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Spielerisch unterwegs zur Festung

Ein Dank an Ariane Schenk für das Transkribieren der Texte und an Guido von Büren für die Abnahme der korrekten Abschrift.

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Weilen die Feldmesser Kunst, ein zu der Wissenschafft des Befestigungs=baues nothwendiger eingang ist, dan durch ihre beÿhülffe führen die Ingenirer ihre Arbeit, nemen den Grund=riss der Festungen, u. die entlegung der Oerter, und die Officier stellen eine Armee in Schlecht Ordnung, u. schlage ihr Lager Vortheilhafftig, entweler andere anzugreiffen, oder sich zurgegenwehr zu setzen. Als hat man vor guett angesehen, einige nachricht von dem Anfang diser Wissenschafft, inden ersten Figuren diser Karte, zu geben.

DISES SPIELS REGELN
Dises Spiel leidet alle unterschiedene Arten der Spiele, welche mit den Ordinari Karten gespielet werden. Man kan es auch mit zwey würffel spilen, wan man die hier unter verzeichnete Regeln in acht nimt.
I. Nachdem ein jeder sein zeichen erwählet, vergleicht man sich mit einander wie hoch, oder um was man spielen will, ū. Hernach fängt man bey No.1 an, bis No.53, als zu welcher zahl man komen mus, das Spiel zu gewinnen.
II. Wer auff No10. od. 11. komt, bezahlt 2, damit er nicht in übel verwarhte, ū mit schlechter defension versehenen Orten bleibe, ū. gehet weiter bis auff No.12
III. Wer auf No.16 komt wo die Außenwerk find/sind, mus 2 mahl ungespielt bleibē.
IV. Wer auff No.25 komt, wo Brücken über die Wasser sein, bezalt 2, um in die Insuln zu komen No.27.
V. Wer auff 26 komt da ein Comandement ist, der läst sich vō jedem mit spielenden eins bezahlen, ū. gehet weiter bis auff den Munster=platz No.38.

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DAS FESTUNG BAUES SPIEL
In welchem die unterschiedene Wercke so zu beschützung der Festungen ū. Lager dienen, fleissig ū. eigentlich auf die aller neueste art, in grund gelegt, ū. mit allen ihren beschreibungen ū. einer kurtzen und leichten Erklärung der Figuren welche in diser Kunst üblich und gebrauchlich, entworffen sind.

DISES SPIELS REGELN
VI. Wer auff 34. komt, da die gegen=Minen ū. Back öfen sind, der trit seinē Ort dem jenigē, der zu ihm komt, nicht ab, sondern treibt ihn wider zuruck, daher er komen war; ja er treibt alle Spieler um 2. stellen zuruck.
VII. Wer auf 39. komt da die Retranchirungen und retiraden sind, gehet wider zuruck auff den Wall No.30.
VIII. Wer auf 45. komt da die Schutz gatter und Orgeln sind, bleibt daselbst bis man ihn erlöset und bezahlt zweÿ.
IX. Wer auf 48. komt, da die Zug=brucke ist, der wartet einen wurff bis man sie nider gelassen hat, und bezahlt eins.
X. Wer auff 49. komt, da ein altes Schloss ist, mus wider anfangē, damit er lehrne, es auf die neue manier zu befestigen, und bezahlt eins.
XI. Wer eines andern zeichen trifft, bezahlt eins, nimt seinen Platz ein, ū. schickt ihn zuruck auf den seinigen.

Der Befestigungs=bau ist eine Kuns, welcke lehret einen Platz oder Festung, ein Lager, oder andern posten er mag auch sein wie er will, in einen zimlich Vortheilhafften Stand zu setzen, damit eine kleine zahl Volcks denselben gar leichtlich wider eine ansehliche Armée beschützen könne.
Das wort Befestigungs=bau wird auch genommen vor allerhand Wercke, welche zur befestigung dienen konnen.

