Start Stadtteile Jülich In Jülich läuft’s ganz besonders

In Jülich läuft’s ganz besonders

Über 1000 Schülerinnen und Schüler liefen bei optimalem Wetter durch die Jülicher Innenstadt. Es war bereits der zehnte Jülicher Friedenslauf. Viele Menschen säumten die Strecke und spornten die jungen Läufer an. Nur wenige Tage nach dem Weltfriedenstag sammelten Schülerinnen und Schüler von acht Jülicher Schulen auf diese Art Spenden für die Arbeit des Forum Ziviler Friedensdienst e.V. (Forum ZFD).

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T-Shirts in bunten Farben, mit Herkunft aus vielen Nationen und alle mit einem erwartungsvollen, aufgeregten Gesicht – zum Auftakt des zehnten Jülicher Friedenslaufes versammelten sich die Schülerinnen und Schüler erstmals auf dem Jülicher Schlossplatz. Dort ließen sie sich von einem Bühnenprogramm einstimmen auf ihren „Run durch die Stadt“, der in diesem Jahr ein Jubiläum war.

Die Band der Schirmerschule spielte den Song „Wie ein Komet, der zweimal einschlägt“, in Vorausschau zu dem, was die Schüler später noch leisten würden. Zum Anspornen standen auch der aus dem Kinder-TV-Programm bekannte Moderator „Fug“, mit Organisationskollegin Heike Werntgen auf der Bühne und sie begrüßten zusammen nicht nur die Kids, sondern auch Sozialdezernent Thomas Mülheims, der zusammen mit Bürgermeister Axel Fuchs Schirmherr der Veranstaltung ist. Dieser freute sich über die „großartige Kulisse“, die sich ihm mit Blick auf die über 1000 Kinder bot. Diese schauten erwartungsvoll und in aufgeregter Stimmung auf „ihre“ Show und konnten kaum erwarten, loszurennen.

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Doch räumte Mülheims auch ein, dass das zehnjährige Jubiläum auch zeige, dass ein solcher Lauf immer noch notwendig sei, weil nicht überall Frieden auf der Welt herrsche. „Wir haben über 120 Nationen hier in Jülich, davon sind sicher 80 Prozent heute hier“, sagt er. „So funktioniert es, wenn die Kinder anfangen, müssen die Erwachsenen nachziehen.“ Frieden durch Freundschaft lautete auch das Motto des Laufes.

Die Botschafter des Forum ZFD zeigten sich auch in diesem Jahr begeistert über den Jülicher Beitrag: „Wir sind jedes Mal wirklich baff über diese Stadt“, sagte Werntgen. Der Lauf finde sonst auch noch in Aachen, Köln, Bonn, Münster und Berlin statt. Doch in Jülich sei nicht nur die Atmosphäre eine ganz andere, sondern auch im Verhältnis das Engagement und die Beteiligung am höchsten, wie auch Christine Lieser vom Forum ZFD erklärte. Hier gebe es den größten Support und hier sei der Lauf auch für die Bewohner sichtbar, weil er innerstädtisch stattfinde.

Moderator Fug ist schon seit zehn Jahren dabei und weiß „hier in Jülich hat das immer so einen richtigen Wums“. Auf ihn haben die Friedensläufe immer eine sehr inspirierende Wirkung. Das brauche er, neben seiner Arbeit vor der Kamera. „Diese Energie, die dabei rüberkommt, die kickt so richtig“, freut er sich beim Blick in die Gesichter der aufgeregten Kinder. Sonst habe er ja sein Publikum nicht direkt vor Augen.

Die Schüler hatten 90 Minuten Zeit, um die knapp 1000 Meter lange Strecke so oft wie möglich zu absolvieren und Runde für Runde Spenden zu sammeln. Im Vorfeld der Aktion hatten alle Beteiligten in ihrem persönlichen Umfeld Sponsoren gesucht, und mit ihnen einen individuellen Spendenbeitrag ausgehandelt, der am Ende pro Runde zu zahlen sei. Dennoch sei die Zahlung natürlich freiwillig, erläuterte Lieser. In diesem Jahr beteiligten sich: Gymnasium Zitadelle, Mädchengymnasium Jülich, das Jülicher Berufskolleg, die Schirmerschule, Promenadenschule, GGS Jülich-Nord, GGS Jülich-Nord Welldorf sowie die GGS Jülich-West.

Um zu verstehen, wofür sie die Runden laufen, hatten sich viele Schulkassen im Vorfeld in Workshops mit dem Thema Frieden auseinandergesetzt: So hatten die Jüngsten gelernt, wie non-verbale Kommunikation – nur über Gesten und Körperhaltung – funktioniert. Und was man im positiven wie im negativen Sinne damit bewirken könne, erklärte Theaterpädagogin Werntgen. Die Größeren hatten einen Rap Workshop gemacht beziehungsweise sich mit dem Thema „Frieden und Freundschaft“ beschäftigt.

Auf dieser Ebene findet auch die Arbeit des Forum ZFD statt: Die gesammelten Gelder flössen in die Arbeit mit der Zivilgesellschaft, erklärte Lieser. Mit Partnerorganisationen vor Ort würden zum Beispiel in der Ukraine „Nachbarschaftsprojekte“ organisiert, um dort wieder Strukturen zu schaffen. Es gebe psychosoziale Beratung für Kriegstraumatisierte, oder Theaterprojekte für Menschen mit Gewalterfahrung. Der Friedensbegriff werde also viel weiter gefasst, als dies in der aktuellen politischen Diskussion der Fall sei, erklärte die Mitorganisatorin des Laufes. Im Moment liege der Schwerpunkt der Arbeit auf der Ukraine und dem Nahen Osten, erläuterte sie die Arbeit der weltweit tätigen Organisation.

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Sonja Neukirchen
M.A. Politikwiss./Soziologie (Uni Bonn 1998), Mitglied im Deutschen Fachjournalistenverband DFJV. Geborene Jülicherin, bekennende Rheinländerin. Versucht das Leben deshalb nicht zu ernst zu nehmen. Schreibt gerne von Menschen, Macht und Mäusen.

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