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Ort für unmittelbare Geschichte

„Sie haben Geschichte anfassbar gemacht“, dankte Bürgermeister Axel Fuchs bei der offiziellen Übergabe des Mahnmals „Berliner Mauer“ dem Verein „Unternehmer für Jülich“. Dieser hat an der Großen Rurstraße in Blickachse zum Ratssaal durch Spenden finanziert den würdigen Rahmen geschaffen für dieses „Symbol der Freiheit“, wie Roland Meyer es nannte.

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Geschichte zum Anfassen: Ein Stück Berliner Mauer in Jülich. Foto: Dorothée Schenk
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Der rege Austausch über die ganz persönlichen Erinnerungen und Erlebnisse am Tag des Mauerfalls am 9. November vor 30 Jahren ergab sich wie von selbst. Bürgermeister Axel Fuchs war als Sänger seiner damaligen Ska-Band „The Blue Beat“ nur vier Tage vor dem historischen Tag zu einem Auftritt in Berlin und auch an der Mauer, Heinz-August Schüssler, der damals das Mauersegmente für Jülich erwarb und schließlich der Stadt schenkt, erinnerte sich, wie er und viele seiner Freunde mit Tränen in den Augen damals die Nachrichten verfolgt hätten. Gisa Stein, erst nach der Wende aus Güstrow zugereist, erinnert sich nur an die „graue Mauer“ – denn auf ostdeutscher Seite gab es keine kreative Gestaltung. Ganz selbstverständlich ist die „Mauer“ im Gedächtnis derer verankert, die sie als Teil deutscher Geschichte oder eben den Fall der Mauer miterlebt haben. Das gilt eben nicht bei die heutigen Jugendlichen, die, wie Bürgermeister Fuchs erzählte, auch fragten, „was das denn sein solle“.

Darum sei dieses Mahnmal so wichtig als steinernes Dokument „was wir uns als Menschen angetan haben“. Menschen hätten die Mauer überwinden wollen und wären bei dem Versuch zu Tode gekommen. Das müsse man sich bewusst machen. Die Sitzgelegenheiten böten die Möglichkeit, mit Blick auf die Mauer und einfach nachzudenken. „Wir sind an einem Ort der unmittelbaren Geschichte“, sagte Fuchs und verwies auch auf die dahinterliegende Eleonorenbastion.

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Das Vorbild für den „Jülicher Mauer-Platz“ ist die Gedenkstätte am Grenzübergang Bernauer Straße in Berlin: Die Mauer, die Betonblöcke, die als Sitzgelegenheiten dienen, das Hinweisschild auf metallenen Fuß mit metallener Platte ist in dieser Gestaltung nachempfunden.

Gar nicht so simpel war es, erzählte Roland Meyer bei der offiziellen Übergabe, dieses Areal zu entwickeln: Architekt Reinhard Windt hat die kleine Gedenkstätte entworfen, die Pläne mussten zur Abstimmung an die Stiftung Berliner Mauer geschickt werden, die auch die Orignal-Fotodokumente für Jülich zur Verfügung stellte. Dass es tags wie nachts gut zu sehen ist dafür sorgt eine Lichtinstallation.


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