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Goswin Nickel aus Koslar

Gedenken an den 350. Todestag

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Der erste deutsche Generalobere der „Gesellschaft Jesu
Godwin Nickel | Foto: Stadtarchiv
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Vor 350 Jahren, am 31. Juli 1664, starb in Rom ein Mann, der es verdient hat, dass man sich seiner erinnert. Er war der erste deutsche Generalobere der „Gesellschaft Jesu“, des Jesuiten-Ordens, dem weltweit auch heute noch 17.000 Mitglieder angehören. Die meisten von ihnen sind Priester, und zu diesen gehört auch Papst Franziskus.

Die Jesuiten unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von anderen Orden. Sie tragen kein Ordensgewand, sondern einfache dunkle Anzüge. Sie wohnen zwar meist in so genannten Residenzen, können aber genau so gut in der Welt leben und wohnen. Das ewige, feierliche Gelübde, das nur die Jesuiten ablegen, die für höhere Ämter vorgesehen sind, umfasst das Versprechen der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams. Wie wichtig ihm die Armut ist, beweist der Jesuit Papst Franziskus Tag für Tag.

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Ähnlich muss es Goswin Nickel gehalten haben, der am 1. Mai 1582 in Koslar geboren wurde und zwar auf dem Lützeler-Hof, der früher Nickels-Hof hieß. Nickels allererstes Schreiben an die Mitglieder der „Gesellschaft Jesu“ beschäftigte sich mit der „vollkommenen Armut“.

Goswin Nickel wurde 82 Jahre alt, von denen er 60 im Orden und wenigstens 40 in leitender Stellung verbrachte. Zehn Jahre lang war er als Provinzial Leiter der Niederrheinischen Ordensprovinz der Jesuiten. An seiner Heimatstadt Jülich war Goswin Nickel besonders gelegen. So half er zweien seiner Nichten bei der Errichtung eines Sepulchrinerinnen-Klosters in Jülich an der Großen Rurstraße zwischen Post- und Stiftsherrenstraße. Den „Schwestern vom Hl. Grab“, wie sie auf Deutsch hießen, verschaffte Nickel die Reliquien der Hl. Albina, die leider 1944 verloren gingen. Das erste Bemühen der Schwestern galt der Mädchen-Erziehung in Jülich. Das „Gymnasium Zitadelle der Stadt Jülich“ verdankt sein Bestehen zum nicht geringen Teil Nickel. Er sorgte mit dafür, dass die Schule 1664 von den Jesuiten übernommen und damit in ihrem Bestand gesichert werden konnte.

Goswin Nickel war es auch, der seinen Ordensbruder Friedrich Spee von Langenfeld, dessen Lieder von evangelischen und katholischen Christen bis heute gesungen werden, vor dem Ausschluss aus dem Orden bewahrte. Spee ist der Verfasser des Buches „Cautio Criminalis – Rechtliche Bedenken gegen die Hexen-Prozesse“, das bei seinem Erscheinen ungeheures Aufsehen erregte. Es war ohne Ordensgenehmigung erschienen, und nur ein sehr einflussreicher Mann wie der Provinzial Nickel konnte Spee vor einer endgültigen Verurteilung retten und damit der Vernunft, der Menschlichkeit und der christliche Liebe trotz des grassierenden Hexenwahns einen Weg offenhalten.

Peter Nieveler

Festakt | 24|08

Geschichtsverein Koslar und Jülicher Geschichtsverein | 9:15 Uhr Hl. Messe Adelgundis-Kirche mit Pfarrer Dr. P Jöcken und Propst J. Wolff | Pfarrheim Koslar | 11:00 Uhr  | Festvortrag zu Goswin Nickel von Frank Pohle und Vorstellung einer Broschüre zu Leben und Wirken Goswin Nickels


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