ALPHABETISCHE TAFEL DERER IN DISER CARTE ENTHALTENEN FIGUREN
A
Abgeschnittne pastey…15
Abschnitt…44
Antestadure…39
Arcenal…47
Aussenwerck…16
Aussere graben…52
Aussfall…44

B
Back ofen…34
Banquette…36
Batterie…42
Bedeckter weeg…36
Blatte pastey…15
Bollwerck…13
Brücken…25
Brustwehr…30

C
Cappe…22
Caponiere…37
Casernen…51
Cavaliers…29
Cazematte…14
Circkelrunde figuren…2
Citadell…51
Coffre…37
Commendement…26
Contregarde…20
Contre Schwalbenschwantz… 21
Contre mine…34
Contrescarpe…35
Contre aprochen…52
Cronwerck…19
Cunette…35

D
Defensions Linien…31

E
Eck…4
Erd Säck…40
Erhöhung…7
Eüserste seiten der Festung…33

F
Faschine…40
Fausse braye…17
Feld Schantz ū Schäntzlein….50
Finff Eck…12
Fortification irregular…9
Fortification regular…8
Furche…24

G
Gatter…46
Gekrönt hornwerck…19
Geometrische figuren…1
Glacis…36
Glocke vor die wach…41
Graben…35
Grundriss…5

H
Halbe pastey…15
Halber mond…18
Hornwerck…19
Huffeysen…23

I
Ignographie…5
Insulen…27

K
Katzen…29

L
Linien…3

M
Meerhafen…28
Moineau…13
Musterplatz….38

O
Orgel…45
Orillon…14
Orthographie…6

P
Palissaden…43
Pastet…23
Pastey…13
Pfaffen=Mutz…22
Post…42
Profil…6

R
Ravelin…18
Redoute…22
Retirade…39
Retranhement…39

S
Scenographie…7
Schantz korbe…40
Schilder hausslien…41
Schloss…49
Schutz gatter…45
Schwalbenschwantz…21
Sege…24
Strebmaur…32
Sturmpfäl…43

T
Triangle…10

V
Vier Eck…11

Z
Zange…21
Zeug hauss…47
Zug brucke…48

W
Wall…30
Winckel…4

Zusatz
Fuss Eisen…46
Spannische Reuter…46

COMMANDEMENT. (26)
Isteine über eine Vestung, ober Lager, erhobene Höhe, vōwele her man ein Posto sihet, und ihn bestreicht. Es gibt deren unterschiedliche; als von vornen her: wan sie der Vestung im Ansgesicht liget, ruckwarts, wan sie vō hinten beschiest, seiten, halb, wan die Höhe eine gantze grade kinie imgraben, oder in den lauffgrabē entdeckt. Ein imerwehrend Comandement ist eine Höhe, welche einen Platz oder Vestung umgieht und auff allen seiten bestreicht oder beschiest.

BRÜCKEN über die FLUS. (25)
Man befestiget die Brucken, indem man Wercke jenseit des Flusses aufwirfft. Wan der fluß nicht gar breit ist, macht man ein ravelin darvor A. Wan abē der Fluß breiter als ein Musqueten=schuss ist, leget man ein horn=werck hin B. Dessen flancken vō dem Platz defendirtwerden, man leget auch bisweileic/bisweilen ein Werck, epaulement genant, dahin C. Wan aber der Fluß ungemein breit ist, mus man halbe Sechs=Eck D. daselhst, an legen.

SEGE UND FURCHE. (24)
Die Redans A. sind werck in gestalt einer Sege. Man macht der gleichen wercke, wan die defedensiones gar zu lang sein, ū bisweilen an der brustwehr des bedecktē weegs, ū. an den Plätzen, welche gegē einem Morast oder Fluß liegē. Envelope oder Furche B. ist eine höhe vō erden, mit eine wall, der seine brustwehr hat ū etliche kleine, oder halbe bollwercke, ū Segenformirt, umgebē: Man macht dergleichē Wercke in die grabē, wan sie zu breit sind oder die Schwächsten Œrter einer Vesting/Vestung da=mit zu bedecken A.

PASTET ō HUFFEISEN. (23)
Ist der fuß eines Bollwercks, oder Wall einer irregularen Figur, welche Öffters Ablang rund ist, hat eine Brustwehr, und Öffters nur die schlechte oder blosse defension vornē her, weil sie vō keinem ort bestrichen ist. dienet zu bedeckung eines thors in morastigen Œrtern. Man mancht auch wach Stuben darauff.

KAPPE, PFAFFEN=MUTZE REDOUTE. (22)
Kappe A. Ist ein klein Werck vō 2 facen oder Vordertheilen bestehend, macht ein heraus stehendes Eck, ū. hat nur eine brust wehr mit palissaden umgebē, ohne graben. hat auch noch eine andere vo 2. oder 3 klafftern gegē dem Feld. Man legt dise Wercke jenseit des Glacis, als eine kleine hervorstehēde Corps degarde
Pfaffen=Mütze B. ist ein Werck welches 2. hinein, ū. 3. heraus stehende Eck hat, dessen mittelpunct aus der mitte der Vestung aus gehet, und deßen Flancken ober seiten sich gegē dem Feld erweitern
Redoute C. Ist eine kleine 4 eckichte Schanze welche vō vornē nichts als die schlechte defension hat. Man macht der gleichē, an die lauff gräbē, um sich ihrer anstatt der Corps degardē, zu bedienen.

