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Ein Mann verändert die Stadtbücherei Jülich

Von der Schwangerschaftsvertretung zum Leiter der Stadtbücherei Jülich - so kann man die steile Karriere von Werner Wieczorek am besten beschreiben.

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Werner Wieczorek | Foto: Stadtbücherei
Werner Wieczorek | Foto: Stadtbücherei
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Vor zehn Jahren enterte der gebürtige Herzogenrather unsere Hallen zum ersten Mal, damals als Schwangerschaftsvertretung für die stellvertretende Leiterin. Sofort brachte er frischen Wind in die Jülicher Bücherwelt, doch leider war das Zwischenspiel auf einen Zeitraum von drei Jahren begrenzt.

Danach ging’s zu einer Softwarefirma für Bibliotheken, wo er die EDV-Praxis für Bibliotheken voran trieb und deutschlandweit Kollegen weiterbildete. Doch Jülich ließ ihn nicht los: Auf die zwischenzeitlich freigewordene Leiterstelle bewarb er sich und kam zurück. Es ging wie ein Ruck durch das Gebäude –  Kultur und Lesekultur in Jülich wurden aufgerüttelt.

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Die einzelnen Bereiche der Bücherei wurden modernisiert und der Wohlfühlfaktor integriert: Mit dem neuen Kapitän verschwand zuerst das Schiff aus der Bilderbuchecke, die „Minis kamen an die Bücher“ und mit frischen Farben hielten der Hörbär und die Kuschelecke Einzug. Für die Erwachsenen wurde ein Lesecafé geplant, eingerichtet und eröffnet. Frei nach dem Motto „Wir machen uns schön für Sie“ gab es den lang ersehnten und notwendigen neuen Teppich im Kinder- und Jugendbereich. Die Begriffe Schoolcorner und Jugend-ecke wurden verewigt und mit Leben gefüllt. Ein cooles Graffiti, gemütliche Möbel, die neuen Medien (Konsolen- und PC-Spiele) und die Internet-arbeitsplätze machten die Bücherei auch für die Jugendlichen wieder zum „Place to be!“.

Dies alles war nur möglich, weil Werner Wieczorek viele Anträge für Landesmittel und Projekte beantragte und gut begründen konnte, sowie etliche Sponsoren für seine Ideen begeisterte, so dass die Stadtverwaltung Jülich nicht über den normalen Etat hinaus „belastet“ wurde.

Überhaupt ist das Thema „Netzwerk“ DAS Steckenpferd des 41-Jährigen: Die Zusammenarbeit und das offene Miteinander mit vielen Institutionen und Vereinen (u.a. Straßengemeinschaft „Kleine Rurstr.“,  Arbeitskreis Jülicher Bibliotheken, Jugendheime und Jugendparlament, Kultur ohne Grenzen) ermöglichten viele Projekte, die vielleicht auf eine andere  Art finanziell und menschlich nicht zu stemmen gewesen wären.

Auch zu unserem Förderverein und den Vorlesepaten hat er einen sehr guten Draht; Sommerleseclub und Herbstschmökerteam sind mittlerweile durch die hervorragende Zusammenarbeit zu festen und unglaublich beliebten Veranstaltungen geworden.

Aber natürlich wurde auch an der Außenwirkung der Bücherei gefeilt: Eine Präsenz auf der Rheinlandschau, bei den Veranstaltungen im Brückenkopfpark, im Bürgerfunk und vieles mehr brachte die Stadtbücherei bei den Menschen wieder in Erinnerung.

Das alles war nur möglich, weil Werner Wieczorek stets seine volle Arbeitskraft investierte und oft seine private Freizeit opferte. Veranstaltungen wie therapeutische Lesungen mit Hunden in der Bücherei, Frauentag mit Wellnessoase, und „Konsum um jeden Preis“ wurden von ihm mit all seinen Möglichkeiten gefördert. Fördern. Eine absolute Schlüsselqualifikation unseres bisherigen Leiters: Viele Praktikanten haben durch seine Ermunterung ihre Ideen in der Stadtbücherei einbringen oder verwirklichen können. So werden z.B. noch heute auf den Sachbilderbüchern für die allerkleinsten Leser die Bildsymbole, die ein Praktikant nur für die Stadtbücherei Jülich entworfen hat, verwendet.

Bei seiner Arbeit hatte er für alle ein offenes Ohr, viele Leser(innen) kommen mittlerweile nicht mehr nur um Medien zu leihen, sondern auch um sich mit ihm auszutauschen. Aber auch die Kolleginnen konnten immer auf seine Ratschläge und Loyalität vertrauen. Nun sagt er sich wohl: „Ich habe fertig in Jülich.“ Auf geht’s zu neuen Herausforderungen. Ab dem 01.04.2012 verlegt er seinen Wirkungsbereich in die Stadtbücherei nach Bergheim (leider kein Aprilscherz).

Wir trösten uns damit, dass es sein eigener Wunsch war, nun als Leiter eines komplexeren und größeren Bibliothekssystems weitere neue Projekte umsetzen zu können. Wer so voller Energie ist und vor Motivation strotzt, den soll und darf man nicht ausbremsen, auch wenn wir in Jülich gerne weitere Vorhaben mit ihm gemeinsam umgesetzt hätten. Seine Ideen sind unerschöpflich. Er wird wohl nie „FERTIG“ sein…

Online Katalog: http://buecherei.juelich.de/

Veranstaltungen der Stadtbücherei und ihren Partnern finden Sie im Veranstaltungskalender.

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Stadt Jülich
Hightech auf historischem Boden - Jülich ist eine Stadt mit großer Vergangenheit. Mit über 2000 Jahren gehört sie zu den Orten mit der längsten Siedlungstradition in Deutschland. In der historischen Festungsstadt und modernen Forschungsstadt, die sich auch mit den Schlagworten „Stadt im Grünen“, „Einkaufsstadt“, Renaissancestadt“, „Herzogstadt“ und „kinder- und familienfreundliche“ Stadt kennzeichnen lässt, leben heute ca. 33.000 Menschen.

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