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Kein Frieren im Klassenzimmer

Wenn Schülerinnen und Schüler in ihrer Klasse saßen, war es entweder zu kalt oder zu stickig. Beides ist für das erfolgreiche Lernen nicht gut. Aber gerade in Zeiten der Pandemie sind sie und ihre Lehrerinnen und Lehrer auf regelmäßiges Lüften angewiesen. Denn: Das verhindert zu hohe Kohlenstoffdioxid (CO₂)-Werte in der Luft und das ausgeatmete CO₂ ist ein Indikator dafür, dass viele Aerosole in der Luft sind.

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Fenster auf offen lüften foto: pixabay
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Dauerhaft die Fenster öffnen und frieren? Fast: Das Bundesumweltamt empfiehlt, nur dann zu lüften, wenn der Kohlendioxid Gehalt besonders hoch ist. Nur, wann ist dieser richtige Zeitpunkt, und wann ist die Luftqualität gut? Das lässt sich bestimmen, indem die Lehrkraft es auf einem Messgerät ablesen kann. Aber: Solche Messgeräte sind teuer und aktuell schwer zu bekommen.

Einige Professoren des Fachbereichs für Elektro- und Informationstechnik der FH Aachen haben dafür jetzt eine Lösung gefunden, die nicht nur nützlich, sondern auch lehrreich ist: ein preiswerter Bausatz mit vorrätigen Materialien für ein hochwertiges CO2-Messgerät. Dieses Messgerät soll in Schulen und sogar im Unterricht selbst zum Einsatz kommen. Die Anleitung gibt es für die Lehrkraft als Online-Tutorial, so dass das Messgerät aus dem Baukasten mit den Schülerinnen und Schülern zusammen aufgebaut und besprochen werden kann – zu einem Selbstkostenpreis von etwa 65 Euro.

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„Das Messgerät ist für den Unterricht auf unterschiedlichen Leveln nutzbar. Es kann einerseits ,nur‘ zusammengesteckt werden. Wer aber andererseits schon weiter ist, könnte sich sogar an der Software probieren“, erklärt Prof. Dr. Michael Reke vom Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik, der das Projekt vor allem von technischer Seite betreut. Die Idee brachte Prof. Dr. Alexander Ferrein bereits Ende Oktober ein. Im Februar 2021 sei nicht nur die Entwicklung des Messgeräts abgeschlossen, sondern das Team sei schon einige Schritte weiter: In einer Grundschule in Grevenbroich wurde es, laut des Presseberichtes, im Dezember mit den Kindern bereits aufgebaut, eine eigene Internetseite erkläre das Projekt, und darüber hinaus liefen weitere Kooperationsgespräche, so dass viele Schulen der Region von dem Baukasten und dem Messgerät profitieren können.

Entwickelt und betreut wird das Projekt im neuen „Makerspace“ des Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik. Dieser Raum soll den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglichen, eigene Ideen auf dem Campus Eupener Straße umzusetzen. Hier gibt es Arbeitsplätze, Materialien und eine Ausstattung, die beispielsweise einen 3-D-Drucker beinhaltet. Der Makerspace soll in Zukunft vor allem von Studierenden genutzt werden. Prof. Dr. Thomas Dey, ebenfalls Teil des Fachbereichs und des Teams des CO2-Messgeräts, erklärt: „Wir wollen Studis dazu bekommen, in diesem interdisziplinären Lernlabor eigene Ideen umzusetzen.“ Und das geht dann dank des ersten Projekts des Makerspace sicher auch ohne Bibbern.


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