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Joachim Krause ist tot

Ein Architekt des Jülicher Bildungs- und Kulturlebens war Joachim Krause – und der letzte seiner Art. Nach seiner Pensionierung vor 14 Jahren wurde seine Stelle – heute würde man sagen – im Super-Dezernat Kultur, Schul-, Sozial- und Sportwesen nicht mehr besetzt. Nach langer Krankheit ist er am 13. Mai mit 77 Jahren gestorben.

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Joachim Krause (1942-2019). Foto: Archiv PuKBSuS
Joachim Krause (1942-2019). Foto: Archiv PuKBSuS
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In einer Baracke an der Berliner Straße trat der im sachsen-anhaltischen Hettstädt geborene Preuße am 1. Januar 1972 seinen Dienst an. Gerade hatte Jülich nach der kommunalen Neugliederung den Status als Kreisstadt an Düren verloren – ein Prozess, den er in Wetter an der Ruhr miterlebt hatte.

Eine der ersten Mammut-Aufgaben von Joachim Krause: Die Auflösung der „Zwergenschulen“ und der Bau des Schulzentrums. Zum Ende seiner Amtszeit erfolgte der landespolitisch gewollte Umbau zu den Offenen Ganztagsgrundschulen (OGS), und der Neubau der „Schirmerschule“ an der Linnicher Straße wurde auf den Weg gebracht. Richtungsweisende Maßnahmen, die bis heute Gültigkeit haben. Gleiches gilt für die Gründung der Musikschule und das Ringen um die nachhaltige Einrichtung des Kulturbahnhofs Jülich. Vieles, was dem Jülicher heute selbstverständlich ist, geht auf die Ära Krause zurück – auch auf dem sozialen Sektor: Einerseits war es die Umorganisation für die Betreuung von Sozialhilfe- und Arbeitslosenhilfeempfängern, andererseits Projekte wie Jugendplan, Behinderten-Fachgesprächskreis, Senioren ins Netz und natürlich die Einrichtung der Gleichstellungsstelle.

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Bekannt war Joachim Krause für sein Geschick, Allianzen „für die Sache“ zu schmieden. Das galt für die Zusammenarbeit mit dem Christlichen Sozialwerk Jülich, das neu gegründet Träger von Maßnahmen im Kultur- oder Sozialbereich wurde, die eben in der Verwaltung nicht anzusiedeln waren. Oder auch überparteiliche Allianzen gelangen. Als unter den Sparzwängen für die „Kultur“ der Geldhahn nur noch tröpfeln sollte, einte er unter dem Spitznamen „Kulturfraktion“ politische Vertreter aller Parteien, um etwa das gefährdete Museum zukunftsträchtig zu unterstützen. Dass das Denkmalgesetz in seiner Amtszeit kam, und er mit dem großen Denkmal „Innenstadt Jülich“ umzugehen hatte, und es gelang, gehört ebenso dazu wie die organisatorische Federführung bei der Umsetzung des Festes „2000 Jahre Jülich. 750 Jahre Stadtrechte“ 1988.

Der Dezernent war auch Vereinsmensch: Er brachte den Jazzclub auf die Beine, der ihn dafür 2005 zum Ehrenmitglied machte, und war Kassierer des Jülicher Geschichtsvereins.

„So ein großer (Kultur-)Bahnhof ist selten in jüngster Vergangenheit in Jülich bereitet worden. Wer gestern bei der inoffiziellen Verabschiedung von Joachim Krause, Dezernent für Kultur, Sport und Soziales, im Hexenturm dabei sein konnte, weiß, was der Herzogstadt künftig fehlen wird: Ein Mann mit Verständnis, Engagement, Sachkompetenz und Diskussionsfreude, Offenheit und der Fähigkeit, die verschiedenen Bereiche seiner Zuständigkeit harmonisch miteinander zu verknüpfen.“ So hieß es im JüLicht 2005. Das gilt jetzt um so mehr.

Die Beisetzung hat auf Wunsch von Joachim Krause im engsten Kreise stattgefunden.

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