ZANGE, SCHWALBE=schwans, CONTE SCHW=SCHWANZ (21)
Es seintz erleÿ zangen, die einfache A. deren haupt aus 2 Vordertheilen, welche eine einwarts gehenden winckel mache bestehet, ū die doppelte B. deren hauptvō 4 Vordertheilen welche 2. ein ū. 3 auswarts gehende Eck machē, bestehet. Die seiten deser Figur sind vō gleicher weite vō dem haupt bis an die Kehle. Schwalben=Schwantz C ist ein Aussen Werck, dessen seiten sich beÿ dem haupt erweitern. Hergegē erweitern sich die seiten des Contre Schwalben Schwantzes D. gege der kehle ū werden enger gegē dem haupt. Die Schwalben Schwäntze sind besser, wan sie halbe Bastionen haben.

CONTREGARDE. (20)
Contregarde A. ist ein kleiner Wall mit seiner bruswehr ū. eine Grabē eingefast, welcher zu bedeckung einiger A’rter einer Vestung dienet. Es sind dern vō unterschiedlichen Figuren ū Situation. Sie sind rundlicht gegen dem bestrichenen Winckel oder Eck.

HORN=CRON=ū.GEKRONT HORNWERK (19)
Hornwerck A. ist ein Aussenwerk welches 2 halbe Bastionen, an den euserstē enden einer Curtine mit 2 grossē Vordertheilen, hat: wan dies Vordertheile gar zu lang sind so macht man streich wehren darzu.
Das Cronwerck B. Hat 2. halbe Bastionē, ū eine gantze, welche mittē an dem haupt des wercks ist. Man bedient sich dessen, um ein gross stuck grund ū boden zu besetzen, sich einer höhe zu bemachtigē, od das Haupt eines Lagers zu bedecken. Ein gekrönt Hornwerck ist wan ein: Cronwerck B. vor ein Hornwerck A gesetz ist.

HALBERMONT ō. Ravelin (18)
Halber=Mond A. ist ein von 4 linien gemachtes Werck, derē 2 abgeschnitte sind, um daraf eine portion eines Circkels wie ein halber Mond zu bauen. Man bediēt sich dessen, die Spitze Oder das bestrichne Eck der Bollwercke zubedecken dises werck ist mangelhafft, weil es schlecht mit Strechwehren versehen ist.
Ravelin B. ist eine Figur vō 4. Seiten welche man vor die Courtinen anlegt, um die gegen gesetzte Flancken der daran gelegene Bollwercke zu bedeckē. Man nenet dies figurē ohne unterscheid Ravelin oder halbe mond.

FAUSSE BRAYE. (17)
Oder unterste gang, unten am Wall A. ist eine zweite, an die euserste abdachung angehenckte umfaßung, welche mit maurē bekleidet, mit seiner bruswehr ū. bauch vorsehē, ū. fast in gleicher höhe mit dem bedeckte weeg: man bedient sich dessē um den überfall zu verhinern ū die Feinde aus dem grabē zu jagē. bisweilen ist er abgeset B ū. wie eine zange, er wird den Curtinē grad über gelegt, ū. ist vō der maur 4. oder 5. klafftern eulegē nach den 2 defensions=linien. Man macht derē auch mit flanchen ū. facen gleich wie C.

AUSSENWERCKE. (16)
Sind besondere oder abgesezte Wercke, welche die vestung gegen dem felde bedecken, und ein stuck grund ū. boden, welches ihnen vortheilhafft ist, inhaben, gleich wie die halben mondē, Ravelinen, Zangen Hornwercke, und andere sind, darvon wir hernach reden wollen.

INSULEN. (27)
Man befestiget die Insulen auf unter schiedene art ū weise, nach ihrer gestalt und weite, entweder mit einem einfachē oder doppelten Ravelin oder Zange, ū. wan sie grosser sind, mit einem werck ū einem Ravelin daran. man macht auch kleine Schantzen, wan es der grund zuläst.

ZUG=BRUCKE. (48)
Ist eine in gestalt eines Stuben bodens gemachte Brücke, welche vor eines Statt= od Schloss Thore aufgezogen ū. nider gelassē wird: Es gibt dern auch mit wm, den od’gegenge=wichtē, welche auf der einen seite über sich, ū. auf der andern nider gehē, gleich einer waage, vermittelst einer Achse die in der mitte ist. Andere sind mit einem well=baum, welche gantz auff oder nider gehen, ihre bewegungē sind gegē dem thor, das andere end hängt/hangt an eisernē kettē, welche an wellbäumē fest gemacht sind, derē bewegung sich auf= oder nider läst.

