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Erstes Jülicher FH-Bier

Es brodelt in einem der drei überdimensional großen Kessel. Ich werfe einen Blick hinein: Unter dem weißen Schaum verbirgt sich eine naturtrübe Flüssigkeit, erinnert irgendwie an Apfelsaft. Es ist aber eine Mischung aus Hopfen, Malz, Hefe und Wasser, wird gesagt. Was daraus entstehen soll? FH-Bier!

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Am Campus Jülich der FH Aachen brauen rund 15 Studierende einer Arbeitsgemeinschaft Bier unter der Leitung von Prof. Dr. Nils Tippkötter. Die Kulisse könnte nicht besser passen: Draußen im Hinterhof des Hochschulgebäudes stehen ein selbstgebauter Maischekessel, ein Sudkessel und ein Nachgussbehälter im vertrockneten Gras, das an goldgelbes Malz erinnert. Es ist bereits die zweite Brauaktion. „Vor ein paar Wochen haben wir schon ein dunkles Bier kreiert, das jetzt in Fässern gelagert wird“, sagt FH-Student Sebastian, „jetzt wollen wir ein leckeres Helles brauen“.

Zunächst geht es ans Einmaischen: Dazu wird Wasser mit geschrotetem Malz in einem Kochtopf gemischt. Im Maischprozess wandeln Enzyme die Stärke in Zucker um. „Wir erhöhen dann nach und nach die Temperatur“, erklärt Prof. Tippkötter. Ein Prozess, der besonders für die Studierenden des Fachbereichs Chemie- und Biotechnologie interessant ist. „Im Modul Bioverfahrenstechnik sollen sie lernen, was biochemisch und verfahrenstechnisch in den einzelnen Schritten des Bierbrauens passiert“, sagt er, „außerdem macht es Spaß, und man ist stolz auf das fertige Produkt, das nach einem langwierigen Prozess entsteht“. Dieser Eindruck bestätigt sich: Mit vollem Elan rührt Studentin Berit das Gebräu um. „Das kann schon auf Dauer in die Arme gehen“, schmunzelt sie. Danach geht es zur sogenannten Rast. Nicht nur für das Bier, sondern auch für die Studierenden.

Student Sebastian hat das Brauen im Griff. Foto: FH Aachen
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„Jetzt warten wir erstmal, bevor es ans Abmaischen geht“, sagt Prof. Tippkötter, „dabei wird die fertige Maische aus dem Sudkessel in den Nachgussbehälter überführt“. Sebastian hält derweil eine Portion Hopfen in seiner Hand. „Nachdem ich den Sud zum Kochen gebracht habe, wird der Hopfen eingestreut. Mithilfe einer Formel lässt sich berechnen, wie viel Hopfen ich in den Sud geben muss“, weiß er, „bis das Bier genießbar ist, dauert es allerdings noch vier Wochen, mindestens“. Der perfekte Reifegrad sei in der Regel nach acht bis zwölf Wochen erreicht. So lange müsse man sich noch gedulden. Wie Prof. Tippkötter das FH-Bier beschreiben würde, möchte ich noch wissen. „Einzigartig und spritzig im Geschmack“, sagt er augenzwinkernd.

Die Brauerei-Technik AG
Das Ziel des K1-geförderten Projekts (Senatskommission für Studium und Lehre), an dem derzeit drei Fachbereiche mitarbeiten, ist der Betrieb einer Bierbrauanlage für die FH Aachen. Die Technik des Brauens vereint zahlreiche naturwissenschaftliche und Ingenieursdisziplinen. Somit können Studieninhalte verschiedener Fächer auf eine konkrete Anwendung übertragen werden.

Die Gruppe hat eine 100 L Brauanlage mit mehreren Kesseln, Heiz- und Kühlsystem sowie Lager- und Abfülltechnik konstruiert. Die Peripherie der Anlage besteht vor allem aus Elektro- bzw. Mess- und Regelungstechnik, da die Parameter eines solchen Prozesses kontinuierlich überwacht werden müssen. Nach der Inbetriebnahme der Anlage am Campus Jülich werden jetzt eigene neue Biere entworfen und gebraut. Selbstgebraute Biere werden an Probiertagen und bei Bedarf auf Veranstaltungen der FH Aachen ausgeschenkt. Die Gruppe wird über die Projektlaufzeit hinaus daran arbeiten, die Anlage zu verbessern und neue Biere zu kreieren bzw. zu brauen. Alle Studierenden und Mitarbeiter der FH Aachen sind dazu eingeladen.

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