vier Jahrzehnten ist das Alten- und Pflegezentrum St. Hildegard ein fester Bestandteil der Altenhilfe und des gesellschaftlichen Lebens in Jülich. Am 20. September beging die Einrichtung des Caritasverbandes für die Region Düren-Jülich e.V. ihr 40-jähriges Bestehen, und das nicht allein. Die Feierlichkeiten fanden gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Angehörigen, Mitarbeitenden, Ehrenamtlichen und langjährigen Wegbegleitern sowie Gästen aus Kirche, Politik und Gesellschaft statt.
Heute ist St. Hildegard das größte Alten- und Pflegezentrum des Caritasverbandes im Kreis Düren und für 137 Bewohnerinnen und Bewohner ein Zuhause. Benachbart sind auf dem Gelände die gleichnamige Tagespflege und der ambulante Pflegedienst angesiedelt.
Die Geschichte von St. Hildegard reicht 70 Jahre zurück. Von 1956 bis 1986 war der Vorgänger, das Altenheim Hildegardisstift, in der Stiftsherrenstraße beheimatet. 1986 zog die Einrichtung von dort in das neu errichtete und eingeweihte Haus an der Merkatorstraße.
Dort nahmen die Entwicklungen Fahrt auf: Der vor 40 Jahren eröffnete Gebäudebestand wurde in den vergangenen Jahren kernsaniert und um einen Neubau ergänzt. So entstand ein modernes Alten- und Pflegezentrum, das zugleich eng mit der Stadt und dem Leben in Jülich verbunden geblieben ist.
An diese Entwicklung erinnerte auch Dirk Hucko, Vorstandssprecher Caritas Düren-Jülich, zu Beginn der Grußworte. Er schlug den Bogen von der Geschichte des Hauses zu seiner heutigen Bedeutung. Deutlich wurde dabei: Vier Jahrzehnte St. Hildegard sind nicht allein eine Geschichte von Gebäuden und Pflegekonzepten, sondern vor allem die Geschichte der Menschen, die hier gelebt und gearbeitet, Angehörige begleitet oder sich ehrenamtlich engagiert haben.
Wie sehr das Haus Teil der Jülicher Gemeinschaft ist, hob Bürgermeister Axel Fuchs hervor. Er verwies auf die vielfältigen Verbindungen in das städtische und gesellschaftliche Leben, beispielsweise zu Schützen- und Karnevalsvereinen, die das Haus und seine Bewohner bei verschiedenen Anlässen besuchen.
Fuchs berichtete auch von seiner persönlichen Verbundenheit mit St. Hildegard, in dem Angehörige von ihm leben. Mit Blick in die Zukunft freue er sich auf weitere Projekte, die Stadt und Caritasverband gemeinsam entwickeln und umsetzen können.
Landrat Dr. Ralf Nolten rückte in seinem Grußwort die Würde und den Wert jedes einzelnen Menschen in den Mittelpunkt. Gerade wenn Menschen pflegebedürftig würden und auf Hilfe angewiesen seien, dürfe der Blick auf sie nicht auf finanzielle oder organisatorische Fragen verengt werden.
„Ein pflegebedürftiger Mensch darf niemals nur als Kostenstelle betrachtet werden. Jeder Mensch hat Würde und Wert und ist von Gott gewollt“, betonte Nolten. St. Hildegard bezeichnete er als „eine Einrichtung gelebter Nächstenliebe“. Zugleich warb der Landrat für ein gutes und friedliches Miteinander – zwischen den Generationen ebenso wie in einer vielfältigen Gesellschaft.
Marcus Mauel, Vorstand Caritas Düren-Jülich, stellte zum Abschluss der Grußworte besonders die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Mittelpunkt, die St. Hildegard zum Teil seit vielen Jahren und Jahrzehnten tragen und begleiten. Passend dazu waren unter den Gästen auch zahlreiche frühere Wegbegleiter des Hauses und des Verbandes, darunter ehemalige Hausleitungen und frühere Verantwortliche des Caritasverbandes. Gemeinsam mit den heutigen Hausleitungen Ute Maurischat, Hausleitung Hauswirtschaft und Verwaltung, und Sarah Adams, Hausleitung Pflege und Soziale Betreuung, standen sie für die unterschiedlichen Generationen, die die Entwicklung des Hauses mitgeprägt haben.
Eröffnet wurde der Festtag mit einem ökumenischen Gottesdienst von Diakon Winfried Zeller und Heidemarie Skok von der evangelischen Kirchengemeinde in Jülich. Unter dem Caritas-Jahresmotto „Zusammen geht was“ soll er das Miteinander der Generationen aufgegriffen haben.
Nach den Grußworten standen Begegnung und Geselligkeit im Mittelpunkt. Ein besonderer Anziehungspunkt sei der große Basar der Ehrenamtlichen gewesen. Mit viel Zeit und handwerklichem Geschick hatten sie zahlreiche Produkte selbst hergestellt, darunter viele Strickarbeiten. Ihr Engagement stehe beispielhaft für die vielen Menschen, die über Jahrzehnte zum Leben rund um St. Hildegard beigetragen haben.


