ARCENAL. (47)
Oder Zeughauß, ist eine Art eines Magazins, darinen man Pulver, gewehr, ū durchgehends alles was so wohl zu Wasser als Land, entweder zur Attaque, od‘ defension dienen kan, bewahret: Es gibt einige, welche mit allem so wohl angefüllet sein, das man Arméē von hundert tausend Man mit allen Nothwendikeiten daraus versehē kan.

GATTER (46)
Dises sind neben ū mit einer dicken zwerch latten aneinander befestigte pfäle, ū. zu beÿden seitē ein haspel od‘ Werbe, um den Fuß gängeren den durchgang, wan der gatter zu ist, frey zu lassen. Man bedient sich deren die passage der Brucken zu versperren. wird auch sonst an unter schidichen Orten gebraucht.
Spanischer Reuter A. ist ein mit spitzigen pfälen beschlagner balcken: Man bediēt sich dern die Œffnung einer breche, od‘ auch den zugang zu einer Lager damit zu versperren. Fuss eisen od‘ Angel B. sind nägel mit viel spitzen, deren eine allezeit über sich stehet. Man streuet sie auff eine breche, oder auf einen pass da die feindliche Reiitereÿ/Reütereÿ/Reidereÿ durch reüten/reiiten/reiden mus.

SCHUTZGATER ū. ORGEL. (45)
Schutzgatter A. ist eine zusamen fugung starcker ū dicker höltzer. Er hangt/hängt über den Statt Thorē an einer kette, ū. wird herūter gelasse, sich vor überfall, od‘ dē Pedate zubewahre. Die Orgel B. sind grosse, dicke, vō einander ab gesonderte ū. über den Thoren hangende höltzer, welche man grad auf die passage kan herunter falassē, ohne zu furchtē, das derē fall durch die höltzerne bocke od‘ tröme verhindert werde worinen sie dan denen Schutz gattern vor zu ziehen sind.

AUSSFALL und ABSCHNIT. (44)
Der Aussfall A. ist eine an dem Flügel oder an einem ort der Courtine verborgne thur, damit man in graben gehen, und desto bequemer Außfälle thun kan
Abschnit B. ist ein mit einer, auch wol mit 2 Brustwehren versehener graben welcher unbedeckt, besweilen auch mit brettern bedeckt, ū mit erde beschittet ist. Man macht auch höhen von erde, auf den bedeckten weeg, von einer weite zur andern, welche man Abschnitte nenet.

PALISSADEN ū. STURMFÆL (43)
Die Palisaden A. sind ungefähr 8. Schue lang, ū stehen 3 Schue tieff in der erden sie werdē waagrecht od‘ bisweilen ein wenig abhangend gegē dem feind gestellet man setzet sie auf die zugänge aller posten welche geschwind können überrumpelt werden. Die Sturm pfale B. sind vō holtz, 6 bis 7. Schue lang, deren halbe känge ohngesehr/ohngefehr in die Maurē der Vestungen, ein wenig oberhalb des krantzes eingemauret wird. Sie hangē ein wenig unter sich, ū dienen, den Sturm der belagerer, ū das ausreissē der belagerten zu verhindern.

BATTERIE ū POST. (42)
Batterie ist eine Post oder Höhe vō aufgeworffner erden, vornen abhangend, ū hat 40. schūwall/schüwall wegē zuruck lauffung des geschützes, welches man darauf pflantzet. Die Brustwehre/Brustwehrē ist vō gutē Schantz korben gemacht die theile diser brustwehr welche durch sichtig sind um die Mundung des geschützes dardurch zu passiren, werdē Schuß Schartē ū. die weite zwischē denselbē/ den selbē wird merlon/merton od‘ zinen genenet. Die Stucke sind ohngefehr 12 Schue vō einander entfernet. Post ist ein ieder grund ū boden, befestigt oder unbefestigt, da man Soldaten darauff logiren kan.

SCHILDER HÆUSLEIN, ū/ü. GLOK vor die WACH. (41)
Schilder häusslein A. ist ein kleines oberhalb des krantzes, erhobenes Thürmlein/Thürnlein, darein man eine Schildwach logirt. Man macht der gleichen auf alle Ecken der Bastionen, ū bis weilen auch mitten auff die Courtinen. Die Wach glocken werden zu den Wach stuben gemacht: so bald sie leuten sollen alle Soldaten welche Schildwach stehen mit den glücken, so sie in ihren Schilderhäuslein haben, antworten.

