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Die erste Kiste ist schon da

Es gibt in Jülich Menschen, die genau jetzt Hilfe brauchen. Durch die Coronakrise haben sie ihre Jobs verloren. Für sie gibt es kaum ein soziales Netz, welches sie abfangen kann. Helfen ist denkbar einfach.

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Alexander Peters ruft zur Lebensmittelspende auf. Foto: Mira Otto
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„Ich habe meine Arbeit verloren und habe jetzt Schwierigkeiten wegen meiner finanziellen Situation. Meine Eltern haben auch ihre Arbeit verloren.“

„Seit zwei Monaten habe ich kein Geld mehr und ich kann die Krankenversicherung nicht bezahlen. Jetzt droht mir die Exmatrikulation.“

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Alexander Peters, der Leiter der Katholischen Studentengemeinde (kurz KSG) Jülich, liest seit ungefähr einem Monat solche Sätze in seinen Mails immer öfter. Über Tipps von WG-Mitbewohnern und Freunden haben sich die Studenten in Not an die Katholische Studentengemeinde gewandt, da bekannt wurde, dass die KSG Studenten in Notsituationen unter die Arme greift. Wo es vor der Coronakrise ein oder zwei pro Woche waren, sind es mittlerweile ein oder zwei Mails pro Tag. Die Absender sind internationale Studierende. Teilweise ist ihre Lage so prekär, dass sie kurz davor sind nicht mehr zu wissen, wie sie Essen auf den Tisch bringen sollen. Außerdem sind Studierende dazu verpflichtet krankenversichert zu sein. Können sie dies nicht mehr nachweisen, werden sie von dem Studium ausgeschlossen. Auch die Miete will bezahlt sein.

Staatliche finanzielle Unterstützung wie BAföG gibt es für Nicht-EU-Bürger nur unter besonderen Umständen, die von den internationalen Studierenden in der Regel nicht erfüllt werden. Auch die Eltern sind häufig von den Auswirkungen der Coronakrise betroffen und können ihren Kindern nicht mehr helfen. Je nach Heimatland ist es den Eltern auch gesetzlich verboten, Geld zu ihren Kindern nach Deutschland zu schicken.

Dadurch werden die Hilfsangebote der KSG mehr und mehr in Anspruch genommen. Die Ressourcen werden knapper. Auch die Stadt und die Fachhochschule unterstützen die Studierenden in Not. Da es so viele sind und es immer mehr werden, die Hilfe suchen, wendet sich die KSG mit einer Aktion an die Bevölkerung.

Pfingsten im Schuhkarton

Die KSG hat die Aktion „Pfingsten im Schuhkarton“ initiiert. Bedürftige Studierende werden dabei mit einer Lebensmittelkiste unterstützt. Jeder ist eingeladen mitzuhelfen. Die Packliste einer solchen Kiste könnte folgendermaßen aussehen:

  • 1 Kilogramm Reis
  • 1 Packung Nudeln
  • 1 Packung Salz
  • Dosengemüse
  • 1 Liter Speiseöl in einer Plastikflasche
  • 1 Packung Multivitamin-Brausetabetten
  • 1 Packung Kekse
  • 1 Gutschein für den Supermarkt im Wert von 10 Euro

Die KSG bittet darum, keine verderblichen Lebensmittel in die Kiste zu packen. Der Gutschein ist kein muss, ermöglicht den Bedürftigen aber, etwas frisches Gemüse und Obst zu kaufen. Die Kisten sollen darüber hinaus bitte nicht zugeklebt werden.

Eine solche Lebensmittelkiste mildert die Notlage etwas ab. So kann das Geld, welches nicht für Essen ausgegeben werden muss, für die Miete oder die Krankenversicherung aufgebracht werden. Außerdem sind ein paar Mahlzeiten gewiss. „Ich habe keine Ahnung wie viele es gerade wirklich sind. Man weiß nicht wie viele sich nicht trauen zu fragen“, sagte Peters. Allein im letzten Monat seien es um die 30 gewesen. Und weiter: „Wir merken bereits, wie groß die Hilfsbereitschaft ist. Es ist jetzt alles relativ schnell gegangen. Es musste auch schnell gehen.“ Peters hofft auf 50 bis 100 Kisten, die anschließend an die Studierenden verteilt werden.

Abgegeben können die Lebensmittelkisten am Donnerstag, 28. Mai, und Freitag, 29. Mai von der Christinastube in der Stiftherrenstraße 19 von 8 bis 18 Uhr. Auch im Kulturbahnhof können an beiden Tagen die Kisten von 15 bis 19 Uhr abgegeben werden. Bereits jetzt steht überdies ein weiterer Ablageort bereit. In der Neusser Straße 30 befindet sich eine offene Mülltonnenbox, in der Kisten deponiert werden können. Die linke Tür ist offen. Außerdem können die Kisten von 9 bis 19 Uhr am Bücherstand vor dem Eingang der Klosterkirche Haus Overbach in Barmen abgelegt werden.

Die KSG unterstützt die Studierenden in Notlagen auch mit Geldmitteln. Wer auf diesem Weg helfen möchte, kann an die KSG mit der IBAN-Nummer DE59 3906 0180 4003 3080 10 spenden. Das Stichwort lautet „Spende Beihilfe“.

 


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