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Neu im b.haus: Franziskus und seine Loumi

Das b.haus ohne Kinder und Jugendliche? Geht gar nicht! Wenigstens ein bisschen Quatschen und etwas Zocken sollte dort immer drin sein. Das und noch einiges mehr plant der neue Herr im b.haus.

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Franziskus Meuthrath, Leiter der Offenen Kinder- und Jugendeinrichtung b.haus, im Innenhof des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses, den er noch etwas aufpeppen möchte. Foto: Arne Schenk
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Schon die erste Veranstaltung war ein Riesenerfolg: 50 Gäste kamen zum Einstand von Franziskus Meuthrath, davon 40 Kinder… Auf dem Speiseplan stand Pizza, die der Herr des b.hauses mit frischen Zutaten selbst vorbereitete: „Ich backe leidenschaftlich Pizza.“ Dafür hatte Meuthrath intensiv per Instagram und Flyer geworben. Zuvor hatte sich der neue Leiter der Offenen Kinder- und Jugendeinrichtung im Dietrich-Bonhoeffer-Haus bereits auf dem Gemeindefest mit verschiedenen Spielen wie Dosenwerfen, Shuffleboard und Torwandschießen im Kirchgarten und anschließend im Bonhoeffer-Haus vorgestellt. „Jetzt gilt es, die Kids auch im Alltag zu erreichen“, erklärt er. „Bin gespannt, wie es sich weiter entwickelt.“

Franziskus Meuthrath ist seit dem 3. Juli offiziell im Dienst der Evangelischen Kirchengemeinde Jülich. Seitdem sei er tagtäglich vor Ort im b.haus anzutreffen gewesen, erklärt er. Ausgenommen von den Wochenenden natürlich. Aber auch dies soll sich ändern, zumindest einmal im Monat, um auch dann ein spannendes Angebot für die Heranwachsenden bereitzuhalten. Dies ist kein leichtes Unterfangen, da die Offene Kinder- und Jugendeinrichtung der Evangelischen Kirchengemeinde Jülich sehr lange geschlossen und somit niemand vor Ort war, um ihn in seine neue Aufgabe einzuarbeiten oder an die Hand zu nehmen und etwas über den bestehenden Sozialraum zu erzählen.

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Doch Franziskus Meuthrath scheint sich davon nicht übermäßig abschrecken zu lassen, sondern krempelt die Ärmel hoch, um diese Aufgabe beherzt anzugehen. „Aus diesen Gründen treffe ich mich momentan mit anderen Fachkräften, die in und außerhalb von Jülich unterwegs sind, um mir erzählen zu lassen, was hier momentan Thema bei den Jugendlichen ist.“ Was deren Bedürfnisse sind, aber auch wie es bei ihnen mit Themen wie Kriminalität aussieht. Dabei lässt er sich auch darüber aufklären, was den Jugendlichen fehlt oder an was es ihnen mangelt.

Dies gilt in gleichem Maße für die Jüngeren. Genau genommen richtet sich das Angebot der Einrichtung an 6- bis 27-Jährige. Dabei sei es für eine Einrichtung generell sinnvoll, bei ihrer Arbeit sich auf eine bestimmte Zielgruppe und somit eine engere Altersgruppe festzulegen. Dazu möchte Meuthrath allerdings erst einmal schauen, welche Altersklassen er überhaupt erreicht. Zunächst bereitet er Angebote für alle Altersklassen vor, um herauszufinden, wie dieses angenommen wird. Seine Strategie sei, dass die Jugendlichen schon sagen würden, was sie haben wollen, und dafür setze man sich ein.

„Wenn ich dann irgendwann feststellen sollte: Hier kommen nur 6- bis 12-Jährige, dann ist das halt so. Dann passe ich meine Angebote eben dem Alter entsprechend an.“ Er finde es nur wichtig zu versuchen, allen Altersklassen gerecht zu werden, auch wenn dies auf Dauer schwierig und aufwändig werden könne, den unterschiedlichen Altersgruppen gerecht zu werden. Da gelte es zu schauen, wie dies unter einen Hut zu bekommen sei. Letztlich zähle, wer die Angebote wahrnimmt. „Danach richte ich die Arbeit aus“, erklärt der fast 33-Jährige. Eben bedürfnisorientiert.

