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Jeckes Karnevalsmuseum ohne Öffnungszeiten

Menschen sind schon immer Jäger und Sammler. Einer der besonderen Art ist Manfred Domath aus Jülich. Alles beginnt 1992 als er Mitglied wird bei der Karnevalsgesellschaft KG Maiblömche Lich-Steinstraß. Manfred Domath hat einen Keller voller "närrischer" Schätze.

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"Karnevalsmuseum Domath". Foto: Andrea Eßer
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Seinen richtigen Anfang nimmt die Sammelleidenschaft aber erst drei Jahr später, als Vereinskollegen ihn überzeugen im Dreigestirn der KG als Bauer mitzumachen. Denn in dieser Session bekommt er natürlich auch seine ersten Orden verliehen. Ab da ist er fasziniert von den meist Rheinischen Schmuckstücken und beschließt mit dem Sammeln zu beginnen. Etwa 5500 Orden hat der 71-jährige seitdem zusammengetragen, hinzukommen noch etwa 1500 Sticker und einige Karnevalskappen diverser Vereine. Mit und mit hat er dafür seinen ganzen Keller zu einer Art Karnevalsmuseum ausgebaut, sämtliche Vitrinen selbst angefertigt. Freie Fleckchen gibt es dort nicht mehr allzu viele. Dabei finden sich neben Orden, der in Jülich ansässigen Vereine, vor allem solche aus Köln, von verschiedenen Traditionsgesellschaften, aber auch von Domaths Herzens-Fußballclub, dem 1.FC Köln.

Einen großen Teil beanspruchen auch Karnevalsorden aus Mönchengladbach (Auf die Frage warum denn ausgerechnet Mönchengladbach, antwortet er, einer seiner liebsten Tauschpartner käme halt von da), aber auch ein Stück aus dem fernen Schwarzwald ist dabei. Ein Orden der Narrengilde von 1949. Neben einem aus dem gleichen Jahr von seinem Heimatverein, den Maiblömche, das älteste Stück.

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Auch monetär wertvolle Stücke befinden sich in Domaths Sammlung. Für seine Ostermann Orden bot ihm ein anderer Sammler schon eine niedrige vierstellige Summe. Einen Verkauf lehnte er dennoch ab. Die Preise seien teilweise echt verrückt. Wenn man Orden wie zum Beispiel vom 1. FC Köln nicht gleich in der Session kaufe, könne es passieren, dass man wenig später im Internet schon das Doppelte zahlen müsse. Das mache er aber nicht mit. Das Sammeln sei sein Hobby, es solle kein Vermögen kosten. Er tausche viel lieber, das sei für beide Seiten viel erfreulicher und man komme in Kontakt.

„Sammlung Schanzeremmele“.Foto: Andrea Eßer

Auf die Frage was ihn antreibe betont er, dass es ihm um die Archivierung und den Erhalt dieser Traditionsstücke ginge. Zu oft würden alte Orden noch von den Besitzern selbst oder auch von ihren Erben einfach weggeschmissen. Es sei für ihn Teil der lokalen Brauchtumspflege dies zu verhindern. Teilweise habe er mehr Orden als die ursprünglich ausgebenden Vereine in seinem Archiv. Da gab es bei Besuchen schon den ein oder anderen staunenden Blick. In solchen Fällen bereitet der Jülicher Rentner auch schon mal eine kleine Freude und gibt ein Stück ab, wenn er es doppelt hat. Er tausche zwar auch gerne, die Hauptsache sei aber doch, dass die Orden gewertschätzt werden.

Manfred Domaths Karnevalsmuseum hat zwar keine Öffnungszeiten, wer aber an einem Besuch oder Plausch zum Thema interessiert ist, darf sich gerne unter der Telefonnummer 02461 56219 bei ihm melden. Natürlich auch wer Orden loswerden möchte, weil er keine Verwendung dafür hat. Welche Stücke ihm im Speziellen noch fehlen, hält er in einer Art alphabetischem Katalog nach. Im Herzen ganz oben, stehen aber die älteren Orden der Roten Funken aus Köln. Das sei aber wohl eher ein Wunschtraum, sagt er selbst.

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Andrea Esser
In Jülich geboren und dann nach der Schule ab in den Süden zum Studium der Wortjonglage. Nach einer abwechslungsreichen Lehrzeit mit den Prominenten dieser Welt, überwog das Heimweh nach dem schönen Rheinland und Jülich im Speziellen. Deckname Lottofee, liebt ihre Familie, Süßigkeiten, Kaffee, alles Geschriebene und Torsten Sträter. Anfällig für sämtliche Suchtmittel (nur die legalen natürlich). Hat schon mal eine Ehrenurkunde gewonnen und ihre erste Zeitung bereits mit zehn Jahren herausgegeben. Hauptberuflich strenger Händchenhalter eines Haufens vornehmlich junger Männer. Der Tag hat notorisch zu wenige Stunden für alle Pläne und kreativen Vorhaben, die meiste Zeit etwas verwirrt.

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