SCHANZ KÖRBE, ERDSÆCK, FACHINEN. (40)
Die Schantz korbe/körbe A. sind mit erden angefüllet um sich vor dē feind zubedeckē, indem man sich ihrer anstatt der zinen zu batterien bald einlogirungē auffpasse zu machē, oder auch anstatt der Brustwehrē bedienet.
Erd= od‘ Sand säcke/Sandsäcke B. sind leinen, ū. mit erden oder sand angefüllte Säcke, damit man in der eÿl eine Brustwehr ū Schusscharten mache ū. dadurch vor dem feind bedeke kon.
Faschinen C. Sind bortzen od‘ zu samen gebundene reiser, vō dinen ästen welche zu verschantz= ū. befestigung dienē: sie werden bis weilen mit pech bestriche, ein Legement Gallerie oder andere Arbeit des Feindes zu Verbreūen/Verbreiten.
Würste D. sind gebünder holtz wellen, vō dicken Æsten zusamen gemacht.

BLATTE, ABGESNITNE, ū. HALBE PASTEY. (15)
Die Platte=Pastey A. ist auff eine grade linie gebauet, anstatt das die andern auff ecken gesezt sein. Der aleichen/gleichen Bastionē werdē nicht geachtet, dan man mus ihre defesion vō der Courtine hernehme, ū. weil das Eck der Contrescarpe gar zu weit in grabē hinein gehet so das es das gesicht ū die defensiō der 2 entgege geseztē flancken benimt. Die abgeshnittne Pastey B. ist welche gegē der Spitze ein einwarts gehend Eck macht: Sie wird nicht gebraucht weil sie ein ausser der defension stehēdes Eck hat; Die halbe Pastey C. bestehet vō einem vordertheil ū. vō einer Seite. Sie wird gemeiniglick an die Hornwercke, oder Schwalben schwäntze/Schwalbenschwäntze gelegt.

MEER=HAFEN. (28)
Die Meer, oder See Häfen sind gar leicht zu befestigen, wan sie zwischē 2. Felsen ligen, ū. darf man nur eine Kette A. über zwerch ziehen denē feindlichen Schiffen den ein lauff zuverwehren. Man wirfft auf besagten felsen Wercke B. auf um auf der Reede zu Comandiren Oder Sie zu beschiessen und macht auch nidere wercke C. um alles so auff dem Ufer ist, zu entdecken.

SCHLOSS. (49)
Ist eine kleine alträtterische Vestung, mit einer gezineten Maur beschlossen, mit etlichē Thürnen flanckirt oder bestrichen, und mit Graben umgeben.

FELDSCHANZE ū. SCHanzlin (50)
Die Feld=Schantze A. ist ein Werck welches man auf unterschidliche arten fortificirt nach dem es die Nothdurffe erfordert auch grund ū. boden zuläst. Man macht einige mit gantzen ū halbē Bollwercken, bald auf ein 4. bald auf ein 5. eck: Man legt sie vor deneingang der Brucken und an die Linien von einer gewisen distantz Schäntzlein B. ist eine kleine in gestalt eines Sterns mit unter schidlichē spitzē angelegte Schantze, um die einfassung der linien od‘ einig ander werck zu versichern.

CITADELLE ū. CASERNE. (51)
Die Citadelle A. ist eine auf den vortheihafftigstē grund ū boden des bezircks einer Statt gebauet um Sie desto besser zu bestreichē. Sie ist vō der Statt durch eine Ebne abgesondert um dem feind die aprochen zu disputiren. Die Casernen B. sind kleine zwischē der wall ū. der Statt gebaute häuser die Soldatē darein zu logiren, da dan in ieder Kamer 2. bette sind 6. soldatē, nemlich 3 ū. 3 zulege.

AUSERE GRABEN und CONTRE APROCHEN. (52)
Der aussere graben A. ist eine tiefe voler wasser, welche die Contrescarpe gegen dem feld umgibt und längst dem fues der Abdachung der Maur herum gehet. Contre Aprochen B. sind linien oder Arbeiten, welche die belagerten machen, wan sie durch ziehung eines grabens der belagerer hinen/hitten der Attaque antreffen.

COMPLETE VESTUNG.

Im Verlag und zu finden
Bey
PETER SCHENCKEN
in Amsterdam
mit privilege.

