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Karneval ist nix für Amateure

Launig und den Spiegel vorhaltend, so präsentierte sich Volker Weininger als „de Sitzungspräsident“ am Samstagabend vor ausverkaufter Halle im Kulturbahnhof in Jülich.

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Volker Weininger als „de Sitzungspräsident“. Foto: Nicola Wenzl
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Vordergründig süffelt er sich in seiner Rolle vor allem am Kölsch entlang durch den Abend und erzählt dabei diverse Anekdötchen der KG Raderdolle Spritköpp von 1493 e.V. Bei genauerem Hinhören erkennt man alle Originale des dörflichen Vereinslebens: an vorderster Front den sich gerne im Rampenlicht sonnenden Präsidenten des Karnevalsvereins, der dank seiner hervorragenden Beziehungen – natürlich – eine richtig große Nummer aus dem kölschen Karneval verpflichten konnte für die am Abend stattfindende Proklamation des Prinzenpaares. Ausverkauft sei diese – natürlich. Nun überwacht der Präsident persönlich die letzten Vorbereitungen – natürlich – sowas dürfe man schließlich nicht den Amateuren überlassen. Soweit die Szenerie.

Die Wartezeit verkürzt Weininger dem Publikum mit allerhand teilweise boshaften Geschichten über die fast überall vorhandenen Originale des Dorflebens. Gespickt mit Seitenhieben gegen Veganer, Beamte und Nichttrinker. Wer hier Karneval erwartet hatte, wird enttäuscht, denn Volker Weininger liefert Kabarett wie es im Buche steht. Die Stimmung im Kuba ist sehr gut, das Publikum gut gelaunt, das Kölsch fließt. Gemütlich auch mal über sich selber lachen, scheint das Motto zu sein. Denn in jeder Bosheit steckt doch ein Fünkchen Wahrheit. Am Ende des Abends gab es auf jeden Fall reichlich Applaus und Zugabe Rufe. Das Rezept für den Schlehbuscher Schädelsprenger habe ich mir auf jeden Fall gleich mal aufgeschrieben.

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Andrea Esser
In Jülich geboren und dann nach der Schule ab in den Süden zum Studium der Wortjonglage. Nach einer abwechslungsreichen Lehrzeit mit den Prominenten dieser Welt, überwog das Heimweh nach dem schönen Rheinland und Jülich im Speziellen. Deckname Lottofee, liebt ihre Familie, Süßigkeiten, Kaffee, alles Geschriebene und Torsten Sträter. Anfällig für sämtliche Suchtmittel (nur die legalen natürlich). Hat schon mal eine Ehrenurkunde gewonnen und ihre erste Zeitung bereits mit zehn Jahren herausgegeben. Hauptberuflich strenger Händchenhalter eines Haufens vornehmlich junger Männer. Der Tag hat notorisch zu wenige Stunden für alle Pläne und kreativen Vorhaben, die meiste Zeit etwas verwirrt.

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