Start featured Von Schirmer, Sendemasten und Schulalltag

Von Schirmer, Sendemasten und Schulalltag

Mit der neuen Ausgabe der Jülicher Geschichtsblätter wird in zweifacher Hinsicht ein neues Kapitel in der Geschichte des Jahrbuchs des Jülicher Geschichtsvereins aufgeschlagen: Zum einen ist es der erste Band, der im Aachener Ammianus Verlag erscheint, zum anderen ist von nun an der Förderverein Museum Jülich e.V. Mitherausgeber der Geschichtsblätter, nachdem die Themenfelder des Museums schon lange Zeit ihren festen Platz im Jahrbuch gefunden haben. An der gewohnten inhaltlichen Ausrichtung hat sich nur wenig geändert: Die Jülicher Geschichtsblätter verstehen sich als Forum für die regionale Geschichtsforschung in den verschiedensten thematischen und methodischen Bereichen, wobei Fachleute wie versierte Laien zu Wort kommen.

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Jülicher Geschichtsblätter Band 82/83/84 | Foto: Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V.
Jülicher Geschichtsblätter Band 82/83/84 | Foto: Jülicher Geschichtsverein 1923 e.V.
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Mit den „Schirmer-Studien“ – in Analogie zu den „Pasqualini-Studien“ – ist eine neue Rubrik eingeführt worden, die sich mit dem Werk des aus Jülich stammenden Landschaftsmalers Johann Wilhelm Schirmer (1807–1863) beschäftigt. Damit setzen die Jülicher Geschichtsblätter einen Akzent in der kunstwissenschaftlichen Erforschung der Düsseldorfer Malerschule, die im 19. Jahrhundert eine führende Rolle in der Kunstwelt spielte.

In der aktuellen Ausgabe lotet zudem Willi Arnolds das mögliche Arbeitsgebiet der Jülicher Geschichtsforschung aus, in dem er danach fragt, was man heute unter dem Jülicher Land versteht. Neben historischen Bezugsgrößen wie das Gebiet des ehemaligen Herzogtums oder des ehemaligen Landkreises Jülich, tritt eine genaue Analyse aktueller Parameter, die für oder gegen eine Zugehörigkeit zum Jülicher Land sprechen. Aus dem Reigen der Beiträge sei der von Detlef Braun zur ehemaligen Sendeanlage auf der Merscher Höhe hervorgehoben, der ein bedeutsames technikgeschichtliches Zeugnis vorstellt. Seine charakteristischsten Elemente, die Masten, zwischen denen die Antennen aufgespannt waren, sind seit 2010 vollständig verschwunden. Helmut Holtz beschließt seine Reihe über die Windmühlen des Jülicher Landes.

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Den Auftakt der aktuellen Ausgabe der Jülicher Geschichtsblätter bilden die „Beiträge zur Jülicher Archäologie“, die unter anderem erste bemerkenswerte Ergebnisse einer Grabung auf dem Gelände der Fachhochschule Aachen, Abteilung Jülich, auf der Merscher Höhe präsentieren. Daniel Winkens beschreibt detailliert die Auseinandersetzungen im Jülich-Klevischen Erbfolgestreit zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Alexander Holz beschäftigt sich mit der frühmittelalterlichen Geschichte des Jülicher Ortsteils Barmen und Horst Dinstühler nimmt den Schulalltag in Mersch und Pattern in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Blick. Zudem wird der Vortrag von Frank Pohle dokumentiert, den dieser anlässlich des 350. Geburtstags des Jesuitenpaters Goswin Nickel im Jahr 2014 in Koslar gehalten hat. Rezensionen und die Chronik der Aktivitäten des Jülicher Geschichtsvereins in den Jahren 2014 bis 2016 beschließen den mit zahlreichen Abbildungen aufwändig ausgestatteten Band.

Jülicher Geschichtsblätter – Jahrbuch des Jülicher Geschichtsvereins, Band 82/83/84, 2014/2015/2016, Aachen: Ammianus Verlag 2018, 568 Seiten, ca. 300, zum Teil farbige Abbildungen, ISBN 978-3-945025-77-2, 29,90 EUR

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