RETRANCHEMENT RETIRADE ANTESTATure. (39)
Man heist Retranchement A. einen mit Schantz körben, erd= oder Sand=Säcken, Palisadē etc eingefastē grabē ū/ū. Durch gehēs allerhand Arbeit, die man macht eine Post wider der Feindes anläuffe zuschuzē, Antestature B. ist ein in der eil gemachtem abschnitt oder verschantzung ein übriges stuck grund ū. boden. Darvon der Feind einen theil eingenomen hat zu disputirē. Retirade CC. ist eine Art der retranchirung, od‘ verschantzung, da man ein einwarts gehendes eck mit 2 Vordertheilen macht: sie dient den grund ū. boden fues vor fues zu disputirē wan die ersten defensions wercke ruinirt seind.

ORILLON CAZEMATTE (14)
Orillon oder Epaulement ist ein hauffen mit mauren bekleideter erden A. welche man auff der Schulter der Pasteyen vorgehen last, das Geschütz so in den flancken steht, damit zu bedecken Cazematte B. ist ein erhabnes werck zwischē dem flügel ū der Courtine: Sie bestehet bisweilen aus 3. staffelweis über einander gebaueten Wercken, wan der wall der Pastey höher ist: dies wercke sind vō grosser defension, vornemlich wan die gräben voll wasser sind.

KATZEN. (29)
Oder Cavaliers sind unterschidliche hauffen von erde, bisweilen rund wie A. auch viereckichte, oder oval. Obenher sind sie eben ū mit einer brustwehr umgebe das geschütz so dar auf gepflantzet wird damit zu bedecken. Sie mogen gleich am hals der Pasteÿ oder anderwerts erhöhen seyn, man bedient sich ihrer die attaque der feinde zu entdecken und sie desto leichter zu beschiiessen/beschüessen.

BRUSTWEHR ū. WALL. (30)
Die Brustwehr A ist eine erhöhung der erde, vō 6. a/o 7. Schue hoch gegē der Vestung ū vo 4. a/o 5. gegen dem feld: Ihre dicke ist von 18 bis 29 schue abhängig gegē dem feld durch welche abhänge der Soldat den feind sehen, ū auf ihn feur gebē kan Man heist durchgehende brustwehr alles was eine linie umgibt; um sich vor der feur des feindes zu bedecke sie seye gleich vor Steine, Schantz Kōrbē, od‘ erdsackē gemacht Wall B. ist die höhe der erden, welche das Corpus der verstung, oder eines Wercks bedeckt, ū. eine brustwehr gegē den feld hatt.

DEFENSIONS LINIEN. (31)
Sind die jenigen, welche den flug der Musqueten kugel vorstellen, nach der Situation wo sie hin soll, um das Vordertheil der Bastion zu beschützen Es gibt ihrer zweÿerleÿ, die streiffende defensions linie ist die jenige, welche wan sie vō dem punct A. der Courtine gezogen wird, das Vordertheil der gegē über stehenden Pasteÿ B. streifft; Die spitzig zu lauffende defensions linie wird aus dem Winckel C. der Courtine gezogen, ohne das Vordertheil der Pastey D zu beruhren.

STREB MAUR. (32)
Sind Mauren mit pfeiler A. das erdreich auf zu halten, ū die bekleidungen oder einfassungen einer vestung zu versicheren; man setzet sie 3. bis 4 klafftern von ein ander.
B. ist der grund riss darvon. BO. aber ist am brauchlichsten.

ÆUSSERSTE SEITE DER VESTUNG. (33)
Begreifft die Brustwehr, desse äusserlich gezeichnete höhe A ist von 5 bis g Schuh, den Kranz BC. Welcher 1 ½ oder zwey schuh hoch ist, die Abdachung CD. ū BD. welche einē Schuh auf iede Klaffter Abdachung hat wan sie von Maurwerck ist.
Die Berme od‘ untern Absatz D. die man gemeiniglich unten an die Auserliche Abdachung macht bat/hat 3 od‘ 4 sch: in d‘ breite die Escarpe E. welches die abhänge des grabens ist, der gegen dem feld siehet/stehet, und unterhalb des Walles ist.

CONTRE MINE und BACKOFEN. (34)
Die Contre Minen A. sind in die dicke der Pasteyen oder dessen Walls gemachte brunē in deren grund man unterschiedene gänge unter der erden hat, welche hin und wider leiten die Minen zu entdecken.
Back ofen B. wird mit fässern Pulver angefüllet, selbigen in die lufft zu sprengen, wan der feind sich darauf logirt hat.