Bedürfnisorientiert möchte er halt arbeiten, ganz eng an dem, was sich die Jugendlichen und Kinder wünschen und was sie benötigen. Da passt sein Vorname doch ausgezeichnet, denn Franziskus von Assisi, der in der katholischen Kirche als Heiliger verehrt wird, war bedürftigen Menschen und Tieren besonders zugetan. Das passe auch zu seiner Biografie, meint Franziskus Meuthrath, der heilige Franziskus sei ja auch erst Soldat gewesen, ehe er seine wahre Bestimmung gefunden habe.

Studiert hat er Pädagogik der Kindheit und Familienbildung an der TH Köln. Zuvor war er nach dem Fachabi als Zeitsoldat zur Bundeswehr gegangen. Dort hatte er auch als Zivilist ein Studium aufgenommen, allerdings bald gemerkt, dass ein Verwaltungsstudium dort nicht das Richtige für ihn sei. Also entschloss er sich dazu, zu seinen „Wurzeln“ zurückzukehren, dorthin wo er ursprünglich einmal herkam, schließlich hat er bereits sein Fachabitur im sozialen Bereich absolviert und nach eigener Aussage auch viel Erfahrung gesammelt: ein Jahr im Jugendhilfezentrum gearbeitet, Kinder und Jugendliche auf Jugendfahrten betreut, mehrere Praktika in einer Schule für körperlich und geistig beeinträchtigte Kinder – alles vor seiner Bundeswehrzeit.

Nach seinem Studium konzentrierte er sich in der Bewerbungsphase auf die Jugendarbeit und suchte ganz bewusst über die Diakonie nach Stellen, weil er während des Studiums in der Evangelischen Familienbildungsstätte in Aachen gearbeitet hatte und ihm das Klima dort gefallen hat.

Im Zuge dessen sei die Jülicher Stelle seine favorisierte Stelle geworden, obwohl es sogar ein Angebot direkt bei ihm zuhause in Aachen quasi „um die Ecke“. „Die Stelle hier war die, die ich unbedingt wollte“, bekräftigt er. Es sei eine Stelle, bei der er die Möglichkeit sieht, auch seine eigenen Ideen mit einzubringen und umzusetzen und dabei selbstständig wie selbstverantwortlich zu agieren.

Hündin Loumi ist fester Bestandteil seines Lebens. Zehn Monate alt ist sie und: „75 Prozent Mittelspitz und 25 Prozent holländischer Schäferhund“, erklärt Franziskus, den einige einfach „Franz“ nennen, schmunzelnd. Die Eltern seien bekannt. „Sie kommt immer mal wieder mit“, meint der Jugendleiter. Es gibt bereits Überlegungen, den Vierbeiner irgendwie in die Arbeit zu integrieren. Auch in dieser Hinsicht kommt sein „Franziskus-Charakter“ zum Vorschein.

Derzeit sind im b.haus Kicker, Basketball, ein kleines Air-Hockey, eine Tischtennisplatte und eine Playstation vorhanden. Ein Billard ist in Planung. Auch besteht die Überlegung, ein vernünftiges großes Air-Hockey anzuschaffen. Zudem soll der Außenbereich für derartige Zwecke gemütlicher gestaltet werden. Dafür ist unter anderem ein mit Pellets betriebener Outdoor-Pizza-Ofen im Gespräch, wenn ein Interesse dazu besteht. Pizza-Backen ist eben eine seiner Leidenschaften. Am liebsten würde er dies von Zeit zu Zeit mit Jugendlichen unternehmen. Alles natürlich mit frischen Zutaten selbst hergestellt.

Wenn etwas Neues in b.haus passiert, ist das über den Aufsteller am b.haus, über Instagram (b.haus_juelich), per Tel. 0151 44969652 oder E-Mail an [email protected] zu erfahren.


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