Sportwetten auf dem Smartphone, Online-Casinos und Werbung für vermeintlich schnelle Gewinne gehören für viele Menschen längst zum Alltag. Wie präsent Glücksspiel inzwischen ist, zeigt auch der Werbeaufwand: Die Glücksspielbranche gab in Deutschland 2025 mehr als 620 Millionen Euro für Werbung aus.
Glücksspiel erscheint dadurch als harmloser Freizeitspaß. Die Risiken von Kontrollverlust, Verschuldung und Abhängigkeit sind nicht präsent. Anlässlich des bundesweiten Aktionstags gegen Glücksspielsucht am 30. September fordern die Landesfachstellen Glücksspielsucht unter dem Motto „Suchtmittel Glücksspiel – Massive Werbung, wenig Schutz!“ deshalb eine deutlich stärkere Regulierung der Glücksspielwerbung.
Besonders im Sport, in sozialen Medien und bei Werbung mit Boni oder Freiwetten muss der Spielerschutz stärker berücksichtigt werden. „Glücksspielwerbung ist Teil unseres Alltags. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, Glücksspiel sei eine ganz normale Freizeitbeschäftigung“, sagt Silvia Zaunbrecher von der Fachstelle Glücksspielsucht der Caritas.
Glücksspielsucht ist eine anerkannte Suchterkrankung, die nicht nur die finanzielle Situation, sondern auch die psychische Gesundheit und Beziehungen zu Familie und Freunden erheblich belasten kann. Die Caritas Düren-Jülich bietet Menschen mit Glücksspielproblemen und ihren Angehörigen Beratung und Unterstützung an. Der erste Schritt ist vertraulich, kostenfrei und auf Wunsch anonym.
„Viele Menschen kommen erst dann in die Beratung, wenn die Situation bereits sehr belastend ist“, so Zaunbrecher weiter. „Dabei lohnt es sich, frühzeitig über das eigene Spielverhalten zu sprechen. Beratung kann helfen, die Situation einzuordnen und gemeinsam nächste Schritte zu entwickeln.“
Die Fachstelle Glücksspielsucht der Caritas ist am Mittwoch, 30. September, von 13 bis 17 Uhr mit einem Informationsstand auf dem Marktplatz vor dem Bürgerservice in Düren vertreten. Interessierte können sich über Glücksspielsucht, Warnsignale und Unterstützungsmöglichkeiten informieren und mit den Fachkräften ins Gespräch kommen.
Der Aktionstag soll nicht nur auf die Risiken von Glücksspielsucht aufmerksam machen, sondern auch dazu ermutigen, Hilfe anzunehmen und eine Sichtbarkeit für die Angebote für Beratung und Prävention schaffen.



