GRABEN, CONTRE SCHarPE und CUNETTE. (35)
Der Graben A. ist eine tieffe welche um die gantze Vestung herum gehet. Er wird auff der einen seiten mit der Escarpe C ū auf der andern it der Contrescapre D. welches die abhänge gegē der Vestung ist, beschränckt Es gibt grabē welche trücken, ū auch die Vollwasser seyn. Ihre breite bestehet in 14 bis 22 klafftern die tieffe hat kein gesatz Cunette ist ein kleiner graben B. in der mitten, ū im gantzen grossen graben herum, damit man dem feinde die passage darüber desto besser disputirē könne. Man macht ihn so tieff, bis man 6 Schuh hoch wasser bekomt ihn damit zu füllen Seine breite ist vō 10 a/o 18 schue.

BEDEKTER WEEG, BANQUETTE ū GLACIS. (36)
Der bedeckte weeg A ist eine art eines dames an dem rand des grabens, gegen dem feld 3. oder 4.klafftern breit.
Banquette B, is eine kleine erhohung der erden gleich einer staffel an dem fues der Brustwehr, welche den belagerten dienet, auf die Glacis, und ins feld zu sehen.
Glacis C. ist eine sehr gelinde abhängige/abhärige welche von der brustwehr an des bedeckten weegs, bis auf die geschlichtete, oder ebene erde des dames gegen dem feld gehet.

COFFRE ū. COPONIERE. (37)
Coffre A ist eine von 6. bis 7. Schue in den grund eines grabens gegrabne tieffe. Sie ist mit gutten Falcken, welche 2 Schuh aufwarts uber den grund=riss dees grubens stehen, ū eine art einer brustwehr mit Schuss scharten machen, die belagerten zu bedecken, und feur auf die belagerer zu geben, wan sie wollen über den Graben setzen.
Caponiere B. ist weiter nichts vo Coffre unterschieden, als das sie nur eine theil des grabens durch schneidet.

MUNSTER PLATZ (38)
Ist ein breiter Platz A. mitte in der Statt, da die vornemsten gassen, welche zu denen Wallen leiten, zusamē lauffē. dienet den Trouppen, wan Sie ordres vō dem Gouverneur empfangen sollen, zu einem Samlungsplatz. Man macht sie bisweilen auff den bedeckten weeg, denen flanckirte ecken grad über, insonderheit wan man den graben rundlicht fuhrt ū denē Curtinen grad über auf den einwarts geheden winckel des dedeckten Weegs.

PASTEY BOLLWERK MONEAU/MŌNEAU. (13)
Die Pasteyen A. sind grosse haufen erden, bisweilen mit steinē bekleidet gehen auswerts gegē dem feld. habē 3 Ecken, 2 als Schultern, ū eines welches bestrichen wird. Sie werdē durch eine Curtin, daran sie stehen von einander geschieden
Es giebt leere ū auch vole Bollwerck B. Ist eine mit erden angefullte Pastey.
Moineau oder Sperling C. ist eine art einer platten Pasteÿ, welche man mittē an die Curtinen legt wan die selben zu lang sind.

GEOMETRISCHE Figuren. (1)
Die Mess kunst wird in Theoretica und Practica abgetheilt. Die Theoretica macht das man die wahrheit der geometrischen Vorträge begreifft ū beweisset, und die Practica führet die hand in der bewerckstelligung.
A. Punct. B. gerade Linie. C. Krume Linie D Seitenhalb gehende Linie E Paralell Linie F. waagrechte Linie G. gerades Eck H. Spitziges Eck. I. Stumpfes Eck L. gleichseitiges dreyeck. O. Vier eck. P. Ablang Vier eck Q. Rhombe. R. Rhomboide S. Trapeze T. Trapezoide
[Zeichnungen]
Figur wird genant, was in eine oder mehr linien eingeschloßen ist. Die jenigen welche 3 seiten haben, werden drey seitig die 4 seiten haben, vierseitig, welche deren viel haben, viel seitig, und welche rund sind, Circulrund genande.

