Derya und Aziz, ein gefeiertes Künstlerehepaar aus Ankara, führen mit ihrer 13-jährigen Tochter Ezgi ein erfülltes Leben. Bis ein Vorfall bei der Premiere ihres neuen Theaterstücks alles verändert. Über Nacht geraten sie ins Visier des Staates und verlieren ihre Arbeit und ihre Wohnung. Sie gehen nach Istanbul, wo sie vorläufig bei der Mutter von Aziz unterkommen.
Während sich Aziz mit Gelegenheitsjobs durchschlägt und an seinen Überzeugungen festhält, sucht Derya nach einem Ausweg, der sie finanziell unabhängig macht. Nach und nach vergrößert sich die Distanz zwischen ihnen und ihrer Tochter, bis sie sich zwischen ihren Wertvorstellungen und der gemeinsamen Zukunft als Familie entscheiden müssen.
Nach dem international gefeierten und preisgekrönten Film DAS LEHRERZIMMER legt der Oscar®-nominierte Regisseur İlker Çatak mit GELBE BRIEFE erneut ein „brisantes und packendes Meisterwerk“ vor. Im Mittelpunkt steht ein Paar, das durch die Willkür eines autoritären politischen Systems unter Druck gerät und sich zwischen seinen Idealen und Anpassung entscheiden muss. Eindrucksvoll getragen von den türkischen Schauspielstars Özgü Namal und Tansu Biçer schafft İlker Çatak ein intensives und brandaktuelles Drama über Mut und Macht, das die universellen, großen gesellschaftspolitischen Fragen unserer Zeit in den Fokus nimmt.
Seine Weltpremiere feierte „Gelbe Briefe“ im Wettbewerb der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin, wo er mit dem Goldenen Bären für den besten Film ausgezeichnet wurde.
Gelbe Briefe MO 20|4 und DI 21|4
Kulturbahnhof | Bahnhofstraße | 20 Uhr | Eintritt 6,50 Euro, ermäßigt 6 Euro
Filmfrühstück: Silent Friend
Im Herzen eines botanischen Gartens in einer mittelalterlichen Universitätsstadt in Deutschland steht ein majestätischer Ginkgobaum. Seit über hundert Jahren ist er ein stiller Zeuge. Ein Beobachter leiser, tiefgreifender Veränderungen im Leben dreier Menschen. 2020 beginnt ein Neurowissenschaftler aus Hongkong, der die kognitive Entwicklung von Babys erforscht, ein ungewöhnliches Experiment mit dem alten Baum. 1972 erfährt eine junge Studentin eine innere Wandlung – ausgelöst durch die einfache, achtsame Verbindung mit einer Geranie. 1908 entdeckt die erste Studentin der Universität durch das Objektiv ihrer Kamera verborgene Muster des Universums, eingeschrieben in die unscheinbarsten Pflanzen.
Das Team des Kubas begleitet ihre tastenden, unbeholfenen Versuche, Verbindung zu schaffen, jeder von ihnen tief in seiner eigenen Gegenwart verwurzelt, und erleben, wie sie durch die stille, beständige und geheimnisvolle Kraft der Natur verwandelt werden. Der uralte Ginkgobaum bringt dem näher, was es bedeutet, Mensch zu sein. Dem tiefen Wunsch, irgendwo dazuzugehören.
Im Anschluss an das Filmfrühstück sind die Gäste eingeladen zum Gespräch und Gedankenaustausch mit dem Leiter des EEB Jülich Jean Jacques Badji.
Silent Friend DO 23 April
Kulturbahnhof | Bahnhofstraße | 9.30 Uhr Frühstück und 10.30 Uhr Filmbeginn | 12 Euro (inkl. Frühstück)



















