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Wer den Weg wagt…

Die Bolivien-Brücke - Internationaler Freiwilligendienst

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Brücke von Deutschland nach Bolivien ©Leon Misic
Brücke von Deutschland nach Bolivien ©Leon Misic
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Aufbruchstimmung in der „Bolivien-Brücke“! Zum zehnten Mal entsendet der Verein mit Sitz in Jülich junge Erwachsene zum Freiwilligendienst – gemeinhin als FSJ bekannt – in Richtung Lateinamerika. Wer den Weg wagt, nimmt Abschied nicht nur vom Kreis der Familie und Freunde, er lässt die bestens eingerichtete Komfortecke zurück. Durchaus einschneidend lebensumwälzend kann das enden. „Dass sich etwas verändert, ist ja auch Teil des Konzepts“, sagt Vereins-Mitbegründer und -Vorsitzender
Michael Richardy.
Seine Leidenschaft für das Land im Herzen des südamerikanischen Subkontinentes ist lange gewachsen. Schon als Jugendlicher pflegte Richardy Kontakte über den großen Teich. Aber erst die Studienreise 1996 brachte die Initialzündung und für den Pastoralreferenten wurde aus dem Interesse auch eine selbstgewählte Aufgabe. In der Folge kam er zu ersten zarten Banden und Aktivitäten, etwa Gruppen-Reiseangebote gemeinsam mit Koop-Partnern. „So ist das bei mir gewachsen“, erklärt er seine Herzensangelegenheit und gerät ins Schwärmen: „Man fühlt sich als Teil einer Familie, die über die Kontinente geht.“
In den kommenden Jahren stellte die damalige rechte Hand von Ex-Propst Heinrich Bongard fest, dass ja viele Initiativen, Vereine und kirchliche Institutionen sich in der Region mit „Bolivien“ beschäftigen. Und wenn sie gemeinsam eine Reise tun, dann kommen sie auf Ideen: 2004 waren Vertreter verschiedener Aktiver gemeinsam unterwegs und beschlossen:

Freiwillige der Bolivien-Brücke im Projekt Centro Cultural Basis in Sucre/Bolivien 2014
Freiwillige der Bolivien-Brücke im Projekt Centro Cultural Basis in Sucre/Bolivien 2014

„Lasst uns doch mal alles, was es so an Aktivitäten zu Bolivien in der Region gibt, an einen Tisch bringen.“

Das Ziel war: voneinander zu wissen, miteinander zu arbeiten, sich zu unterstützen: „Es hatte stark den Charakter der Vernetzung.“ Und so ist es bis heute: Projekte wie die Unterstützung des Kinderheims in Poconas, die überwiegend von St. Anna Düren aus betrieben wird, oder die kulturellen Kontakte zum Centro Cultural Masis in Sucre, die Richardy besonders pflegt, sind erhalten geblieben. Wichtig ist dem Vorsitzenden dabei allerdings: Unterstützt werden stets Initiativen, die von Menschen vor Ort angeschoben wurden, also eine Mitarbeit an bereits bestehenden Strukturen ermöglicht. „Es gibt kein Projekt, das nur von uns lebt. Sie sind nie von uns abhängig. Es ist nur ein Beitrag.“

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Neben finanzieller Hilfe ist ein Teil des Beitrags die Entsendung der Freiwilligen. Die persönliche  Haltung des Vereins: „Der Freiwilligeneinsatz muss eine gute Balance gewährleisten zwischen der Entwicklungsmöglichkeit für den Freiwilligen, damit er etwas lernen kann und nicht nur Arbeitskraft ist, aber umgekehrt soll es eine Hilfe und ein Nutzen für das Projekt sein.“

Die Umsetzung des Angebots war erst nach der Vereinsgründung möglich, denn „es brauchte auch die äußere Form als Rechtsträger“. Damit verbunden war die Anerkennung als Entsende-Organisation durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). „Weltwärts“ heißt die Seite des BMZ, die seit 2008 die internationalen FSJ-Angebote bündelt. So erreichen die Bolivien-Brücke Bewerbungen aus ganz Deutschland. Inzwischen hat der Verein zum Zehnjährigen noch einen „drauf gesetzt“: Ihm wurde durch die Gütegemeinschaft Internationaler Freiwilligendienst e.V. das RAL-Gütezeichen „Internationaler Freiwilligendienst – Outgoing“ verliehen. Das heißt: Externe Prüfverfahren hoher Qualitätsanforderungen der Gütegemeinschaft sind gänzlich erfüllt. Mit den derzeitigen sind es 28 junge Menschen, die auf die Reise geschickt wurden. Und die nächste Runde läuft schon wieder: Bis 31. Oktober sind noch Bewerbungen möglich.
Por último pero no menos… Kulturvermittlung und Anknüpfung sind wichtige Themen für die Bolivien-Brücke. Das sind einerseits Angebote an Schulen, aber auch beispielsweise Konzerte von Los Masis in Jülich, eine Textilausstellung in Vossenack oder ein Konzert mit einem Chor aus dem bolivianischem Tiefland. Sie versteht der Verein als Einladung zum Dialog. „Wir bekommen viel geschenkt über das, was wir kennenlernen: Kultur, Musik, Lebensweisen – und das geht in beide Richtungen“, sagt Richardy. Derzeit ist die nächste Reihe in Planung: 2018 werden erneut Gäste aus Bolivien erwartet.

Michael Richard zu Besuch im Projekt Kurmi (Kindertagesstätte in El Alto) 2016
Michael Richard zu Besuch im Projekt Kurmi (Kindertagesstätte in El Alto) 2016

Mehr Infos unter: www.bolivien-bruecke.de


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