CIRKEL=rund FIGUREN. (2)
Sind die, welche in eine eintzige krume linie gleich wie das Ablange rund, begriffen sind.
Wir wollen hier nur von dem runden Circkel reden, dan Er zu den regular Vestungen nothig ist.
A, Circkel. BBB. Umkreiss CC Diameter D Mittelpunct E. halber Diameter. F kleiner abschnit oder Sector G grosse Sector. H kleiner durchschnit oder Segment. I. grosse Segment. In den Circkel ??? werden alle Poligones welches Figuren, von viel in den Circkel gezeichneten regular = seiten sind gebauet.
L. Dreÿ eck. M. Viereck N Fünffeck O. Sechseck P siebeneck. Q. Achteck. R Neuneck. &c

LINIEN. (3)
Die Linie ist eine länge ohne breite. Die Linien werden begriffen in der Figuren=beschreibung oder Grund=Riss.
AA. Seiten des innern Polÿgons
CC. Seiten des eüsersten Polÿgons AB Strahl AC. Haubt=Linie GD Khäl AD. halbe Kähl DE. Streich Linie. E. Face oder Vordertheil. CD. Defensions Linie. DD Curtine.
Man bedient sich bisweilen der Seiten des eüsersten Polygons, und bisweilen des inern die eüserste dient das Abnehmende Eck zu haben.

WINKEL oder ECK. (4)
Der Winckel ist der, zwischen dem ungraden zusamen lauff zweyer, in einem punct sich zusamen fugender linien. Ein geschlossene Raum, fleich wie A. Man kan nicht wohl einen Grund Riss machen noch ihn auf das Erdreich auf fuhren, wan man die winckel nicht wohl verstehen;
A. ist der Winckel des Mittelpuncts.
B. Winckel des Polÿgoni. C. Winckel des Grunds. D. bestrichne Winckel E. Winckel der Flancken an der Curtine F. Winckel der Schulter G bestreichende Winckel H. abgenomene Winkel.

IGNOGRAPHIE ō. GRŪDRISS. (5)
Die Ignographie giebt die grösse der Befestigungs wercke einer Vestung so wohl nach der länge als breite zu erkenen, der gestalt das sie dieselben also vorstellet, gleich wie sie einem geschlichtetem Dam gleich sehen wan sie nach der schnur auf ihrem Grund abgeschnitten waren, aber sie bezeich net nicht die höhen und tieffen.

ORTHOGRAPHIE ō. PROFIL (6)
Die Profile stellen die breiten ū höhen einer Vestung vor gleich wie sie aussehen wurden wan sie waagrecht von dem höchstē bis zu dem nidrigsten ihrer theile abgeschnitten waren.
Die breiten des Walles AA. der Banquette B. der Brustwehr EO. der Berme F. des grossen grabens, CD. der Cunette G. des bedeckten Weegs, H. der Banquette des bedeckten Weegs I. des Glacis LM. die höhen der ineren Abdachung mit AN. bezeichnet der Banquette der ineren Brustwehr der aussern Brustwehr, der aussern abdachung, der Escarpe, der Contrescarpe, der Banquette des bedeckten Weegs, der Brustwehr des Glacis.

SCENOGRAPHIE oder ERHOHUNG. (7)
Ist das ansehen einer Vestung, Welche in einem militarischen perspectiv die höhen ihrer Mauren, und ihres Erdreichs, die tieffen ihrer Gräben, ihr Lager und die art und weise ihrer einfassung entdeckt.

REGULARE FORTIFIcations. (8)
Sind die jenigen, welche gleiche seiten, und gleiche winckel oder Eck haben. Man bauet sie gemeiniglich auff gantze Circkel oder portiones. Sie sollen über all gleich befestigt seÿn, so wohl in grösse der Curtinen, Pasteÿen, Linien, winckeln oder Ecken, aussen wercken, graben &c. Man befestigt dern wenig über Enneagone oder Neuneck.

IRREGULARE FORTIFICATIONS. (9)
Sind die jenigen welche ungleiche Winckel und seiten haben, wie wohl sie mit eben den wercken, als die regularen befestiget seÿn.

TRIANGLES. (10)
Sind Figuren, welche dreÿ seiten haben. Man befestiget deren auf unterschiedene Art ū weise wie man hier unten siehet, aber sie sind niemals von grosser gegen wehr, weil ihre Ecken oder Winckel gar zu spizig sind. Man braucht sie bisweilen die passagen zu den linien ū. Lagern zu bedecken.

BEFESTIGTES VIEREK (11)
Ist eine Figur, welche vier seiten hat. sie ist ein wenig von besserer gegenwehr als der Triangle, wie wohl es fast eben dise fehler und Mängel hat.
Man braucht sie biß weilen zu denen Citadellen und verschantzungen.

FÜNFF ECK. (12)
Ist eine Figur welche 5 Eck und 5 Seiten hat. Wann es befetiget ist so hat es funff Pasteÿen, und 5. Curtinen
Alle dies Regular=Figuren öknnen bis auf eine unendliche zahl henaus/heraus lauffen, allem gehet man nur darinnen biß auff 12.

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